Studie Yanya

Studie Nissan Yanya Studie Nissan Yanya

Studie Yanya

— 05.04.2002

Nissans tolle Kiste

Wir kennen ihn alle noch, den pfiffigen Fiat Panda. Jetzt hat Nissan die moderne Version entwickelt: "Yanya" ist zwar noch eine Studie, aber fahrbar.

Yanya - die Machbarkeits-Studie

Zum Blick nach vorn gehört auch immer einer zurück. Es zählt wohl zur menschlichen Unsicherheit, sich erst mal an Bekanntem zu orientieren, wenn man etwas Neuem gegenübersteht. Einfach eine Vision auf sich wirken zu lassen scheint zu einfach. Der Nissan Yanya ist so eine Vision. "Nüchtern nach außen, clever nach innen", lobt Chefdesigner Christoph Reitz. Der verdutzte Beschauer sieht das erst mal anders: "Das ist doch ein gemästeter Fiat Panda!" Um dann auf den zweiten Blick festzustellen: Der Yanya könnte auch ein Meilenstein werden.

Im Moment hat er noch so eine Art Legostein-Funktion. Über alles und jedes wird nachgedacht. Über die endgültige Ausstattung ist natürlich genauso wenig entschieden wie über eine mögliche Serie. Nissan-Designer Christoph Reitz: "Der Yanya wird bei uns sehr ernst genommen. Aber eben erst als Machbarkeits-Studie." Klar ist: In der Nase des vier Meter kurzen Yanya steckt quer ein Vierzylinder. Der läuft sogar und treibt über eine Automatik die Vorderräder an. Sollten die sich mal im Gelände oder am Strand festbuddeln, dann werden die Hinterräder per Elektromotor automatisch zugeschaltet.

Hybridantrieb für die Beweglichkeit

Der so genannte Hybridantrieb zieht dann hoffentlich schnell den Yanya aus dem Dreck. Diese Technik spart die Antriebswelle vom Motor zur Hinterachse, was wiederum dem Innenraum zugute kommt. Denn der - so sehen es die Nissan-Designer - muss möglichst groß sein. Bevölkert ihn doch eine "moderne Jugendkultur", die "großen Wert auf Freizeit, Reisen und Abenteuer" (Pressetext) legt. Binsenweisheit. Die Jugend will sich schon immer die Welt zu Füßen legen, das ist ihr Privileg. Auch ist sie Neuem gegenüber aufgeschlossener. Aber ob sie neben Hi-Fi-System und Satellitennavigation auch wirklich vier Computer-Anschlüsse braucht? Um damit, wenn es nach Nissan geht, "auch während der Fahrt Kontakt zu Freunden und Kollegen zu halten. Und im Internet zu surfen."

Schaut morgen etwa keiner mehr aus dem Fenster? Genießt die Landschaft oder pfeift auch nur mal einem hübschen Mädchen nach? Ersetzt der Bildschirm bald das Pisten-Panorama? Ein schlimmer Gedanke. Trösten wir uns: Das Pendel der Moden und Marotten schlägt immer zurück. Von den Pagern Telmi oder Scall redet heute auch keiner mehr. Morgen wird vielleicht die SMS veraltet sein. Nicht aber der Wunsch nach Mobilität.

Entertainment für die Bordparty

Deshalb ist es lebensnotwendig, dass Designer weit über die Motorhaube hinausschauen. Und das herkömmliche Auto infrage stellen. Dann entsteht eben ein Yanya, bei dem nur eine wasser-dampfende Auspuffwolke irgendwo unterm Boden verrät, dass er auch fahrfähig ist. Eingeschränkt zwar, denn die Reifen sind aus Vollgummi. Dennoch zog Yanya bei den Probefahrten am Münchner Flughafen mehr Aufmerksamkeit auf sich als eine alte Tante Ju. Die von solcher Bordelektronik nur träumen kann.

Yanya hat nämlich auch Partys im Sinn. An Bord ist ein Entertainment-System mit separater Stromversorgung. Wer im Stau oder am Strand spontan in Feierlaune kommt, der zieht es einfach aus der Mittelkonsole heraus und lässt umgehend die Puppen tanzen. Die sicher auch gern mit Yanya heimcruisen würden.

Denn die vier Glasdach-Elemente lassen sich herausnehmen und im Heck verstauen. Fertig ist die himmelwärts luftige Cabrio-Limousine. Dieses System mit festen Seitenholmen gab es auch schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Da ist er wieder, der Blick zurück, ohne den es eben nicht vorwärts geht.

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