Studie zum Low Cost-Markt

Studie zum Low Cost-Markt

— 21.05.2008

Billig kommt gewaltig

Der Markt für so genannte Billig-Autos wird in den kommenden Jahren förmlich explodieren. Damit legt dieses Segment stärker zu als jedes andere. Zentrum des Wachstums wird Asien sein.

Die Billigautos werden den weltweiten weiter Automarkt verändern: Der globale Low Cost-Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verzeichnete im vergangenen Jahr einen Produktionsanstieg um neun Prozent auf 9,4 Millionen Einheiten. Somit entfielen 2007 bereits knapp vierzehn Prozent der Gesamtproduktion auf das Segment der Fahrzeuge, die zu einem Preis von unter 10.000 Euro angeboten werden. Das ist ein Resultat der aktuellen Studie zum globalen Low Cost Markt, den das Essener Marktforschungsnternehmen R. L. Polk veröffentlicht hat. Und der Trend wird sich fortsetzen. Die meisten Billigautos werden in den Schwellenmärkten Asiens gebaut, wo schon heute mit 4,7 Millionen Einheiten die Hälfte der Billigheimer hergestellt wird. Die andere Hälfte verteilt sich mit Anteilen von zehn bis fünfzehn Prozent relativ gleichmäßig auf die Regionen Latein Amerika, Europa (ohne Russland), Russland und Japan. In der Regel wird vor Ort für den lokalen Markt produziert.

Chance für die "neuen Kleinen"

Von der Produktion der Billigautos profitiert vor allen Dingen Asien.

Auch zukünftig wird sich das Wachstum der Low Cost Fahrzeuge fortsetzen und bis 2017 ein Volumen von mehr als 16 Millionen Einheiten erreichen. Mit einem Produktionsanstieg von über 70 Prozent wird das Segment in den nächsten zehn Jahren deutlich schneller wachsen als die weltweite Produktion, die um knapp 30 Prozent zulegen wird. Bereits für die kommenden drei Jahre erwarten die Marktforscher von Polk ein kräftiges Wachstum, in dem zahlreiche neue Modelle wie der Tata Nano, der VW Up! oder die neue Stufenhecklimousine von Toyota mit dem Codenamen EFC eingeführt werden. Schwerpunkt der Low Cost Produktion wird der asiatische Raum bleiben. Vor allem der Pkw-Boom in Indien führt dazu, dass sich das Volumen produzierter Low Cost Modelle in Asien zukünftig auf mehr als neun Millionen Einheiten verdoppeln wird. Knapp 60 Prozent der Billigautos werden somit zukünftig allein auf dem asiatischen Kontinent (ohne Japan) hergestellt. Einen weiteren Beitrag am Wachstum der Low Cost Produktion werden die Märkte Lateinamerika und Russland leisten. Die russische Low Cost Produktion wird sich bis 2018 ebenfalls verdoppeln und dann über 1,6 Millionen Einheiten erreichen.

In Europa nichts Neues

Allerdings wird vor übertriebenen Erwartungen gewarnt und auf bestehende Risiken für Low Cost Fahrzeuge hingewiesen. Vor allem in China wächst die Käuferschicht mit hohen Einkommen und gestiegenen Ansprüchen, die den Erwerb höher positionierter Modelle bevorzugt. In Russland werden die Emissions- und Sicherheitsstandards zunehmend den westlichen Normen angeglichen und es ist eine deutlich anziehende Kaufkraft und steigende Ansprüche der russischen Konsumenten zu beobachten. Für die gesättigten Triademärkte USA, Westeuropa und Japan existiert laut der Studie lediglich ein begrenztes Low Cost-Potenzial. Als Gründe wurden strenge Emissions- und Sicherheitsstandards, die Konkurrenz durch stark ausgeprägte Gebrauchtwagenmärkte und hohe Kundenanforderungen genannt.

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