Studie zur Klimadebatte

Studie: Benziner verdrängen Diesel

Studie zur Klimadebatte

— 29.05.2007

Benziner verdrängen Diesel

Laut einer Studie werden bald wieder weitaus mehr Autos mit Ottomotor als mit Diesel verkauft. Grund: Die Benziner werden immer sparsamer.

Die Benziner werden in den kommenden Jahren die Dieselfahrzeuge von Europas Straßen verdrängen, lautet das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatungen AT Kearney und AVL Consulting: "Der Anteil der Autofahrer, für die sich ein Dieselfahrzeug in Europa kostenmäßig lohnt, wird sich von heute knapp 50 Prozent bis 2020 auf etwa 25 Prozent reduzieren", heißt es im Fazit. Bislang rechnet sich ein Diesel vor allem aufgrund des niedrigeren Verbrauchs schon für Autofahrer, die rund 12.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen. 2020 müsste man laut den Beratern mindestens ein Drittel mehr Strecke zurücklegen, um beim Diesel noch auf seine Kosten zu kommen.

Als Gründe führen die Berater an, dass dank Klimaschutzdebatte die Autokonzerne immer sparsamere und damit umweltfreundlichere Benziner entwickeln. Hinzu kommt, dass beim Diesel zusätzliche Anlagen zur Reinigung des Abgases und Rußfilter eingebaut werden müssen, um den strengeren Umweltauflagen gerecht zu werden. Durch diese Abgasnachbehandlungssysteme wird der Diesel um 800 bis 1500 Euro teurer. "Die gleichen Systeme sorgen auch noch für einen Anstieg des Verbrauchs und wirken damit dem heute noch stärksten Verkaufsargument des Diesels entgegen", sagt AT-Kearney-Berater Stephan Krubasik.

Nur für städtische Vielfahrer? Hybridautos wie der Prius rechnen sich laut der Studie vorerst nicht.

Auch sogenannte "Voll-Hybride", die sowohl mit einem Verbrennungs- und mit einem Elektromotor fahren können, werden sich im Jahr 2020 nach Einschätzung aus Kostensicht für die Kunden noch nicht lohnen. Ein Mittelklasse-Benzin-Hybrid werde auch 2020 noch rund 3000 Euro mehr kosten als ein Benziner und etwa 1000 Euro mehr als ein Diesel. "Hybridfahrzeuge verkaufen sich also 2020 vor allem an städtische Vielfahrer und umweltbewusste Käufergruppen", erklärt Jens Tischendorf von AT Kearney. Für die Masse blieben die Hybridfahrzeuge jedoch unwirtschaftlich.

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