Studien und Exoten in Paris: Messerundgang

Nissan Townpod Nissan Townpod

Studien und Exoten in Paris: Messerundgang

— 30.09.2010

Studien-Reise an die Seine

Abgefahren, evolutionär, klein, verrückt, extrem – wer Ende September zu Studienzwecken nach Paris fährt, drückt sich am Schaufenster in die Zukunft garantiert die Nase platt.

Wer Ende September zu Studienzwecken nach Paris fährt, wird selten enttäuscht. Traditionell gilt der Pariser Autosalon als Schaufenster in die Zukunft. Hier wird Automode gezeigt, die in ein paar Jahren ins Rollen kommt – oder auch eben nicht. Ein enger Budgetgürtel hatte die herrlichen Fingerübungen der Designer in den letzten Jahren ein wenig eingebremst. Jetzt aber sind sie wieder da, die abgefahrenen, evolutionären, visionären kleinen und großen Autoverrücktheiten, die so einer Messe erst den richtigen Drive geben. Auf fast jedem Stand entlocken sie den Besuchern neugierige Blicke, und die meisten sind – na klar – unterwegs mit der Kraft aus der Steckdose. So wie der Townpod von Nissan, ein freundlich grinsender Stadt-Lurch im Viermeter-Format, der die E-Technik des Leaf nutzt. Reichweite: 160 Kilometer. Vorne ist Lurchi ein Lifstyle-Mini, bei dem sich viele Funktionen direkt über das iPhone steuern lassen. Hinten ein Lieferwagen mit großem Ladetalent. Marktchancen: null – eine reine Fingerübung. Da steckt im Zoe schon deutlich mehr Realismus. Er ist das erste von Renault komplett als Elektrofahrzeug konzipierte Auto und soll Ende 2012 für rund 26.000 Euro zu haben sein. Auch der HR1 von Peugeot soll, zumindest in Teilen, den Weg in die Serie finden. Der knuffige Knirps mit einladenden Flügeltüren im Lambo-Stil gibt einen Ausblick auf den 2008. Ein süßer Mix aus SUV und Mini, 3,70 Meter kurz und 1,49 Meter hoch. Vorne brezelt ein 110 PS starker 1,2 Liter-Dreizylinder-Turbo richtig gute Laune auf den Asphalt, hinten schiebt ein 37 PS-Elektromotor mit an. Peugeot verspricht 3,5 Liter Verbrauch und 2,5 Kilometer rein elektrische Fahrt. 

Turbinen laden die Akkus: Der Jaguar C-X75 fährt rein elektrisch

Ein bisschen SUV und ein bisschen Coupé: Peugeot wagt mit dem HR1 einen Ausblick ins Crossover-Segment.

Aus einer ganz anderen Welt schwebt der Jaguar C-X75 auf unseren Planeten, um ihn zu retten. Das umwerfend rassige Raubtier kombiniert so viele Technik-Highlights, dass einem ganz schwindelig wird. Die britische Flunder ist ein Supersportwagen, der rein elektrisch fahren kann, 300 km/h knackt, mit Range Extender 500 Kilometer weit kommt und mit weniger als 30 g CO2/km um sich wirft.  Doch das ist noch nicht alles. Zwei Mikro-Turbinen laden bei Bedarf die Batterien nach, was die Reichweite abermals erhöht. Unterschreiben genug Kunden einen Vorvertrag (500 bis 1000), wäre eine Kleinserie zunächst mit konventionellem Antrieb denkbar, die E-Variante könnte folgen.

Rückblick: Der VW-Konzernabend vor dem Messe-Start

Citroën Lacoste: Golfball trifft Polo-Hemd. Sehr schrill – und zum Glück sehr realitätsfern.

Als Schauläufer auf der Show sieht auch Audi sein quattro concept. Das Power-Gerät ist  eine atemberaubend schöne Hommage an den Sport quattro von 1984. Die meisten Teile spendet der RS5, dessen Radstand um 15 cm gekürzt wurde. Bei nur 1300 Kilo (wie das Original) dürfte der aufgeladene Fünfzylinder dem Zweisitzer ordentlich was auf die vier Pfoten geben. Audi schwärmt bereits von 3,9 Sekunden auf Tempo 100 und einer Spitze von 290 km/h. Dann baut die Hütte doch, mag man nach Ingolstadt rufen. Doch die Techniker drücken noch auf die Euphorie-Bremse. So schön er ist, er muss sich auch rechnen. Doch auch Audi könnte sich, bei entsprechender Resonanz, eine Kleinserie vorstellen – zu Preisen von 180.000 bis 200.000 Euro.

Überblick: Paris 2010

Ein Comeback aus dem Regal "hello again" feiert schließlich Mini in Paris. Mit dem WRC auf Basis des Countryman wird die BMW-Tochter ab 2011 nach 44 Jahren auf die internationalen Rallye-Pisten zurückkehren. Nach dem ersten Anfeuern des 1,6 Liter-Turbos auf dem Stand steht zweifelsfrei fest, dass ein Sieg bei der "Monte" nicht am bösen Sound scheitern wird. Entwickelt und aufgebaut wurde der Rallye-Mini bei David Richards von Pro Drive in England, hier können Kunden, die ein Privatteam in der WRC melden wollen, den neuen alten Gipfelstürmer auch ordern. Nicht nur zu Studienzwecken.

Autor: Tomas Hirschberger

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