Studien-Vorschau IAA 2009

Studien-Vorschau IAA 2009

— 12.09.2009

Zukunfts-Visionen

Die Zukunft des Automobils wird grün – das zeigen die Studien auf der 63. IAA in Frankfurt. Ob Minivan mit Brennstoffzelle, Supersportwagen mit Elektroantrieb oder Hybrid-Kompaktwagen, fast jeder Hersteller surft auf der Öko-Welle.

Schon das Plakat der 63. IAA in Frankfurt zeigt, wie die automobile Zukunft aussieht: grün. Deutlich zu spüren ist das neue automobile Bewusstsein, wenn man sich die Konzeptfahrzeuge ansieht, die in diesem Jahr auf der IAA stehen. Klar gibt es sie noch, die PS-strotzenden, V10-befeuerten Supersportwagen und gediegenen V12-Limousinen. Doch Hersteller, die im Auto-Quartett der Zukunft die Trumpf-Karte spielen wollen, glänzen nicht mehr mit Hubraum und Anzahl der Zylinder. Reichweite, Recycling und CO2-Ausstoß bestimmen in Zukunft den Sieger. Und das selbst bei Supersportlern wie zum Beispiel Audi mit der Elektroversion des R8 zeigt.

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Die BMW Vision EfficientDynamics bietet Top-Fahrwerte und verbraucht weniger als vier Liter Diesel.

Vier Elektromotoren sorgen dafür, dass der Fahrer eines R8 e anderen Verkehrsteilnehmern die Rücklichter zeigen kann – und das rund 150 km lang. Dann sind nämlich die Lithium-Ionen-Akkus leer. Ob und wann der R8 e auf den Markt kommt, ist noch völlig offen. Mercedes wird da schon konkreter: Ab 2015 ist der Mercedes SLS AMG E-Drive zu kaufen, dessen Leistungsdaten auch den dem größten Fan des Otto-Antriebs ins Grübeln bringen: Vier Elektromotoren bringen insgesamt 533 PS auf den Asphalt, nach kurzweiligen vier Sekunden ist die 100 km/h-Marke erreicht, Lkw-artige 880 Nm katapultieren den Elektro-SLS in Richtung Horizont. Haken: Der Spaß ist auch hier schnell vorbei, denn nach 180 km verlangen die drei Lithium-Ionen-Akkus nach neuer Energie.

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Reisetauglicher zeigt sich da die dritte Edelmarke aus Süddeutschland. Der BMW-Supersportler der Zukunft Vision EfficientDynamics hat zusätzlich zum Elektroantrieb einen Dreizylinder-Turbodiesel im Heck, der die Reichweite auf bis zu 650 km verlängert. Rein elektrisch käme die Vision EfficientDynamics nur 50 km weit. Hybrid-Pionier Toyota zieht hingegen das klassische Register, um zahlungskräftige Kunden zu ködern: Der für 2010 angekündigte, geschätzt 250.000 Euro teure Sportwagen Lexus LF-A kommt mit 500-PS-V10. Gegenpol zum Lexus LF-A ist der LF-Ch. Der kompakte Lexus mit Hybridtechnik soll noch 2010 in Serie gehen und dürfte deutschen Autobauern mächtig in Zugzwang bringen. Einheimische Kompakte mit moderner Hybrid-Technik sind bis dahin immer noch im Entwicklungsstadium.

Europas größter Autobauer VW setzt auch bei den Studien eher auf Downsizing, so wie beim Rasse-Roadster BlueSport. Aufgeladene Benziner (TSI) oder Dieseltriebwerke (TDI), direkt hinter den beiden Schalensitzen eingebaut, sollen für sportliche Fortbewegung bei niedrigen Verbräuchen sorgen. So wird die Roadster-Studie von einem besonders umweltfreundlichen Diesel mit 180 PS befeuert. Verbrauch: VW verspricht 4,3 Liter. Die Chancen auf eine Serienfertigung stehen übrigens gut. Ein kleiner Elektro-Flitzer auf Basis des VW Up und eine neue Einliter-Studie beschreiben den VW-Weg in die Zukunft. Der VW mit Minimal-Verbrauch könnte ab etwa 2013 in Serie gehen. Basis soll extrem kleiner Dieselmotor sein, der durch Turbo-Aufladung und Kompressor rund 40 PS entwickelt. Vor allem durch Verwendung von Leichtbau-Materialien wie Aluminium und Magnesium soll erheblich Gewicht eingespart werden. Angeblich soll der Mini nur 350 Kilogramm Leergewicht haben.
Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Leistung, Luxus und Versuchung auf der einen, Vernunft und Umweltschutz auf der anderen Seite –  viele Konzeptfahrzeuge auf der IAA vereinen diese scheinbaren Gegensätze. Auch wenn in Zukunft die CO2-Reduktion immer vorherrschender wird, bleibt der Fahrspaß nicht auf der Strecke. Die reinen Elektrokonzepte mit ihren geringen Reichweiten zeigen aber auch, dass Verbrennungsmotoren nach wie vor unverzichtbar sind. Kombiniert mit einem Elektroantrieb, tragen sie entscheidend zur Alltagstauglichkeit bei, ob als separater Generator für die Akku-Ladung (Range Extender) oder als Antriebsaggregat bei Hybridfahrzeugen.

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