Subaru Forester III: Gebrauchtwagen-Test

Subaru Forester III Subaru Forester III Subaru Forester III

Subaru Forester III: Gebrauchtwagen-Test

— 03.03.2016

Diesel mit Risiko

Im Forester III brachte Subaru erstmals einen Selbstzünder für die Diesel-gläubigen Europäer. Doch der macht das Auto zum Risiko. Der Secondhand-Check.

Was haben die Europäer jahrelang gejammert, dass Subaru zwar so schön zuverlässige Benzin-Allradler baut, aber keinen Dieselmotor hat. Ein Fremdmotor kam nicht in Frage, weil die üblichen Reihenmotoren einfach nicht in den Vorderwagen eines Boxer-Subaru passen. Also mussten die Japaner selbst ran. Ob sie mit ihrem Diesel glücklich geworden sind? Das darf bezweifelt werden, denn der 2008 erstmals in Europa angebotene Zweiliter-Boxer-Turbodieselmotor (intern EE20) war zwar technisch hochinteressant, aber einfach noch nicht ausgereift. Kurbelwellenlager, Schmierungsmangel, Injektoren, Turbolader und vor allem dramatische Probleme mit dem Dieselrußfilter bescherten Subaru eine Flut von Kundenbeschwerden und der zuvor unausgelasteten Garantieabteilung ungewohnte Betriebsamkeit.

Subaru Forester III: Gebrauchtwagen-Test

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Überblick: Alle Infos zum Subaru Forester

Die Benzinversionen sind rückhaltlos empfehlenswert

Umbauten auf Autogas machen die Benziner-Subaru nicht zuverlässiger – und zuweilen auch nicht wirtschaftlicher.

Weil der Verkaufsstart des Diesel-Boxers praktisch mit dem Produktionsbeginn des Forester der dritten Generation zusammenfällt, rutscht dieser in der Zuverlässigkeitsbilanz auf ein bei Subaru ungewohnt schlechtes Niveau ab. Über die Benzinversionen redet niemand. Die verrichten gewohnt zuverlässig ihren Dienst. 200.000 und auch 300.000 Kilometer ohne Schäden sind die Regel, nicht die Ausnahme. Probleme kann es höchstens bei Umbauten auf Autogas geben. Die machen die Benziner-Subaru nicht zuverlässiger, wegen Schäden an den Zylinderköpfen zuweilen auch nicht wirtschaftlicher. Ein reiner Benziner-Forester III kann also rückhaltlos empfohlen werden. Eigenheit der Generation III: Sie ist der einzige Forester, der – zumindest in Deutschland – nicht auch in einer starken Turboversion verkauft wurde; in der Schweiz dagegen schon – als 2,5-Liter-Turbo mit 230 PS.

Beim Diesel sind Baujahr und Fahrprofil entscheidend

Aber der Diesel? Hier kommt es stark auf das Baujahr des Wagens und das individuelle Fahrprofil des Besitzers an. Die meisten Probleme machen Diesel der Baujahre 2008, 2009 und 2010. Ab 2011 wird es offenbar deutlich besser. Doch auch das Fahrprofil des Besitzers ist wichtig. Der Diesel-Boxer mag keine Kurzstrecken, keine Schleichfahrten, keine Schnellfahrten und keinen Anhängerbetrieb. Schade, denn zwei Tonnen Anhängelast wären erlaubt. Beim Benziner allerdings auch. Nur in Verbindung mit Automatikgetriebe, das es nur für den Benziner gab, begrenzt Subaru die Anhängelast auf 1500 Kilogramm.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Der Diesel-Boxer ist ein echtes Sensibelchen und reagiert empfindlich auf Betriebsweise und Kraftstoffqualität.

Der Diesel-Boxer scheint eine Mimose zu sein, die wohl vor allem wegen der Dieselrußfilter-Regelung empfindlich auf die Betriebsweise und die Kraftstoffqualität reagiert. Verunsicherte Besitzer berichten über sporadisch auftretende und dann wieder verschwindende Nagelgeräusche, über sporadisch auftretenden Leistungsverlust, Motorruckeln und immer wieder über verstopfte Dieselrußfilter. Die verzweifelten Subaru-Werkstätten wechseln Turbolader und Dieselrußfilter, schicken die von Denso stammenden Injektoren zur Prüfung ein, reinigen verrußte Ventile der Abgasrückführungen und spielen ein Software-Update nach dem anderen auf die elektronische Motorsteuerung auf. Spürbare Besserung kommt dann in den meisten Fällen durchaus, allerdings teilweise wohl nur in kleinen Schritten.

Viele Diesel-Besitzer wollen die Marke wechseln

Nur gut, dass die Subaru-Fahrer sonst mit ihrem Forester III sehr zufrieden sind – von kratzempfindlichen Kunststoffverkleidungen im Innenraum und bei Wenigfahrern zeitig festgegammelten Bremsen mal abgesehen. Dass die Werkstätten da nichts dafür können, zeigt die außerordentlich hohe Zufriedenheitsquote von 93 Prozent mit den Vertragshändlern. Bei der Frage nach der Wahl des nächsten Autos muss man wieder differenzieren. Die Besitzer eines Benziner-Forester zeigen sich markentreu und wollen zu 61 Prozent auf den Forester IV umsteigen. Bei den Diesel-Besitzern schwenken 15 Prozent künftig um auf einen Benziner-Subaru. Aber die, die wegen hoher Kilometerleistung unbedingt einen Diesel wollen, gehen der Marke häufig verloren. Noch mehr Diesel-Verdruss also für Subaru.
Ersatzteilkosten: Subaru Forester 2.0D (Schaltgetriebe, Baujahr 2010)
Kotflügel vorn 105 Euro
Scheinwerfer 324 Euro
Bremsscheiben vorn (ein Satz) 194 Euro
Bremsbeläge vorn (ein Satz) 95 Euro
Schaltgetriebe (neu) 11.006 Euro
Motor o. Anbauteile (neu/Rumpf) 5380 Euro
Generator (neu) 724 Euro
Anlasser (neu) 690 Euro
Wasserpumpe (neu) 154 Euro
Auspuff ohne Kat 1322 Euro
Alle Bilder zum Test finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Subaru Forester als Gebrauchter

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Subaru Forester III (Typ SH, 2008-2013) (Gebruchtwagentest).

Veröffentlicht:

05.02.2016

Preis:

1,00 €

Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Ein Forster III ist so problemlos wie die beiden Generationen zuvor – wenn es sich um einen Benziner handelt. Ein Forester Diesel kann dagegen zum echten Groschengrab werden, bis hin zum Motorschaden. Zu viel Risiko für Gebrauchtkäufer.

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