Subaru Legacy Outback: Fahrbericht

— 29.04.2013

Lifestyle unerwünscht

Der neue Subaru Legacy Outback ist ein Kamerad für schlechte Strecken. Ob die Manieren fürs "Outback" auch im Alltag reichen, klärt der Fahrbericht.



Seine Konkurrenten Audi A4 Allroad oder VW Passat Alltrak frönen dem Lifestyle, doch der Subaru Outback gibt den ehrlichen Malocher, ist sich für Matsch und Modder nicht zu schade. Sein Revier sind die Mittelgebirge, sein Boulevard die engen Bergsträßchen, und wo andere in Schmutz und Schlamm schon stecken bleiben, kommt er erst so richtig in Form. Denn genau für solche Einsätze hat Subaru den großen Kombi entwickelt: "Wir müssen unser Auto nicht erst mühsam aufbocken oder mit Allradantrieb bestücken", sagt der europäische Marketingchef Makato Inoue, sondern das war und ist das Wesen des Outback. Genau dafür haben wir ihn 1995 erfunden – und mit ihm das gesamte Segment."

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Das Kombi-Kleid des Outback ist seit 2009 trotz Facelift nahezu gleich.

Mittlerweile steht der Wagen in der vierten Generation, kostet mindestens 37.000 Euro und erfreut sich bei einer kleinen Kundenschar großer Beliebtheit. Die Mehrheit der letztes Jahr knapp 1000 Legacy in der offiziellen KBA-Statistik jedenfalls dürften auf den Outback entfallen. Doch was dem Geländekombi trotz 20 Zentimetern Bodenfreiheit und serienmäßigem Allradantrieb fehlt für den größeren Erfolg, das ist eine Automatik für den Diesel. Das zumindest glauben die Japaner und reichen genau diese Kombination jetzt nach. Dabei gehen sie allerdings wie immer ihren ganz eigenen Weg. Wo schon der Diesel als Boxer ein Exot ist, spannen sie ihn jetzt nicht mit einem konventionellen Wandlergetriebe, sondern einer stufenlosen Automatik zusammen.

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Innen ist der Hartplastik-Anteil hoch, das CVT-Getriebe raubt Schwung.

Zwar glauben die Japaner fest an den angeblich unerreichten Anfahrkomfort des CVT-Getriebes und halten es mit seinen sieben simulierten Schaltstufen bei etwas vehementerem Gasfußeinsatz sogar für sportlich. Doch einen Gefallen tun sie dem Outback damit nicht. Ist der Diesel mit seinen 150 PS ohnehin schon am unteren Limit für so ein großes Auto, schluckt die Schlingenkette des Getriebes jetzt gefühlt noch einmal ein Drittel der Leistung. Man muss den Outback schon ordentlich treten, damit man überhaupt vom Fleck kommt. Dann allerdings jubelt das Getriebe die Drehzahl gehörig nach oben, und der ohnehin schon raue und laute Motor spielt sich so weit in den Vordergrund, dass man sich die Anschaffung eines Radios getrost schenken kann. Das Geld, das man dabei spart, nimmt dafür gerne der Tankwart: Denn aus den 6,3 Litern vom Prüfstand werden bei so einer Fahrweise schnell mal zehn oder zwölf Liter. Dann kann man auch gleich den Benziner kaufen, der mit 2,5 Litern und 173 PS deutlich besser im Futter stehen dürfte. Nur ist der leider ebenfalls mit dem CVT-Getriebe gekoppelt.

Die Federung gerät zu soft

Aber das ist nicht der einzige Haken am Outback. Auch sein Fahrwerk ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Wer wirklich über Stock und Stein kraxelt und immer nur auf Feldwegen fährt, der findet sicher gefallen an der butterweichen Federung. Und weil man in Feld, Wald und Wiese selten schneller als 50 fährt, stört auch die indifferente Lenkung nicht. Doch auf der Landstraße beginnt der Wagen schon bei mäßigem Tempo heftig zu wanken, dass einem angst und bange wird – vor allem, weil die Sitze quasi keinen Seitenhalt bieten und man entsprechend frei durch den Innenraum pendelt. Beim Fahrkomfort, der Antriebskultur und nicht zuletzt bei den Assistenzsystemen fahren die Japaner der Konkurrenz mindestens eine Generation hinterher. Und über Extras wie eine Abstandsregelung oder eine Start-Stopp-Automatik wollen wir da gar nicht reden.

Der Outback ist auf keinen Fall ein Lifestyler

Doch haben die Japaner beim Outback weniger ans Stadtvolk gedacht, für das ein Wochenendausflug schon das große Abenteuer bedeutet. Sondern ihre Kunden sind die Bergbauern im Schwarzwald, die Hüttenwirte im Allgäu oder die Fischer am Strand von Rügen. Und die freuen sich an vorbildlichen Geländeeigenschaften und jeder Menge Platz auf allen Plätzen. Selbst der bescheidenen Materialauswahl und dem hohen Anteil an Hartplastik können sie wahrscheinlich noch etwas abgewinnen. Wo man Audi & Co nur mit frisch gewienerten Designer-Gummistiefeln und fabrikneuen Wachsjacken aus England benutzen möchte, steigt man im Subaru auch mal im Blaumann oder in der Wanderkluft ein.

Autor: Thomas Geiger

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