Subaru WRX STi: Test — 19.12.2011
Tuning gegen Serie
Ein Subaru WRX STi ist eine feine Sache – wenn es regnet oder staubt. Dass die japanische Allrad-Ikone aber auch fern aller Buckelpisten richtig aufdrehen kann, beweisen Tuner Badtoys und STi selbst. Ein Vergleich.
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Doch es geht auch anders. So setzt in Japan – dort, wo der WRX STi noch hohen Status genießt – mittlerweile ein gewisser Imagewandel ein. Vom Rallye-Rüpel zum wohlerzogenen Allroundsportler mit hohem Technikanspruch; mehr Agilität, mehr Komfort, mehr Exklusivität. Ein erster Eingriff in die raubeinigen Erbanlagen also, der von Subaru Technica internationale selbst durchgeführt wurde. WRX STi tS (tuned by STi) nennt sich diese Kreation, die exklusiv für AUTO BILD SPORTSCARS ihre ersten Testkilometer auf deutschem Boden absolviert. Kaum weniger speziell auch der zweite Proband, der genau das ist, was der STi ab Werk eigentlich nie sein durfte: ein Asphaltdynamiker ohne Kompromisse. Der Schweizer Tuner Badtoys entrümpelte alles, was an der Serie noch nach Schotter roch, und verpflanzte im Tausch allerfeinste Rundstrecken-Zutaten. Domstrebe vorn und hinten, Stabikit samt Uniball-Endlinks, D2 Super Racing-Gewindefahrwerk mit separater Zug-/Druckstufeneinstellung sowie einstellbaren Achsschenkeln, 356er-Bremsscheiben mit Acht- respektive Vier-Kolben-Sätteln, verstärkte Halter für Motor und Getriebe, Sportkupplung, Schaltwegeverkürzung, Semislicks und, und, und …Tuning gegen Serie: Wolf Focus RS 400 vs. Ford Focus RS 500
So radikal die Jungs um Markus Hutzli aber auch in den Innereien herumwühlten – dem Motor rückten sie mit großer Vorsicht zuleibe. Weshalb? Weil das 2,5-Liter-Boxerherz in Fankreisen als recht anfälliger Patient gilt. Gedehnte Zylinderkopfschrauben, mangelnde Ölversorgung (in Folge andauernder, hoher Querbeschleunigung) oder Probleme mit der Kurbelgehäuseentlüftung sind hinlänglich bekannt. Hat man diese Schwächen erst einmal egalisiert, steht 330 PS (oberste Leistungsgrenze mit Serienlader!) nichts mehr im Wege. Wesentlich wichtiger allerdings: das Drehmoment, das um gut 100 auf 510 Nm anschwillt. Damit drückt der herrlich stampfende Boxer im mittleren Drehzahlbereich nicht nur so manchen Wirbel krumm, sondern den STi auch in 4,5 Sekunden auf 100 km/h (Drehzahlerhöhung im zweiten Gang). Bliebe nur ein Haken: Unter 2500 Touren segelt nach wie vor Turboflaute durch die Brennräume. Einen solchen Fauxpas leistet sich der STi tS nicht. Kein Wunder, besorgt hier doch auch ein komplexer Twinscroll-Lader die Frischluftversorgung. Bis 2000 Touren regiert das Turboloch, danach ein dauerelastisches Drehmomenthoch. Der Begrenzer grätscht erst bei 8000 Touren dazwischen, wobei die letzten Umdrehungen eher mühsam als euphorisch erklommen werden. Mitverantwortlich hierfür: der deutsche Sprit. Denn eigentlich will der STi tS mit 105-Oktan-Benzin gefüttert werden.Weniger Kompromisse fordert dagegen seine querdynamische Leistungsbereitschaft. Der tS ist nicht nur einen Hauch komfortabler, sondern gleichzeitig auch wesentlich handlicher abgestimmt als das deutsche Serienpendant. Zudem führt er einen intensiveren Dialog mit seinem Dompteur, klärt genauestens über Grip und Fahrstabilität auf. In der Summe ergibt sich ein Fahrerlebnis, wie man es bislang eher von seinem Erzrivalen aus Tokio kannte. Der tS reagiert extrem willig auf gezielte Lastwechsel, surft mit Vorliebe im zarten Drift über die Ideallinie, bleibt dank seiner Traktion aber immer gutmütig und beherrschbar. Mit dieser Leichtfüßigkeit fährt er dem deutschen Konkurrenten (2011er-Modell) aber nicht nur in der Fahrspaßwertung davon, er bezwingt ihn auch auf dem Sachsenring mit gut 1,5 Sekunden Vorsprung. Yokudekimashita, well done! Der schnellste "Serien"-STi wäre also gefunden. Doch wie schnell kann man den STi im Extremfall machen? Vorhang auf, Showdown für Badtoys.
Sofort wird klar: Der getunte Subaru hat mit seiner Basis wirklich rein gar nichts mehr gemein. Egal ob Einlenkverhalten, Traktion oder Seitenführung – das querdynamische Potenzial dieser Limousine liegt auf allerfeinstem Supersportwagen-Niveau. Kurven werden mit der Präzision einer Rasierklinge seziert, das Handling ist absolut neutral und feinfühlig. Auch die Bremse gibt sich keine Blöße, verzögert souverän und ausdauernd. Wenn überhaupt, so könnte man diesem STi allenfalls ankreiden, dass er eine Spur zu neutral ausgelegt ist – ein leichter Eindrehimpuls unter Last wäre wünschenswert und käme auch der Rundenzeit nochmals zugute. Doch geschenkt! 1:37,67 Minuten sind auch so schlicht sensationell. Am Ende bleibt also nur zu hoffen, dass Badtoys in Zukunft auch mit deutschen Zulassungen dienen kann. Derzeit ist das Tuning nur für die Schweiz zertifi ziert. Und der STi tS? Die Japaner erwägen ebenfalls einen Einsatz in Europa. Hoffentlich lässt dieser nicht mehr lange auf sich warten …
| Fahrzeugdaten | Badtoys | Subaru |
|---|---|---|
| Motor | B4, Turbo | B4, Turbo |
| Einbaulage | vorn längs | vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Hubraum | 2457 cm³ | 1994 cm³ |
| Bohrung x Hub | 99,5 x 79,0 mm | 92,0 x 75,0 mm |
| Verdichtung | 8,2:1 | 8,0:1 |
| kW (PS) bei 1/min | 243 (330)/5200–6100 | 227 (309)/6400 |
| Literleistung | 135 PS/l | 155 PS/l |
| Nm bei 1/min | 510/3240 | 430/3200 |
| Antriebsart | Allrad | Allrad |
| Getriebe | 6-Gang manuell | 6-Gang manuell |
| Bremsen vorn | 356 mm/innenbel./geschlitzt | 326 mm/innenbelüftet |
| Bremsen hinten | 356 mm/innenbel./geschlitzt | 316 mm/innenbelüftet |
| Radgröße | 8,5 x 19 | 8,5 x 18 |
| Reifengröße | 245/35 R 19 | 245/40 R 18 |
| Reifentyp | Michelin Pilot Sport Cup | Bridgestone Potenza RE 050 A |
| Länge/Breite/Höhe | 4580/1795/1430 mm | 4580/1795/1465 mm |
| Radstand | 2625 mm | 2625 mm |
| Tankvolumen | 60 l | 60 l |
| Preis Testwagen | 64.850 Euro | 38.037 Euro (ungerechnet) |
| Messwerte | Badtoys | Subaru |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0– 50 km/h | 1,4 s | 1,6 s |
| 0–100 km/h | 4,5 s | 5,1 s |
| 0–130 km/h | 7,8 s | 8,5 s |
| 0–160 km/h | 11,8 s | 13,3 s |
| 0–180 km/h | 15,2 s | 18,6 s |
| 0–200 km/h | 19,6 s | 23,2 s |
| Viertelmeile | ||
| 0–402,34 m | 13,01 s | 13,82 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h im 4. Gang | 4,1 s | 3,8 s |
| 80–120 km/h im 5. Gang | 5,0 s | 4,6 s |
| 80–120 km/h im 6. Gang | 9,1 s | 6,8 s |
| Bremsweg | ||
| 100–0 km/h kalt (Verzögerung) | 36,4 m (–10,6 m/s²) | 37,1 m (–10,4 m/s²) |
| 100–0 km/h warm (Verzögerung) | 35,3 m (–10,9 m/s²) | 36,0 m (–10,7 m/s²) |
| Testverbrauch | ||
| Ø auf 100 km | 12,0 l Super Plus | 12,9 l Super Plus |
| Reichweite | 500 km | 460 km |
| Leergewicht | 1515 kg | 1529 kg |
| Leistungsgewicht | 4,6 kg/PS | 4,9 kg/PS |
| Zuladung | 465 kg | 216 kg |
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Kommentare zum Artikel (53)
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Kenn ich. Die neuen STIs taugen nichts mehr. Da musste viel dran machen das Spass hast. In Serie laufen die echt Scheisse. Alter Motor und neue Abgaswerte. Da kommt Mist bei Raus. Nach EcuTek Update haste dann mehr Spass aber keine Garantie und halten tust nicht lange. Musste tief in die Tasche greifen und viel machen - lohnt nicht mehr. Die alten STI waren besser. Die neuen sind einfach nur teuer und Mist.
Ein Kumpel fährt STI08 Hätsch. Andauernd hatter Stress mit den Bremsen. Gibt kaum was legales mit TÜV/ABE. Hat so 85000 km runnter immer wieder ist was mit dem Motor. Mal war was mit Zylinderkopfdichtungen, mal Kolben oder Pleulschaden. Der hat die Schnautze gestrichen voll von dem sauteuren Subaru Mist - Preise wie im Puff und Qualität und Verarbeitung vorn Arsch. Na ja, und soo der Renner ist die Kiste auch nicht. Bei GTI und Konsorten kann er grad ma mithalten und saufen tut das Ding ohne Ende.
Badtoys STI hat keine Herstellergarantie mehr, bei dem minderwertigen Motor also sehr riskant - im Netz liest man häufig von sehr geringer Kulanz und häufiger Garantieverweigerung auch bei serien STI‘s. Der tS kommt Jahre zu spät und ist vom Preis- und Leistungsverhältnis nicht konkurrenzfähig, Subaru positioniert den tS oberhalb des STI. Dazu passt dann der Rest nicht. Da bekommt der Kunde bei anderen Herstellern mehr und vor allem moderneres. Aussen Proll innen Schrull Umsatz Null - darauf dürfte es wohl hinauslaufen - für beide.
Sollte der Serien STi in der Tabelle nicht auch 2.5 liter Hubraum haben?! Der 2 liter sti motor von früher würde umgekehrt fürs tuning mehr sinn ergeben...
EVO & STI blieben technisch stehen, ihre Modellpflege ging in die falsche Richtung - statt evolutinärer Modellpflege wurden beide kaputt gespart, ihr Konzept bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Beim STI sind es die Motoren, Bremsen und Fahrwerksprobleme, gepaart mit lausiger Ausstattung, beim Mitsubishi ist es das Getriebe, sowie schlechtes Preis- & Leistungsverhältnis. Unzeitgemäße Technik & irrsinnige Unterhaltskosten ohne erwähnenswerten Gegenwert gab beiden den Todesstoß - andere konnten es besser und boten mehr. So wird's dem Badtoy & WRX STI tS gehen - tragische Helden ohne Sinn.