Badtoys Subaru WRX STi

Subaru WRX STi: Tuning von Badtoys

— 30.03.2012

Gefährliches Spielzeug

Ein WRX STi ist eine feine Sache – wenn es regnet oder staubt. Dass die Allrad-Ikone aber auch fern aller Buckelpisten richtig aufdrehen kann, beweist der Schweizer Tuner Badtoys.

Machen wir uns doch nichts vor – die glorreichen Tage des Subaru WRX STi sind hierzulande längst gezählt. Seine internationale Rallyekarriere – immerhin das historische Fundament für all seine Wesenszüge – hat ihr letztes großes Kapitel bereits vor knapp vier Jahren geschlossen. Allein das Engagement privater Teams (Prodrive-Kits oder alte WRC-Boliden) hält den Nimbus vom behutzten Helden staubiger Hinterlandäcker heute noch am Leben. Jenseits dieser verklärten Realität führt der STi allerdings ein Dasein im Schatten seiner großen Vergangenheit. Ein tragischer Held ist er geworden. Einer, dessen einzige große Stärke gleichzeitig auch seine größte Schwäche ist. Weshalb? Weil ein naturbelassener Serien-STi erst dann so richtig funktioniert, wenn es schmierig, glatt, buckelig oder im Allgemeinen einfach böse und ungemütlich wird.

Überblick: Alle News und Tests zum Subaru WRX STi

Krawallig: Die Heck-Theke am Badtoys-WRX macht ihrem Namen alle Ehre.

Konsequente Rallyegenetik als Primärziel, Asphaltdynamik als Abfallprodukt. Damit die Formel "Allrad plus Boxer" auch bei höheren Reibwerten zündet, bedarf es also weitreichender Optimierungen. Fragt sich nur, wer diesen 4x4-Haudegen in Deutschland tatsächlich noch zur ultimativen Fahrmaschine umstricken kann. Antwort: eigentlich niemand. STi-Tuning ist eine Nische in der Nische. Spezialisten sind dünn gesät. Kaum einer weiß um das gewaltige Tuningpotenzial, das die Japaner an ihrer bespoilerten Legende seit Jahrzehnten kultivieren. Wenn es also Tuning vom Fach sein soll, so führt in unseren Breitengraden eigentlich kein Weg an der Schweiz (neben England der einzigen STi-Hochburg im mitteleuropäischen Raum) vorbei. Dort wiederum stößt man schnell auf den Namen Badtoys. Die kleine Mannschaft rund um Inhaber Markus Hutzli schraubt bereits seit den 90ern an Subaru-Modellen herum.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Selbst ein Nissan GT-R hätte seine liebe Müh mit diesem Subaru.

Aus der 2011er-Limousine sollte folglich genau das werden, was der STi ab Werk niemals sein durfte: ein Asphaltdynamiker bar aller Kompromisse. Dazu entrümpelte der Tuner alles, was an der Serie noch nach Schotter roch, und verpflanzte im Tausch allerfeinste Rundstrecken-Zutaten. Domstrebe vorn und hinten, Stabikit samt Uniball-Endlinks, D2 Super Racing-Gewindefahrwerk mit separater Zug-/Druckstufeneinstellung sowie einstellbaren Achsschenkeln, 356er-Bremsscheiben mit Acht- respektive Vier-Kolben- Sätteln, verstärkte Halter für Motor und Getriebe, Sportkupplung, Schaltwegeverkürzung, Semislicks und, und, und. So radikal die Jungs um Markus Hutzli aber auch in den Innereien herumwühlten – dem Motor rückten sie mit großer Vorsicht zuleibe. Grund: Das 2,5-Liter-Boxerherz gilt in Fankreisen als recht anfälliger Patient.

Der Serienlader geht bis 330 PS mit

Was man dem Badtoys-STi allenfalls ankreiden kann ist, eine Spur zu neutral ausgelegt zu sein – ein leichter Eindrehimpuls unter Last wäre durchaus wünschenswert. Die Fahrsicherheit würde darunter garantiert nicht leiden – selbst der Inbegriff für Neutralität, der Nissan GT-R, ist kaum leichter zu bändigen. Letztlich ist dies allerdings wieder eine Frage der Fahrwerkseinstellung; das D2-Gewinde bietet genug Spielraum, um der Hinterachse auf Wunsch etwas mehr Leben einzuhauchen. Am Ende bleibt also nur zu hoffen, dass Badtoys in Zukunft auch mit deutschen Zulassungen dienen kann. Derzeit ist das Tuning nur für die Schweiz zertifiziert.

Autor: Manuel Iglisch

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