Formel 1

Super Formula: Lotterer Interview

— 09.09.2016

"In Kurven schneller als Formel 1"

Ex-Formel-1-Gaststarter und Audi-WEC-Pilot André Lotterer über die Vorzüge der höchsten Formel-Serie Japans.

Herr Lotterer, Sie fahren schon seit 2003 in der Super Formula. Offensichtlich mit viel Spaß...

André Lotterer (34): Und wie! Diese Rennwagen haben richtig viel Abtrieb, unter anderem dank eines riesigen Diffusors am Unterboden. Damit erreichen wir Kurvengeschwindigkeiten, die zum Teil schneller sind als in der Formel 1. Da wirken bis zu 4 g, also das Vierfache des eigenen Körpergewichts. Auf Strecken wie Suzuka macht das Laune ohne Ende. Leider haben sie uns Ende 2014 etwas Motorleistung geklaut.

Wieso das?

Toyota und Honda liefern 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbos mit rund 650 PS. Aber es gab doch ein paar Leistungsunterschiede zwischen den beiden, und um diese auszugleichen, wurde die Spritmenge auf 90 Liter pro Stunde begrenzt, vorher waren es 100 Liter.

Nicht nur die Autos machen Spaß, oder?

Das Tolle in Japan sind vor allem die Strecken. Suzuka ist ja aus der Formel 1 sehr bekannt, aber auch Autopolis und Sugo sind sehr oldschool. Da gibt es keine großen Auslaufzonen mit Asphalt, man muss also sehr präzise fahren. Mit dem Super Formula bekommst du da richtige Adrenalin-Stöße. Und wenn du gut bist, brauchst du auch keine Auslaufzonen wie in der Formel 1.
Lotterer in Mexiko: Audi im Pech

Das Niveau des Fahrerfeldes ist sehr hoch. Mit Stoffel Vandoorne fährt möglicherweise ein künftiger Formel-1-Star mit.

Er macht seine Sache auch echt gut (Platz drei beim Debüt; die Red.). Man kommt nicht so einfach hierher und fährt alles in Grund und Boden. Die meisten Fahrer sind schon lange dabei. Die schlechten wurden ausgesiebt, die guten sind geblieben. Auch die Teams sind sehr professionell. Mein TOM‘s-Team baut das Auto nach jedem Rennen auseinander und prüft alle Teile. Sie konzentrieren sich aufs Wesentliche: keine Hospitalities, kein Marketing, nur Racing. Das lockt die Fans an.

Eddie Irvine sagte einst: Er hat in Japan mehr verdient als bei Ferrari in der F1.

Die Budgets sind nicht mehr so riesig wie in den 90er-Jahren. Aber 90 Prozent der Fahrer werden bezahlt. Das ist die Mentalität hier: Mechaniker, Ingenieure, alle bekommen einen Lohn. Und pro Sieg gibt es vier Millionen Yen Preisgeld, das sind rund 35 000 Euro. Da musst du erst mal eine Rennserie finden, die das bietet.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: picture-alliance

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