Weibliche Fahrer bei den 24h von Le Mans

Super Formula: Revanche für Le Mans

— 05.07.2017

Lotterer Leader in superschneller Formel-Serie

Den Le-Mans-Sieg vor Augen war André Lotterer einer der Verlierer des Langstreckenklassikers. Am Wochenende startet er zum Ausgleich in einer der schnellsten Serien der Welt.

Die 24 Stunden von Le Mans waren eine harte Belastungsprobe für die Nerven von André Lotterer, am Wochenende stehen im japanischen Fuji nun Härtetests für seine Nackenmuskulatur an: Denn in der Super Formula fährt er mit 650 PS starken Dallara-Formel-Rennwagen, die als schnellste Formel-Flitzer neben der Formel 1 gelten. Und mit ihrem riesigen Diffusor am Unterboden Fliehkräfte in den Kurven erzeugen, die bis zum fünffachen des eigenen Körpergewichts erreichen. Lotterer führt diese Kamikaze-Meisterschaft in Japan derzeit an: Mit seinem Sieg in Okayama setzte sich der TOM’s-Toyota-Pilot um einem Punkt Vorsprung auf seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima an die Tabellenspitze. Auch 2017 sind neben Lotterer viele weitere europäische Stars dabei. Sie wollen so den Aufstieg in die Formel 1 schaffen. Wie in dieser Saison McLaren-Neuzugang Stoffel Vandoorne. Im 2017er Super-Formula-Grid stehen unter anderem GP2-Meister Pierre Gasly sowie Mahindra-Formel-E-Pilot Felix Rosenqvist.

Lotterer ist schon seit 2003 dabei, hat 120 Rennen auf dem Buckel, gewann davon 24. Nur Kazuyoshi Hoshino (39) und Satoshi Motoyama (27) sind erfolgreicher als Lotterer. Der sagt zu ABMS: „Diese Autos haben richtig viel Abtrieb, unter anderem dank eines riesigen Diffusors am Unterboden. Damit erreichen wir enorme Kurvengeschwindigkeiten. Auf Strecken wie Suzuka macht das Laune ohne Ende.“ Eine willkommene Ablenkung also nach dem Le­-Mans-Drama.
Neue Serie Formel Thunder 5000: V8-Sound aus Serienmotoren

André Lotterer fährt mit superschnellen Rennwagen in Japan

Die Autos sind spektakulär, die Strecken erst Recht. Lotterer: „Suzuka ist ja aus der Formel 1 bekannt. Aber auch Autopolis und Sugo sind sehr oldschool. Das gibt es keine großen Auslaufzonen mit Asphalt, man muss sehr präzise fahren. Mit dem Super Formula bekommst du da richtige Adrenalin-Stöße. Und wer gut ist, braucht auch keine Auslaufzonen wie in der Formel 1.“

Das größte Problem der Super Formula: Die Rennautos erzeugen so viel Abtrieb, dass das Überholen sehr schwer geworden ist. Dem will die Serienorganisation JRP Abhilfe verschaffen. Angedacht sind weichere Reifen von Yokohama. Derzeit zeigen die Pneus keinerlei Verschleißerscheinungen. Das bietet keine strategischen Möglichkeiten, die zu mehr Action auf der Rennstrecke führen könnten. Und auch ein Überholknopf wie in der IndyCar-Serie ist angedacht. Anders als in der Formel 1 mit dem DRS-Heckflügel würden alle Fahrer im Rennen eine gleiche Anzahl von diesem Leistungsschub erhalten und diese beim Überholen oder Verteidigen einsetzen. In der Formel 1 darf nur der Hinterherfahrende den Flügel aufklappen, was einen höheren Topspeed zur Folge hat. Und 2019 soll der Dallara SF14, der seit 2014 eingesetzt wird, dem SF19 weichen. An den 2,0-Liter-Vierzylinderturbos von Honda und Toyota wird sich wohl nur wenig ändern. Aber das Chassis soll dann noch schneller werden!

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance; Facebook/Super Formula

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen