Supersportler im Start-Stopp-Vergleich — 23.09.2010
Die glorreichen Sieben
Wenn 3793 PS zur Stampede blasen, ist filmreife Action garantiert. Wir luden sieben Supersportler zum ultimativen Casting: Wer bekommt die Hauptrolle im Thriller 0–200–0 km/h?
Überblick: Alle News und Tests zum Lamborghini Gallardo
Die Hauptdarsteller in alphabetischer Reihenfolge: Aus Italien wurden der Ferrari 458 Italia und der Lamborghini Gallardo LP 570-4 Superleggera für das Casting verpflichtet. Mit identischer Motorleistung (570 PS) und gewaltigen Keramikbremsen gesegnet, kämpfen beide um die Hauptrolle des Latin Lovers, der Kraft und Sinnlichkeit vereint. Aus dem Land der aufgehenden Sonne begrüßen wir zwei riesige Talente. Zunächst den Debütanten Lexus LFA. Nach intensiver, zehnjähriger Ausbildung heißer Anwärter auf eine Traumrolle. Mit rauchigmaskulinem Timbre und der Kraft von 560 PS aus einem ultraleichten Zehnzylinder (200 kg) spekuliert er nicht zu Unrecht auf eine tragende Rolle bei den Supersportlern. Zweiter Japan-Racer ist der Nissan GT-R. Ihn kennen Kids aus Computerspielen, in denen der massige Japaner in seiner Paraderolle des Underdogs selbst vordergründig überlegene Modellathleten von der Piste schubst.
Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes SLS AMG
Beim ersten deutschen Star liegt das Talent in der Familie, doch sieht er sich nicht im Schatten seines legendären Opas: Der Mercedes SLS AMG, besser bekannt als der neue Flügeltürer, empfiehlt sich für Charakterrollen ebenso wie für brüllende Actionfilme. Dazu setzt er auf einen 571 PS starken V8-Sauger und auf eine unwiderstehliche Optik. Die Elfer-Ahnen kennen Generationen aus Heimat- und Autoren(n)- Filmen. Nach schweißtreibendem Aufenthalt in einer Edel-Muckibude erscheint der 911 Turbo S gestählt zum Casting. Aufgeblasen auf 530 PS, will er der Konkurrenz ein für alle Mal zeigen, wer hier der Chef am Ring ist. Den Wiesmann GT MF5 haben indes wenige auf der Rechnung, obwohl er bei kleineren Rollen bereits gezeigt hat, was in ihm steckt. Auch er hat kräftig trainiert und will endlich sein Image vom schnellen Schönling in Richtung Macho aufpolieren. 507 PS aus zehn Zylindern dürften da weiterhelfen.Uuuuuund Action: Auftritt Lamborghini Superleggera. Rein in die engen Schalensitze, das Wildlederlenkrad umklammert, Launch-Control aktiviert, und ab dafür. Er setzt sich sofort mächtig in Szene, spielt auf, als gäbe es kein Morgen. Er schreit, spuckt sogar, knallt einem jeden Gangwechsel in den Rücken und ist nach 10,6 Sekunden auf 200 km/h. Dazu braucht er nur gut 3 1/2 Fußballfelder (361,24 Meter). Jetzt voll in die Keramik(bremsen) – und 4,66 Sekunden später – exakt 124,4 Meter – ist sein Vortrag vorbei. Lasziv knisternd steht er auf dem Rollfeld. 15,24 Sekunden gilt es zu schlagen. Derweil hat sich der Wiesmann locker gemacht, buhlt um Aufmerksamkeit. Er kommt nicht so schnell in die Gänge, schaltet etwas langsamer und ist in zwölf Sekunden auf 200 km/h. Mehr als beachtlich für einen Newcomer, doch mit einer Gesamtzeit von 16,74 Sekunden bis zurück auf Tempo null reicht es noch nicht für die Hauptrolle.
Weitere Details zu den sieben Supersportlern finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
| Beschleunigung 0–200 km/h | ||
|---|---|---|
| 1. | Porsche 911 Turbo S | 10,03 s |
| 2. | Ferrari 458 Italia | 10,39 s |
| 3. | Lamborghini Gallardo Superleggera | 10,58 s |
| 4. | Mercedes SLS AMG | 11,09 s |
| 5. | Wiesmann GT MF5 | 12,05 s |
| 6. | Lexus LFA | 12,36 s |
| 7. | Nissan GT-R | 12,88 s |
| Bremsen 200–0 km/h | ||
|---|---|---|
| 1. | Lamborghini Gallardo Superleggera | 4,66 s |
| 2. | Wiesmann GT MF5 | 4,69 s |
| 3. | Ferrari 458 Italia | 4,72 s |
| 4. | Nissan GT-R | 4,90 s |
| 5. | Porsche 911 Turbo S | 4,98 s |
| 6. | Lexus LFA | 5,00 s |
| 7. | Mercedes SLS AMG | 5,04 s |
| Beschleunigung und Bremsen 0–200–0 km/h | ||
|---|---|---|
| 1. | Porsche 911 Turbo S | 15,01 s |
| 2. | Ferrari 458 Italia | 15,11 s |
| 3. | Lamborghini Gallardo Superleggera | 15,24 s |
| 4. | Mercedes SLS AMG | 16,13 s |
| 5. | Wiesmann GT MF5 | 16,74 s |
| 6. | Lexus LFA | 17,36 s |
| 7. | Nissan GT-R | 17,78 s |
| Bremsweg aus 100 km/h (warm) | ||
|---|---|---|
| 1. | Wiesmann GT MF5 | 31,7 Meter |
| 2. | Mercedes SLS AMG | 32,7 Meter |
| 3. | Lamborghini Gallardo Superleggera | 32,8 Meter |
| 4. | Ferrai F 458 Italia | 32,9 Meter |
| 5. | Nissan GT-R | 33,3 Meter |
| 5. | Porsche 911 Turbo S | 33,3 Meter |
| 6. | Lexus LF-A | 34,1 Meter |
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Kommentare zum Artikel (64)
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auf 100 ist das konzept "911 turbo" also auch von leistungsstärkeren manuell- und sequentiell geschalteten autos nicht zu schlagen.
auf 200 sieht das schon ein wenig anders aus, wobei ich davon ausgehe (nur theorie) dass der italia und der gt2 wohl irgendwo zwischen 140 und 160 zur aufholjagt ansetzen.
so siehts von 0 bis 100 aus:
Porsche 911 Turbo S 3,0 s (fastestlaps)
Porsche 911 Turbo 3,1 s (Sportauto)
Ferrari 458 Italia 3,27 s (fastestlaps)
Porsche 911 GT2 RS 3,4 s (Sportauto)
und so von 0 bis 200:
Porsche 911 GT2 RS 9,8 s (Sportauto)
Porsche 911 Turbo S 10,03 s (AB)
Ferrari 458 Italia 10,39 s (AB)
Porsche 911 Turbo 10,8 s (Sportauto)
Hier gehts aber bis 200 !! und nicht die von Ihnen theorisierten 150! Ich könnte die Argumentation noch nachvollziehen, wenn es um die Schaltzeiten des 458 ginge. Aber das PDK im 911turbo ist wohl eher, wenn auch gute, Hausmanskost! Wenn ich dann noch einen halbwegs talentierten Fahrer im GT2RS unterstelle geht die Rechnung nie auf
mir liegt da eher die vermutung nahe dass allrad + heckmotor + variabler momentverteilung (ptv) + pdk im turbo ein rein heckgetriebenes und/oder manuell geschaltetes auto von 0 auf 100 von mir aus auch 150 stehen lässt weil in diesem der mechanische grip bzw. die schaltzeiten nicht erreicht werden.
Es ist schon interessant, dass der 911er derartige schnell sein soll. Sein deutlich leichterer und leistungsstärkerer Bruder der 911 GT2 RS brauchte bei Tests mehr Zeit (z.B. AMS von 0-200, 10,4 sec.)). Das legt zumindest die Vermutung nahe, das jemand ins Messinstrument gebissen, oder Porsche eine sehr sehr potente "Testvariante" vom Hof gelassen hat.