SUV und Geländewagen 2005

SUV und Geländewagen 2005 SUV und Geländewagen 2005

SUV und Geländewagen 2005

— 14.04.2005

Vom Off- zum Softroader

Immer mehr Deutsche fahren SUV. Ins Gelände geht es aber selten, für viele zählt nur die Optik.

Viele SUV sehen nie das Gelände

Der Siegeszug der Sport Utility Vehicles (SUV) ist schon ein merkwürdiges Phänomen. Die Möchtegern-Offroader brauchen mit Allradantrieb, hohem Gewicht und großem Luftwiderstand viel Sprit, sind aber alles andere als spritzig. Dennoch sind die Zulassungen in Deutschland seit 2000 um mehr als 80 Prozent gestiegen – trotz allgemeiner Autoflaute.

Was macht also ihren Reiz aus? Hohe Sitzposition, bequemer Einstieg und bessere Übersicht, schwärmen die Besitzer. Da stört es nicht, daß die meisten Modelle allenfalls für Ausflüge in leichtes Gelände taugen, denn vielen SUV fehlt im Vergleich zu echten Geländewagen eine Getriebe-Untersetzung für härtere Gangarten. Macht aber nix, abseits der befestigten Straßen bewegen sich laut einer Continental-Studie ohnehin nur vier Prozent aller SUV-Fahrer.

Skoda bringt es mit der Genf-Studie Yeti auf den Punkt: Das sympathische Mini-SUV soll ganz bewußt einen "Kontrapunkt zu allen großen, aggressiv auftretenden Geländewagen" setzen, meint die tschechische Volkswagen-Tochter. Mit Vorderradantrieb provoziere der Yeti außerdem "keck die Frage, ob für die Fahrt auf unbefestigten Wegen tatsächlich ein Vierradantrieb notwendig ist".

Abgespeckt wird's meist günstiger

Der aktuelle Trend geht also zum Kompakt-SUV. Und der wird hauptsächlich von den Importeuren bestimmt: Dem Platzhirsch Toyota RAV4 wollen in diesem Jahr vor allem Hyundai Tucson und der weitgehend baugleiche Kia Sportage Konkurrenz machen. Der Hyundai startet bei 18.690 Euro, der Kia ist noch mal 500 Euro günstiger. Beide Modelle gibt es sowohl mit Allrad- als auch mit Frontantrieb – ein weiteres Zeichen dafür, daß es im SUV-Segment längst nicht mehr um Geländetauglichkeit geht. Wie beim neuen Einstiegsmodell des Nissan X-Trail – mit Klimaanlage, ohne Allradantrieb.

Auch die deutschen Hersteller haben die Entwicklung zu kompakteren Abmessungen erkannt. Dem Erfolg des BMW X3 wollen in nächster Zeit Mercedes-Benz mit einem kleinen Bruder der M-Klasse und VW mit einem SUV-Ableger des Golf nacheifern. Doch bis zum Marktstart wird es in beiden Fällen noch mindestens zwei Jahre dauern.

Konkreter sind da schon die Absichten von Audi mit dem Q7. Der Oberklasse-Offroader wird auf der IAA im September vorgestellt und kommt Anfang 2006 auf den Markt. Von kompakten Abmessungen kann hier allerdings keine Rede mehr sein, ähnlich wie bei der Mercedes-Benz G-Klasse, die ein Jahr nach der neuen M-Klasse-Generation (ab Sommer 2005) zu den Händler kommt. BMW bringt schließlich den mächtigen X6, mit dem allerdings frühestens 2007 zu rechnen ist.

Vom Dickschiff zur Sportskanone

Land Rover will ab Mai 2005 das Image vom behäbigen Dickschiff ad acta legen und spurtet mit dem leicht geschrumpften Range Rover Sport auf den Markt. Der kleine Bruder des großen Range soll neben gewohnt ambitionierten Offroad-Eigenschaften auch ein dynamischeres Fahrverhalten an den Tag legen als die anderen Baureihen des britischen Geländewagenspezialisten.

Volvo setzt dagegen voll auf Leistung und pflanzt den ersten V8-Motor der Unternehmensgeschichte in den XC90. Das 315 PS starke Triebwerk wurde in Zusammenarbeit mit Yamaha entwickelt und ist in erster Linie fürs amerikanische Publikum gedacht. Doch auch in Europa werden sich Kunden finden, die die Souveränität und Laufkultur des Achtzylinders zu schätzen wissen – der Trend beweist es.

Autor: Michael Voß

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.