SUV und Vans auf der IAA 2005

SUV und Vans auf der IAA 2005

— 07.09.2005

Raumpfleger und Hochstapler

Mit mehreren Passagieren auf groe Fahrt oder lieber ins leichte Gelnde? SUV und Vans trumpfen bei der 61. IAA gro auf.

Die neuen SUV sind keine Schlammwhler

Die Zeit vollwertiger Schlammwhler neigt sich dem Ende entgegen. Die neue "Offroad"-Generation sieht zwar noch nach Abenteuer aus, taugt im Idealfall aber nur noch fr schlechte Wege abseits des Asphalts. Das beste Beispiel dafr zeigt Audi mit dem Q7 zum ersten Mal auf einer Messe. Basis ist zwar der Volkswagen Touareg, aber der Q7 ist wesentlich grer, rund 17 Zentimeter lnger (5,08 Meter). Doch nicht schwerer. Konsequenter Leichtbau und der Verzicht auf aufwendigen Allradantrieb spart Gewicht an den Stellen, wo die Zielgruppe nichts vermissen wird. Im Vordergrund steht luxurises Reisen. Dabei bertrifft sich Audi wieder.

Holz, Aluminium und Leder bieten ein feines Arrangement. Diesen Genu knnen ab Frhjahr 2006 sieben gleichzeitig genieen, optional werden nmlich zwei Einzelsitze in Reihe drei angeboten. Technische Highlights: eine Rckfahrkamera und "Audi Side Assist" (hilft beim Spurwechsel). Zunchst wird der Q7 entweder von einem 4,2-Liter-V8 mit 350 PS (Basispreis 64.900 Euro) oder dem 3.0 TDI mit 233 PS (Basispreis 48.900 Euro) angeboten. Renault betritt ebenfalls die Gelndewagen-Oberklasse zunchst in Form einer Studie. Die Franzosen zeigen mit dem Egeus ein SUV, das bald in Serie gehen knnte.

Angetrieben wird der Egeus von einem 250 PS starken V6-Diesel mit Partikelfilter. Das Automatikgetriebe verfgt ber sieben Gnge, die Antriebskraft an den Rdern wird je nach Traktion automatisch geregelt. Aktiviert man den Offroad-Modus, blendet die Elektronik den Tacho aus und zeigt einen Neigungsmesser, der die Seitenneigung graphisch darstellt und vor einem berschlag warnt. Eine Art franzsisches iDrive: Das "Touch Design"-Konzept mit dessen Controller sich Navigation und Multimediasystem bedienen lassen.

Auch die Chinesen mischen offroad mit

Solche Elektronik-Spielereien sind dem Jiangling Landwind fremd. Hinter dem noch ungewohnten Namen verbirgt sich ein chinesischer Autobauer, der den alten Opel Frontera in leicht berarbeiteter Form anbieten wird zu einem extrem niedrigen Preis von rund 18.000 Euro. Das Auto feiert auf der IAA 2005 seine Deutschland-Premiere. Lieber das Original, werden da viele denken. Denn nach langer Durststrecke wird man in Frankfurt auch bei Opel wieder einen Frontera finden.

Der Softroader wird gemeinsam mit Chevrolet gebaut, erhlt aber einige Motoren aus Deutschland. Am interessantesten drften die beiden 1.9-CDTI-Motoren sein, die 120 und 150 PS leisten. Die Benziner werden nur eine Nebenrolle spielen. Opel dringt damit wieder in eine sehr beliebte Klasse ein. Bislang wird die vom Toyota RAV4 dominiert. Nicht ohne Grund enthllen die Japaner gerade in Frankfurt den Nachfolger. Im Frhjahr 2006 kommt der auf 4,50 Meter gewachsene RAV4 in den Handel.

Auch bei diesem Modell setzt man auf die neue Generation von Vierzylinder-Dieselmotoren (D-Cat). Die leisten bis zu 177 PS. Bei den Benzinern stehen ein 2,0-Liter-Vierzylinder (150 PS) sowie ein 2,5-Liter-Sechszylinder (220 PS) bereit. Ebenfalls prsentiert wird der neue Hilux. Anders als beim RAV4 bleibt technisch einiges beim alten, vor allem beim Motor. Sonst ndert sich viel. Die neue Pick-up-Generation wird innen hochwertiger und gerumiger.

Lifestyle statt Gelnde heit das Motto

Weniger Nutzwert, dafr mehr Fahrspa bietet der Jeep Grand Cherokee SRT8. Mittiger Doppelrohrauspuff und unter der Haube ein 6,1-Liter-V8-Hemi, rund 425 PS stark, versprechen schon im Stand viel. Fr Fans sind dagegen die beiden Studien interessanter. Compass und Patriot geben einen Ausblick, wie der nchste Wrangler aussehen kann. Whrend der Compass eher auf den Toyota RAV4 zielt, folgt der martialischere Patriot den Spuren des Ur-Wrangler. Einen weiteren Pfeil haben die Amis mit dem Dodge Nitro einer seriennahen Studie im Kcher.

Auf alte Tugenden besinnt sich auch Suzuki. Der Nachfolger des Grand Vitara feiert Europapremiere. Um an den Erfolg anzuknpfen, haben sich die Japaner richtig bemht. Die Optik entspricht europischem Geschmack, und es gibt einen Dieselmotor mit Partikelfilter. Zumindest auf den Filter werden Kunden des SsangYong Kyron vorerst verzichten mssen, wenn das neue SAV (Sport Activity Vehicle) Ende des Jahres an den Start geht und den Musso ablst. Whlen kann man indes zwischen Heck- und Allradantrieb.

Ob sich diese Frage beim Nachfolger des Daihatsu Terios wieder stellt, wird sich zeigen. Fest steht: Eine Studie wird bereits einen Ausblick auf den greren Nachfolger erffnen. Schon fertig ist der Saab 9-7X. Unter dem Blech steckt ein Chevrolet Trail Blazer. Deshalb gibt es nur einen Sechszylinder (275 PS) und einen V8 (300 PS). Auch hier nicht zu bersehen: Lifestyle statt Gelnde.

Vans mit reichlich Platz und Leistung

Langsam war gestern auch bei den Raumpflegern. Die Van-Neuheiten bieten nicht nur viel Platz, sondern auch reichlich Leistung. So kombiniert Mercedes die ML-Klasse mit einem Kombi und einer Innenausstattung auf S-Klasse-Niveau. Heraus kommt die luxurise R-Klasse mit sechs Sitzen (fr Europa auch als Kurzversion). Die Benziner R 350 (272 PS) und R 500 (306 PS) und der Diesel R 320 CDI (224 PS) werden die Snfte dabei stilvoll und ber alle vier Rder antreiben. Bei umgelegten Rcksitzen schluckt die R-Klasse 2385 Liter. Teuer: Die Preise fr den 5,15-Meter-Kolo starten ab 50.000 Euro.

Kleiner und flotter drfte die Studie LMW (Luxury Multi Purpose) von Ford wirken. Im Sommer 2006 kommt der auf der nchsten Mondeo-Plattform basierende Van in den Handel nach dem S-Max, der als SAV schon im Mrz 2005 bereits in Genf stand. Ab Frhjahr 2006 wird der dynamische Fnfsitzer offiziell angeboten. Bis zur B-Sule sind S-Max und Galaxy identisch, der grere Galaxy bietet aber fr bis zu sieben Personen Platz. Die Leistung der Ottomotoren reicht von 145 bis 220 PS, bei den Dieseln von 100 bis 143 PS.

Strker wird der VW Touran mit 170 PS im 2.0 TDI. Auf dem Stand von Hyundai debtiert die nahezu serienreife Van-Studie Portico. Den fnf Meter langen Sechssitzer treibt ein V6 an. Denkbar wre auch eine Hybridversion. Damit wird es den Opel Zafira OPC nicht geben, dafr mit Erdgasantrieb sowie einem 240-PS-Turbo-Vierzylinder. Damit beschleunigt er in 7,8 Sekunden auf Tempo 100 und beendet seine Drehzahlorgien erst bei 231 km/h. Den berarbeiteten Renault Kangoo gibt es ab Oktober 2005 mit zwei neue Dieselmotoren (68 und 85 PS) und ab 2006 mit Erdgas-Antrieb.

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