SUVs mit Diesel im Vergleich
Wer ist hier der Chef im Ring?

Im dritten Anlauf will der Mercedes ML endlich an die Spitze. Aber nie war das schwerer als heute. Die Entscheidung fällt im Vergleich mit BMW X5 und VW Touareg – ein SUV-Vergleich mit starken Dieseln.
- Wolfgang König
ML und Kollegen – in Europa sind das die Fullsize-SUV, die Vollfettversionen also. Nicht mehr die große Mode in Zeiten des CO2-Alarms, doch immer noch begehrt. Und der Mercedes ML gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Er war nie der Beste im Gremium und auch nicht der Meistgekaufte, aber der mit dem Stern. Und das adelt, wie jeder weiß. Nun kommt er in dritter Auflage, und wir sind gespannt: Schafft der ML endlich, was das Markenimage verspricht? Kann er die Konkurrenz niederringen? Wir konfrontieren den ML 350 Bluetec mit dem X5 30d von BMW und dem VW Touareg V6 TDI, alles Sechszylinder, die Diesel verbrennen.
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Nach Papierform vorne: Der ML 350 CDI ist stärker als die Konkurrenz – und teurer.
Bild: Christian Bittmann
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Lademeister von Mercedes: Mehr als die M-Klasse schluckt in diesem Vergleich keiner.
Bild: Christian Bittmann
Gleichwohl zeigen sich auf schlechten Fahrbahnen die Grenzen des Fortschritts: Nun kommt der Mercedes plötzlich nicht mehr zur Ruhe, verteilt auch mal heftige Stöße. Ein Trost: Die neue, leider extrem teure (3689 Euro) Wankstabilisierung lindert das Übel (sie hält die Karosserie im Lot) und nützt obendrein dem Handling. Wechselkurven nimmt der neue ML viel leichtfüßiger und kursstabiler als der Vorgänger. Nur das grob zupackende ESP stört bisweilen. Für die Freude am Fahren – gemeint ist die forcierte Gangart – bleibt indessen immer noch BMW zuständig.
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Dynamiker vom Dienst: Auch der X5 xDrive 30d wird dem BMW-Image locker gerecht.
Bild: Christian Bittmann
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Vergleichsweise träge: Der Touareg kann sein hohes Gewicht beim Fahren nicht kaschieren.
Bild: Christian Bittmann
Leicht verstaubt wirkt er in dieser Gesellschaft, daran ändert auch die Start-Stopp-Automatik nichts (im BMW nicht erhältlich). Immerhin verhilft sie dem Touareg zu einem kleinen Verbrauchsvorteil. So ist der VW zwar ein hochwertiges Auto, aber eben kein Testsieger. Diese Position gebührt nun dem Mercedes ML. Hier ist er der Boss, auch weil er ein SUV ist, der versucht, politisch korrekt zu sein: Nur er bietet optimale Sicherheitsvorsorgen, nur er erfüllt die ultrastrenge EU-6-Abgasnorm. Na also.
Fazit
Hauchdünn, der ML-Vorsprung. Tatsächlich sind der Mercedes und der BMW praktisch gleichwertig, nur besitzt eben jeder seinen eigenen Charakter: der BMW wieder einmal das Auto für den flotten Fahrer, der Mercedes eher die Wahl für entspanntes Reisen. Wobei er fahrdynamisch gegenüber dem Vorgänger erheblich gewonnen hat. Der preisgünstigere VW indessen kann in diesem Trio nicht glänzen. Er ist weder dynamisch noch besonders komfortabel oder ungewöhnlich geräumig.
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