Suzuki Alto 1.1 GL

Suzuki Alto 1.1 GL Suzuki Alto 1.1 GL

Suzuki Alto 1.1 GL

— 08.08.2002

Der Vernunftkauf

Gurus, aufgepasst! Dieser Japaner wird in Indien gebaut. Vorurteile? Na klar. Doch das Ergebnis belehrt eines Besseren.

Test-Telegramm

Schon wieder muss eine heilige Kuh geschlachtet werden. Indien exportiert neben Batiktüchern, Tee und Ikea-Gardinen nun auch richtige Volumen-Autos. Suzuki geniert sich nicht, schreibt "Maruti (IND)" als Hersteller in die Fahrzeugpapiere.

Antrieb und Fahrleistungen Der Alto ist eine kleine Rennsemmel. Der kernige 1,1-Liter hängt fühlbar nervös am Gas, der Knüppel des zickigen Fünfganggetriebes schlägt den Lastwechsel-Takt dazu. Bei 155 Spitze pendelt im Vierten die Nadel des Drehzahlmessers um 5500 Touren, Stimmen dürfen deutlich angehoben werden. Der Fünfte sorgt wieder für Gesprächs-Bereitschaft und hält das Tempo, falls kein Gegenwind bläst.

Wirtschaftlichkeit Der Rupie sei Dank: günstiger Kaufpreis, gute Ausstattung, niedrige Versicherungsklassen, steuersparend-saubere Abgase. Der Verbrauch (5,8 Liter Super) ist akzeptabel, der Wertverlust dürfte sich in Grenzen halten. Schließlich hat Suzuki mit den Jahrzehnten einen guten Ruf erworben.

Karosserie und Komfort Fünf Türen sind in dieser Größen- und Preisklasse fast schon normal. Die gute Verarbeitung setzt man bei einem Indo-Japaner auch voraus. Der Komfort aber, Krishna sei's geklagt, verlangt nach liebevollerer Abstimmung. Der Alto hoppelt über Bodenwellen, die Lenkung ist leicht teigig, reagiert heftig auf Antriebseinflüsse. Seitenhalt vorn bieten nicht die Sitze, man muss sich schon an den Türen oder dem Beifahrer abstützen. Hinten geht es bei den schlanken Abmessungen naturgemäß nicht sehr geräumig zu. Die Ausstattung versöhnt: Servolenkung, elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung und geteilt umklappbare Rücksitzlehne sind serienmäßig an Bord.

Sicherheit und Fahrverhalten ABS gibt es gegen Aufpreis (dann aber keine Klimaanlage, mit Klima kein ABS). Zwei Airbags sind dafür Serie wie auch höhenverstellbare Gurte mit Gurtstraffer vorn. Das Fahrverhalten entspricht Klassen-Niveau. Nur die Bremse: 45,7 Meter – das ist eine Wagenlänge zu viel.

Emotionen In dieser Klasse geht Vernunft vor Herzklopfen, obwohl: Leichtgewicht und 63 PS kitzeln doch schon mal den Gasfuß.

Fazit und Technische Daten

Fazit Anfängliche deutsche Arroganz ob des unspektakulären Aussehens und des leicht ruppigen Fahrverhaltens wird spätestens beim Blick in die Preisliste eingebremst. Dies ist ein Inder für alle Kasten – junge Leute schätzen ihn als Erst- und Familien als praktischen Zweitwagen.



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