Suzuki Grand Vitara (ab 1998)

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Suzuki Grand Vitara (ab 1998)

— 29.10.2004

Ein typischer Japaner

Ein gebrauchter Suzuki Grand Vitara ist sicher kein technisches Highlight, aber ein risikoarmer Kauf.

Qualität und Zuverlässigkeit

Als größerer Nachfolger des Suzuki Vitara hat der Grand Vitara das Image des niedlichen Frauenautos weitgehend abgestreift. Einen ernsthaften Vollwertallradler hat Suzuki da 1998 auf die Räder gestellt.

Dennoch sind immerhin 14 Prozent der Teilnehmer bei dieser Fragebogenaktion mit dem Image des Grand Vitara nicht zufrieden. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert, der weit über dem Level anderer japanischer Marken liegt.

Am Auto selbst üben die Grand-Vitara-Besitzer vergleichsweise wenig Kritik. Vorrangig wird der eher knappe Lade- und Innenraum bemängelt (31 und 20 Prozent). Wenig verwunderlich ist, daß die Zuverlässigkeit praktisch nie kritisiert wird. Schließlich darf der Grand Vitara in diesem wichtigen Punkt als typischer Japaner gelten. Pannen und Startversagen kommen sehr selten vor, auch bei in die Jahre gekommenen Fahrzeugen mit hohen Kilometerständen.

Motor und Getriebe

Ob Motor, Lichtmaschine, Anlasser, Lenkung oder Achsen – die wichtigen und teuren Aggregate sind in der Regel für mehr als 200.000 Kilometer gut. Das gilt wie bei anderen Marken für die Benziner, im Falle Suzuki aber auch für die Dieselmotoren. Und das ist bekanntlich in der heutigen Zeit der aufgeblasenen Turbodieselmotoren mit elektronischer Einspritztechnik keineswegs selbstverständlich.

Allerdings müssen wir einschränken, daß gesicherte Erkenntnisse zur Lebensdauer nur beim älteren 87-PS-Turbodiesel vorliegen. Der ab 2001 eingesetzte Common-Rail-Turbodiesel von Peugeot mit 109 PS ist erst bei wenigen Lesern mehr als 100.000 km gelaufen. Deshalb kann über diesen Motor noch kein abschließendes Urteil gefällt werden.

Das einzige Aggregat beim Grand Vitara, das sich hin und wieder danebenbenimmt, ist das Getriebe. Sowohl das Schalt- als auch das Verteilergetriebe (für Allradantrieb und Geländeuntersetzung) mußte bei jeweils vier Prozent der Leserfahrzeuge vorzeitig repariert werden. Vor allem bei den stärkeren Versionen, also dem V6-Benziner und den Turbodieseln.

Grand Vitara im Leserurteil

Mit den Vertragswerkstätten sind die Grand-Vitara-Besitzer überdurchschnittlich zufrieden. Nur 14 Prozent bemängeln die Arbeitsleistung der Suzuki-Betriebe. Für eine große Inspektion geben die Leser durchschnittlich 340 Euro aus.

Grand-Vitara-Fahrer sind überdurchschnittlich markentreu. So tragen immerhin ein Viertel der Zweitwagen ebenfalls das Suzuki-S auf dem Kühlergrill. Und bei 34 Prozent stand bereits vor dem Grand Vitara ein Suzuki in der Garage.

Markentreue läßt sich auch bei der Wahl des nächsten Autos feststellen. 32 Prozent wollen sich wieder den Grand Vitara kaufen. Noch einmal 34 Prozent warten auf den für 2006 erwarteten Nachfolger. Dazu kommen drei Prozent, die auf einen anderen Suzuki umsteigen möchten.

Bleiben 31 Prozent, die der Marke verlorengehen. Nissan X-Trail und Kia Sorento werden hier häufig genannt. Aber die größte Gruppe sind mit 15 Prozent die Unentschlossenen. Und die gilt es für Suzuki zurückzuerobern.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1998 Einführung Viertürer; LxBxH 4,20x1,78x1,74m; 2.5-V6-Benziner (144 PS) oder 2.0-Vierzylinder-Turbodiesel (Wirbelkammer-Diesel; 87 PS) 1999 Einführung des Zweitürers (Länge: 3,88m) als Cabrio oder mit Stahldach; beide mit 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner (128 PS) 2001 2.0-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung (109 PS, von Peugeot) statt 2.0 TD (87 PS); 1.6-Benziner (94 PS) für Zweitürer; Langversion XL-7 (4,70m) mit 2.7-V6-Benziner (173 PS) 2002 2.0-Benziner (128 PS) nun auch im Viertürer; 2.5-V6 entfällt 2003 Neuer Innenraum; 2.0-TD auch für Zweitürer; 2.7-V6 nun 184 PS 2004 XL-7 mit neuer Frontpartie; 2.0-TD für XL-7, 2.5-V6 wieder lieferbar

Schwachstellen • die nicht zu teure Auspuffanlage hält in der Regel rund fünf Jahre • der Öffner der Hecktüre gibt gern nach einigen Jahren auf (fünf Prozent). Prüfen! • Schäden am Verteilergetriebe oder Schaltgetriebe sind selten (jeweils vier Prozent), aber recht teuer • häufiger ist die eher schwache Kupplung am Ende (neun Prozent) • beim V6 brennen nach Wasserverlust gern die Zylinderkopfdichtungen durch (sechs Prozent) • die Bremsscheiben halten je nach Fahrweise zwischen 60’ und 100.000 km • die Zuverlässigkeit ist sehr gut. Pannen auf freier Strecke sind selten (vier Prozent) und betreffen meist die Einspritzanlage der Benziner, beim Common-Rail-Turbodiesel die elektronische Motorsteuerung (neun Prozent dieser TD) und ab und zu ein klemmendes Getriebe • die Quote der Startversager liegt bei sieben Prozent. In den allermeisten Fällen ist eine Fehlfunktion von Wegfahrsperre oder Zündschloß schuld. Erst ab 120.000 km kann auch ein Anlasser den Dienst verweigern.

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Grand Vitara 2.0 TD, Baujahr 2001. Für die wichtigsten Aggregate hält Suzuki günstigere Tauschteile parat. Auch die Blechteile sind o. k. Der Peugeot-Diesel kostet ein Vermögen.

Fazit und Technik

Fazit "Gepflegte Grand Vitara rosten auch am Boden nicht. Überhaupt ist der kompakte Japaner ein Auto, daß man auch als Laie gebraucht gut beurteilen kann. Bei der Probefahrt ein wenig auf abnorme Getriebegeräusche und eine straffe Kupplung achten, und schon hat man ein gutes Auto." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

Technik • Allradantrieb: Heckantrieb; Frontantrieb bis 100 km/h zuschaltbar (Kraftverteilung v:h 0:100 oder 50:50; vollautomatischer Vorderachsfreilauf); Geländereduktion (1,82:1) • Aufbau: Stahlblech-Karosserie auf Leiterrahmen • Verbrauch: 1.6/2.0/2.5: 9,5/10,5/12l/100 km; beide TD: 8l/100 km • Höchstgeschwindigkeit: 1.6/2.0/2.5/2.0 TD/2.0 HDI: 150/167/174/150/161 km/h

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