Suzuki Jimny 1.5 TD

Suzuki Jimny 1.5 TD Suzuki Jimny 1.5 TD

Suzuki Jimny 1.5 TD

— 28.07.2004

Sympathische Sparbüchse

Mit gut dreieinhalb Meter Länge ist der Suzuki Jimny der mit Abstand kleinste Offroader des Marktes – und als 1.5 TD auch der sparsamste.

Der Motor stammt aus dem Renault-Regal

Allrad vom Kleinsten – das könnte man schon seit dem legendären LJ80 als Geländewagen-Wahlspruch des Hauses Suzuki bezeichnen. Der heutige Jimny ist der Urenkel des damaligen Kultmobils und Wegbereiters "Eljot". Im Gewicht von 800 auf 1050 Kilo, in der Länge von 3,20 auf 3,62 Meter gewachsen, macht ihm kein anderer Allradler den Rang als Gelände-Mini Nummer eins streitig.

Angesichts dieses Minimalismus schien ein Dieselmotor lange Zeit entbehrlich – auch die Benziner sind seit jeher genügsam. Doch in Zeiten der ungehemmten Sparlust und der hohen Spritpreise scheint sogar in der Kleingeländewagen-Klasse ein sparsamer Diesel die bessere Wahl. Weil aber Dieselmotoren nicht gerade eine Spezialität des Hauses Suzuki sind, kaufen die Japaner eben ein. Und zwar in Frankreich. Den modernen Common-Rail-Motor des Jimny 1.5 TD bezieht Suzuki von Renault. Und trifft dabei keine schlechte Wahl.

Obwohl die 65 PS ein eher beschauliches Fortkommen verheißen, fühlt sich der dieselnde Zwerg keineswegs lustlos an. Nach Überwindung des üblichen Turbolochs, das zivilisiertes Anfahren mit Leerlaufdrehzahl nur bei vorsichtigem Umgang mit dem Kupplungspedal erlaubt, zieht er tapfer los, baut ab 1500 Touren merklichen Schub auf. Erfreulich: Durchtreten des Gaspedals wird fast verzögerungsfrei in Schub umgesetzt. So kann man im Stadtverkehr und auf Landstraßen gut mithalten.

Preise und Ausstattungen

Erst auf der Autobahn fällt auf, dass der Jimny 1.5 TD nicht nur der kleinste, sondern auch der schwächste aktuelle Geländewagen ist. Doch immerhin: Die pessimistische Werksangabe für die Höchstgeschwindigkeit ließ der Testwagen locker hinter sich: Statt 130 rannte er echte 142 km/h und erreicht dabei exakt seine Nenndrehzahl. Bergab oder bei günstigem Wind sind auch 150 oder mehr drin, weil der Diesel noch Drehzahlreserven hat. Das ideale Auto für lange Autobahnetappen ist der Jimny TD freilich trotzdem nicht. Denn zu den beträchtlichen Fahrgeräuschen kommt die betont straffe Federung, die nur grobe Fahrbahnunebenheiten von den Insassen fern hält.

Auch sonst hält sich der Komfort in Grenzen. Die Sitze sind zierlich, der Raum für lange Lulatsche knapp. Mittelgroße Insassen bis 1,75 Meter können dagegen auf kürzeren Strecken sogar zu viert reisen und sich über die Neigungsverstellung der Rücksitzlehnen freuen – vorausgesetzt sie sind schlank und verzichten auf Gepäck. Nur 1500 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht sind eingetragen, so darf man nur insgesamt 275 Kilo zuladen, also 69 kg pro Person.

Das ist vor allem deshalb unverständlich, weil die addierten zulässigen Achslasten ein zulässiges Gesamtgewicht von 1650 und eine voll ausreichende Zuladung von 425 Kilogramm ergeben würden. Da hätte man fast Schwierigkeiten, die zu verstauen: Denn nutzt man den Jimny als Viersitzer ist der Gepäckraum winzig. Legt man die Fond-Lehnen um, wächst das Staufach auf beachtliche 778 Liter und einen Meter Länge – sogar eine Waschmaschine lässt sich dann unterbringen.

Betriebskosten und Garantien

Steigt man von einem modernen Pkw oder SUV in den kleinen Suzuki um, erstaunt auf kurvigen Landstraßen zunächst die teigige und gefühllose Lenkung, die kaum von selbst in die Mittelstellung zurückläuft. Im Gelände ist man hingegen froh über diese Auslegung der Kugelumlauflenkung: Sie hält Stöße vom Lenkrad fern, die etwa beim Überfahren eines übersehenen Steinbrockens dem Fahrer das Volant aus den Händen reißen könnten.

Der Geländeeinsatz ist ohnehin der Bereich, in dem der Jimny am meisten Spaß macht: Mühelos wieselt der Winzling über winkelige Waldwege, schreckt wegen der Geländeuntersetzung auch vor steilsten Anstiegen nicht zurück – und ist mit seinem geringen Gewicht der König auf weichen, wenig tragfähigen Böden, wo größere Allradler rettungslos versacken. Im Gelände ist auch der simple, lediglich starr zuschaltbare Allradantrieb kein Nachteil. Auf der Straße benutzt man ihn lediglich als Anfahrhilfe – danach schaltet man ihn besser ab. Sonst sorgt der Allradantrieb wie bei jedem Zuschalt-Allradler für Verspannungen im Antriebsstrang, ein indifferentes Kurvenverhalten und verlängerte Bremswege.

Erfahrung erfordert jedoch auch die Straßenfahrt mit Hinterradantrieb, wenn sportliches Tempo vorgelegt werden soll. Gibt man zu viel Gas, kann das zackige Kurvenverhalten auf rutschiger Fahrbahn schnell in ruckartiges Übersteuern umschlagen. Die Schwierigkeit dabei: Die Bremswege sind lang und elektronische Fahrhilfen nicht lieferbar.

Technische Daten und Fazit



Fazit Der Suzuki Jimny kombiniert urigen Fahrspaß on- und offroad mit knuffiger Optik und geringen Kosten. Der Turbodiesel unterstreicht diesen Charakter und macht ihn zum sparsamsten Geländewagen der Welt. Wer jedoch ein bequemes Familienauto mit modernen Sicherheitsmerkmalen sucht, liegt falsch.

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