Suzuki Jimny (2012): Fahrbericht

— 07.12.2012

Neues vom Urzeitkrebs

Wer Dinosaurier sehen will, geht ins Museum. Oder zum Suzuki-Händler. Da steht seit Oktober 2012 der "dezent verjüngte" Jimny. Ein winziger Allrad-Würfel mit solidem Offroad-Herz und nicht nachweisbarem Fahrkomfort. Kurz: ein Kerl zum Liebhaben.



Der Suzuki Jimny ist der Urzeitkrebs des Automobilbaus. Viel zu klein, um wirklich bei den Großen mitzuspielen – aber zäh ohne Ende. Nur weil man ein paar Jahre nichts von ihm hört, heißt das noch lange nicht, dass da nichts mehr geht. Wie bei den winzigen Salinenkrebsen aus der Yps-Tüte. Salzwasser drauf, schon legt die Dino-Brut los. Klappt auch bei kleinen Offroadern. Bisschen an der Karosserie gezupft und eine neue Farbe angerührt, dann ist der Suzuki Jimny wieder fit für ein paar Jahre im Gelände. So und nicht anders will das die treue Jimny-Fangemeinde.

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Die Schmutzmatte gehört zum Ranger-Paket, das auch noch eine MagLite und ein massives Trenngitter mitbringt.

© Suzuki / Lena Barthelmeß

Die besteht zwar ganz sicher nicht aus den sich selbst keine Grenzen setzenden Abenteurern, die man sich bei Suzuki ausgedacht hat – lässt aber ansonsten auf ihren zähen Allrad-Würfel nichts kommen. Freizeit-Jäger und Hochgebirgs-Bewohner schwören auf die Qualitäten des Japaners. Geringe Anschaffungs- und Unterhaltskosten, solide Offroad-Technik (zuschaltbarer Allrad, Untersetzung), hohe Wattiefe, großer Böschungswinkel, weiche Karosserie – so was braucht, wer im Alltag gerne mal dort unterwegs ist, wo's keine Straßen gibt. Keine allzu große Zielgruppe, keine Frage. Aber treu und kaum anfällig für den Technik-Spielkram moderner Kraftfahrzeuge – und deshalb beim Jimny genau richtig.
 
Der Suzuki schlägt sich bei unserer Testfahrt in den kroatischen Bergen erwartet souverän. Geröll, Schmodder, Matschlöcher, Kuppen, Kanten – Allrad rein, Lenkrad festhalten, den Rest besorgt der 83 PS-Benziner. Wenn's doch mal klemmt, hilft die Untersetzung. Kurzes Schwätzchen mit dem Beifahrer? Vergessen Sie's. Die Kombi aus ungedämmtem Maschinenraum, Rumpel-Piste und sich knarzend verschränkender Karosserie ist Entertainment genug. Volle Punkte fürs Offroad-Herz des Allrad-Dinos.
Technische Daten und Preise Suzuki Jimny 1.3
Motor Vierzylinder-Ottomotor
Hubraum 1328 ccm
Leistung 63 kW / 86 PS
max. Drehmoment 110 bei 4100 U/Min
Getriebe Fünfgang-Schaltgetriebe / Viergang-Automatik (1200 Euro)
Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
0-100 km/h 14,1 Sekunden
Durchschnittsverbrauch (l/100 km) 7,1 Liter
Grundpreis 15.190 Euro
Starke Nerven braucht, wer auf dem Asphalt ähnlich ambitioniert unterwegs sein will, wie im abseitigen Nirgendwo. Der Jimny steht auf einem klassischen Leiterrahmen. Gut, wenn jedes Rad in einem anderen Loch steckt und es trotzdem geradeaus gehen soll. Schlecht, wenn die Piste glatt und die Kurven zahlreich sind. Im 2WD-Modus wirft sich der Jimny grundsätzlich schräg in jede Kurve, grob auf Kurs gehalten von einer maximal gefühllosen Servolenkung. Das ist zwar alles nicht wirklich gefährlich, für Fahrer moderner Kraftfahrzeuge aber mehr als gewöhnungsbedürftig. Vorwürfe? Im Leben nicht. Vergleichbar konstruierte Allrad-Urviecher fahren sich ähnlich. Vorteil der Leiterrahmen-Konstruktion: Bei einem Leergewicht von keinen 1200 Kilo darf der Suzuki 1300 Kilo ziehen – nicht ganz unwichtig für die Zielgruppe.

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15.190 Euro sind für den Basis-Jimny ("Club") anzulegen, für 1600 Euro mehr gibt's bereits das Topmodell ("Style").  Diesel- oder Cabrio-Versionen sind nur noch als Gebrauchtwagen zu haben. Die absolute Offroad-Grundversorgung. Das reicht, um in der kleinen Allrad-Nische zu überleben. Ganz sicher. Die Yps-Viecher haben die Kurve ja auch wieder gekriegt.
Jochen Knecht

Fazit

Natürlich kann so ein Suzuki Jimny nicht mit den technisch aufgebrezelten Schickimicki-SUVs mithalten, die unsere Innenstädte verstopfen. Soll er aber auch gar nicht. Wer sich einen Jimny ordert, kann mit Lifestyle-Kürzeln nichts anfangen, dafür aber umso mehr mit Begriffen wie Starrachse, Untersetzung oder Wattiefe. Offroad-Profis eben. Die freuen sich weniger darüber, dass es den Jimny jetzt auch in "Breeze Blue Metallic" gibt, sondern viel mehr über die Tatsache, dass der Allrad-Würfel überhaupt noch zu haben ist. Danke, Suzuki. Lasst euch Zeit mit dem Nachfolger!

Fotos: Suzuki / Lena Barthelmeß

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