Suzuki Jimny im Gebrauchtwagen-Test

Suzuki Jimny Suzuki Jimny Suzuki Jimny

Suzuki Jimny: Gebrauchtwagen-Test

— 21.12.2016

Der Kleine hält was aus

Selbst sechs Jahre alte Jimny kosten noch mehr als 50 Prozent ihres Neupreises. Lohnt sich trotzdem der Kauf eines Gebrauchten?

Neuware oder Gebrauchtkauf? Diese Frage stellt sich vor allem bei preisgünstigen Allradlern wie dem Suzuki Jimny. Für rund 15.000 Euro steht der Japaner nagelneu beim Händler. Wer nur die Hälfte bezahlen möchte, muss ein überdurchschnittlich altes Exemplar kaufen. Üblicherweise bekommt man zum halben Neupreis ein vier Jahre altes Auto. Ein Suzuki Jimny zum halben Neupreis ist in der Regel mehr als sechs Jahre alt. Da hat der Suzuki im Schnitt rund 80.000 Kilometer hinter sich. Und schon allerhand erlebt. Denn Jimny-Besitzer gelten nicht als Autoschoner, die ihr Gefährt nur bei Sonnenschein aus der Garage holen. Nein, die meisten der kleinen Suzuki müssen auch bei Neuschnee raus und mit ihren 195 mm Bodenfreiheit oft in Wald und Forst schuften. Und das kostet freilich Substanz. Matsch und Dreck setzen sich an Unterboden und Radkästen fest, halten so Feuchtigkeit und Streusalz lange fest, auch in Trockenperioden.

Gebrauchtwagensuche: Suzuki Jimny

Der Diesel läuft gut, ist aber nur selten zu finden

Die problemlosen 1,3-Liter-Benziner fertigt Suzuki selbst, der von 2004 bis 2009 angebotene Diesel kam von Renault.

Die Pflege- und Wartungsbereitschaft spielt beim Jimny eine große Rolle für die Lebensdauer. Gegen Rost hilft nachträgliche Versiegelung und regelmäßige Hochdruckreinigung der Unterseite nach Geländeeinsätzen. Der drehfreudige 1300er-Benziner ist kaum totzukriegen, es sei denn, es kümmert sich niemand um frisches Öl; bei exzessivem Kurzstreckenbetrieb neigt der Suzuki-Benziner zu Ölschlammbildung. Ölwechsel hilft. Wesentlich seltener findet man einen Jimny mit Dieselmotor. Die laufen gut, weil dem kleinen Suzuki die Drehmomentspritze durch den Turbolader des ab 2004 von Renault zugelieferten Diesels guttut. Doch die Jimny-Interessenten kauften mehrheitlich den Benziner. Denn nur für ausgesprochene Vielfahrer lohnte sich der Diesel, der bei Steuern, Versicherung, Wartung und auch Kaufpreis erheblich teurer war. Deshalb und wegen strengerer Abgasgesetze nahm Suzuki ihn 2009 wieder aus dem Programm.
Überblick: News und Tests zum Suzuki Jimny

Lange Strecken im Jimny sind nur was für Hartgesottene

Wacker: Unser Jimny mit 1.3-Benziner schafft es bereits in der Ebene auf Tempo 155. Die Geräuschentwicklung dabei ist allerdings ohrenbetäubend.

Diesel oder Benziner – ein Langstreckenfahrzeug ist der Jimny nicht. Obwohl einige Besitzer ungerührt 30.000 Kilometer oder mehr pro Jahr damit abspulen. Doch da muss man schon hart im Nehmen sein. Denn Komfort ist nicht die Stärke des kleinen Suzuki: Das Starrachsfahrwerk hopst emsig, die Motoren tönen laut, und das schlicht gestrickte Fahrwerk mit seiner schmalen Spur erfordert ein gerüttelt Maß an Konzentration bei höherem Tempo. Der Hersteller gibt ja seit 18 Jahren eine Höchstgeschwindigkeit von vorsichtig angesetzten 140 km/h an. Unsere Messungen belegen, dass der Jimny mit dem 1.3-Benzinmotor aber bereits in der Ebene echte 155 km/h schafft – bei ohrenbetäubenden 5500 Touren allerdings. Dem Motor macht das auch nach 200.000 Kilometern nichts aus. Die Wasserpumpe hält dagegen selten länger als die Hälfte dieser Distanz. Ebenso wie der – allerdings billige – Anlasser.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Lenkungsflattern ist nicht einfach abstellbar

Ein eigenes Kapitel muss man der Vorderachse des Jimny widmen. Die ist an sich stabil und hält auch verschärften Geländebetrieb aus. Aber sie benimmt sich dafür auf der Straße nicht selten daneben. Schon konstruktiv ist sie kein Muster an Präzision. Dazu kommt zum einen ihre Empfindlichkeit gegenüber nicht hingebungsvoll ausgewuchteten Rädern oder Reifen und Felgen mit auch nur leichtem Höhen- oder Seitenschlag. Das ist typisch für Autos mit vorderer Starrachse und kann zum berüchtigten Lenkungsflattern führen, bevorzugt zwischen 70 und 110 km/h. Lenkradfesthalten hilft nicht, nur Tempoabbau. Präzises Auswuchten der Räder, frische Fahrwerksbuchsen und notfalls ein nachgerüsteter Lenkungsdämpfer sollten das Phänomen eindämmen.

Jimny-Fahrer sind offenbar zufriedene Autobesitzer. Denn sie haben außer Rost (21 Prozent) und dem geringen Komfort (16 Prozent) kaum etwas zu bemängeln. Auch die Suzuki-Werkstätten erhalten gute Noten – von 90 Prozent! Der Preis für eine große Inspektion wird mit durchschnittlich 380 Euro angegeben. Toll ist auch die Wiederkaufquote. 64 Prozent wollen wieder zum Jimny greifen. Dazu profitiert Suzuki von zusätzlich 17 Prozent, die auf den nicht so geländetauglichen, aber komfortableren Vitara umsteigen wollen. Die Abwanderer (10 Prozent) gehen zu Jeep und Land Rover.

Was beim gebrauchten Suzuki Jimny Ärger machen kann und auf welche Mängel man beim Kauf achten sollte, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Suzuki Jimny im Gebrauchtwagen-Test

Suzuki Jimny Suzuki Jimny Suzuki Jimny
Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Der Jimny ist nicht nur überdurchschnittlich geländetauglich, er hält auch auf vielen tausend Kilometern tapfer durch. Trotzdem kann man den Gebrauchtkauf kaum empfehlen. Denn die geforderten Preise sind meist zu hoch. Lieber neu kaufen.

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