Suzuki Kizashi: Fahrbericht

Suzuki Kizashi Suzuki Kizashi

Suzuki Kizashi: Fahrbericht

— 06.10.2010

Mit Rasse in die Mittelklasse

Weg mit dem Langweiler-Image: Suzuki stürmt mit dem Kizashi in die Mittelklasse. Das knackig gezeichnete Stufenheck soll es mit Skoda Octavia und Opel Insignia aufnehmen und protzt mit Vollausstattung für 26.990 Euro.

Kizashi? Das klingt exotisch und ist es auch. "Vorbote großer Dinge" bedeutet der Name des neuen Suzuki-Flaggschiffs. So viel Selbstbewusstsein sind wir von den Japaner eigentlich gar nicht gewohnt. Mal sehen, was die 4,65-Meter-Limousine im Alltag zu bieten hat. Erster Kizashi-Spielplatz: die Eifel. Feinste Serpentinen, güldenes Oktoberlicht und mehr als 25 Grad Lufttemperatur – eine Umgebung wie gemacht für ambitionierten Sportspaß, den nicht nur das dynamische Design des Suzuk verspricht. 178 PS aus 2,4 Litern Hubraum – da geht doch was. 

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Der Kizashi will im Revier von Skoda Octavia, Opel Insignia und Seat Exeo wildern.

Da geht tatsächlich was. Das betont straff abgestimmte Fahrwerk lässt keine Zweifel aufkommen, dass die Japaner das mit der Kernzielgruppe "Männer im Alter 30 Plus" extrem ernst gemeint haben. Ob die Kombination aus Sportfahrwerk und strammen 18-Zoll-Rädern vielleicht doch etwas zu unkomfortabel ist, wird sich zeigen. Viel wichtiger als eine Wohlfühl-Federung ist die richtige Karosserieform. Normalerweise kaufen die Mittdreißiger nachwuchsbedingt Kombis – und schauen da beim Kizashi in die Röhre. Ein Jammer. Wo doch auch der Rest des Autos durchaus Spaß macht. Die Lenkung setzt Lenkbefehle sportlich direkt um. Ihr Manko ist das Fehlen von sensiblem Fahrbahn-Feedback. Gut dosierbare und standfeste Bremsen runden den sportlichen Gesamteindruck ab.

Suzuki Kizashi: Geschwindigkeits-Rekord

Ein 2,4-Liter-Saugmotor mit 178 PS und 230 Nm. Leider ist er nicht wirklich spritzig.

Nächster Haken: Suzuki hat für den Kizashi nur einen Motor im Regal – einen Sauger mit 2,4 Litern Hubraum, 178 PS und 230 Newtonmetern Drehmoment. Weitere Benziner oder gar ein Diesel sind auch in Zukunft nicht geplant. Vor allem der fehlende Selbstzünder ist in der Mittelklasse ein echtes K.o.-Kriterium – auch wenn der 178-PS-Vierzylinder keine schlechte Besetzung ist. Im Drehzahlkeller tut sich der Sauger etwas schwer mit der 1,5-Tonnen-Limousine – mit zunehmender Drehzahl wird's dann aber spaßig. Kurze Schaltwege vermitteln dabei ein sportliches Gefühl. Ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe folgt erst ab Januar 2011 und wird dann im 3000-Euro-Paket mit Allradantrieb angeboten.

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Der Innenraum des Kizashi gefällt, in Sachen Ergonomie gibt's nichts zu meckern. Alle Schalter sind gut bedienbar und sinnvoll platziert. Einzig die elektrisch einstellbaren Ledersitze (Serie!) mit zu kurzer Beinauflage und dem nicht vorhandenen Seitenhalt nagen am Komforteindruck. Die fehlende Höhenverstellung des Beifahrersitzes – geschenkt! Im Fond lümmeln Passagiere bis 1,80 sehr komfortabel – 2,70 Metern Radstand machen's möglich. Über 1,80 Meter wird die Luft über der Frisur dann aber doch recht dünn. Wer zu fünft reisen möchte, braucht einen schlanken Mittelmann, der mittlere Sitz ist recht schmal geraten.

Volle Hütte: Die Ausstattung des Kizashi ist Komplett. Nur für Metalliclack kann man 490 Euro extra zahlen.

Die Materialien des Innenraums sind nicht ganz so hochwertig wie in den erklärten Konkurrenten Skoda Octavia, Opel Insignia oder Seat Exeo – dafür aber sauber verarbeitet. Das serienmäßig verarbeitete Leder wirkt aber etwas dünn. Dafür ist der Kizashi voll mit Extras – 18-Zoll-Alus, Leder-E-Sitze, Multifunktionslenkrad, Xenonlicht, Schiebedach und Parkpiepser sind an Bord. Metalliclack in vier Variationen zu je 490 Euro bleibt der einzige Punkt auf der Aufpreisliste. Ein Navi ist nur aus dem Zubehörkatalog zu ordern: Auf Wunsch rüstet Suzuki ein Pioneer-Gerät für rund 1000 Euro plus Einbau nach. Bei unserer Testfahrt überzeugte dies aber nicht. Die Positionsbestimmung dauerte ewig und die Kartendarstellung war buchstäblich neben der Spur. Der Sound des integrierten Radios dafür aber gut.
 
Fazit: Die Mittelklasse ist Neuland für Suzuki – entsprechend viel haben sich die Japaner vorgenommen. Das Kizashi-Debüt übrzeugt, für knapp 27.000 Euro bekommt man eine top ausgestattete Limousine, die kaum einen sportlichen Vergleich zu scheuen braucht. Mehr als eine Randerscheinung wird das Suzuki-Flaggschiff in der Mittelklasse dennoch nicht werden. Fehlende Diesel-Alternativen und die Abwesenheit einer Kombi-Variante werden dem Suzuki viele Freunde kosten.

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