Suzuki Kizashi/Skoda Octavia RS
— 09.12.2010GTI für die ganze Familie
Der neue Suzuki Kizashi fordert den Skoda Octavia RS heraus: Welcher von beiden bringt flotte Väter besser auf Touren? AUTO BILD hat die beiden Familien-GTI verglichen.
Überblick: Alle News und Tests zum Suzuki Kizashi
Altmeister Octavia ist teurer, lockt gegenüber dem Suzuki allerdings mit Turbo-Feuer, 22 PS mehr und zusätzlichem Nutzwert. Trotz Heckleitwerks und roten Bremssätteln behält auch der RS die Alltagstugenden der Tschechen-Limousine fest im Blick. Sein 560 Liter großer Kofferraum lässt sich durch die weit öffnende Heckklappe bequem beladen und wächst nach Umklappen der Rücksitzlehnen auf gigantische 1420 Liter. Da kann der Kizashi nicht mithalten. Für seine tiefe, im hinteren Bereich gewölbeartige Gepäckhöhle (461 Liter) muss er sich zwar nicht schämen, findet aber im Octavia seinen Meister. Größe zeigt der Japaner kurioserweise dort, wo man es bei Autos seiner Gattung nicht unbedingt erwartet: auf der Rückbank. Dass die üppig gepolsterte Ledergarnitur genauso breit und bequem ausfällt wie die Vordersitze, ist ebenso ungewöhnlich wie einladend. Überraschend auch, dass der Suzuki im Fond noch mehr Kniefreiheit bietet als der Octavia – schon der ist schließlich in der zweiten Reihe nicht gerade knapp geschnitten.Überblick: Alle News und Tests zum Skoda Octavia
Etwas enger gesteckt als bei den Tschechen war bei Suzuki offenbar der Kostenrahmen für die Innenarchitekten. Auf der Armaturenträger-Oberseite bleckt der Kizashi einfaches Hartplastik. Im Octavia RS freuen sich die Fingerkuppen über feinen Softkunststoff. Dass der Suzuki innen dennoch ziemlich edel wirkt, liegt vor allem am serienmäßigen Ledergestühl. Die bequemen Sessel könnten allerdings mehr Seitenhalt vertragen. Im Octavia nehmen die Sportschalen mit eingestanztem RS-Logo den Körper konsequenter in die Zange. Wer den griffigen Lenkradkranz gepackt hat und auf der Tachoskala die großspurige Zahl "270" erblickt, der will hier nur noch eines: Gas geben. Auf geht’s! Skodas Turbo-Vierzylinder, ein VW-Gewächs, lässt sich nicht lange bitten und bläst ohne Leistungs-Loch sofort zum Angriff. Beim Spurten liefert er spontanen, explosiven Druck. Wer es eher gemütlich mag, surft entspannt auf der Drehmomentwelle. Cremig groovt der Zweiliter-Direkteinspritzer durch das Drehzahlband, immer bereit, bei Bedarf sofort wieder auf Attacke umzuschalten. Selbst jenseits von 200 km/h ist noch Druck auf dem Kessel – zielstrebig eilt die Tachonadel der 250 entgegen.Nicht unflott, aber mit deutlich milderem Charakter präsentiert sich der Kizashi. Hubraum statt Lader lautet die Devise – zwar leistet sich sein 2,4-Liter-Sauger untenherum keinen fühlbaren Durchhänger, obwohl er seine maximalen 230 Newtonmeter erst bei 4000 Umdrehungen auftürmt. Der kultivierte Vierzylinder mit dem vielversprechend dunklen Klangbild reagiert jedoch verhaltener auf Gasbefehle, und auch die Stoppuhr zeigt, dass er bei Elastizität im großen Gang gegenüber dem Octavia RS deutlich zurückfällt. Unsportlich ist der Kizashi keineswegs. Nur kein ganz so ausgekochter Brenner wie der Skoda, der mit 8,2 Litern trotz besserer Fahrleistungen sogar drei Zehntelliter weniger verbraucht. Man muss im Octavia aber nicht ständig auf der letzten Rille geigen. Die Lenkung geht den direkten Weg. Beim Kurvenräubern auf der Hausstrecke wirkt sie als gefühlvoller, zielgenauer Freudenspender, ruht um die Mittellage allerdings genügend in sich selbst, um kleine Ausschläge bei zügiger Autobahnfahrt nicht in nervöses Zickzack ausarten zu lassen – so gehört es sich bei einem Alltags-Sportler.
Der Suzuki steckt Fahrbahnschäden feinfühliger weg als der Skoda
Das Suzuki-Steuer verzichtet auf das letzte Quäntchen Schärfe, reagiert auf Befehle etwas lässiger und liefert weniger Rückmeldung. Dafür rastet die Schaltung im Kizashi ähnlich präzise wie im Skoda. Nur die Wege könnten kürzer sein. Auf der flotten Feierabendrunde überzeugt der Octavia mit jener straffen Trittsicherheit, die wir von einem kurvenfreudigen Schnellfahrer-Auto erwarten. Schön, dass er den Komfort dabei nicht völlig ausblendet. Querfugen und Gullydeckel erreichen die Bandscheiben zwar als kurzen, trockenen Stoß, bleiben aber diesseits der Bekömmlichkeitsgrenze. Somit lassen sich auch lange Strecken überstehen, ohne dass ein Chiropraktiker einschreiten muss. Der Kizashi steckt Fahrbahnschäden feinfühliger weg, arbeitet bei schnellen Schlenkern aber stärker in den weicher ausgelegten Federn. Dennoch kommen Sportfahrer auf ihre Kosten, denn Suzuki hat den Schleuderwächter ESP nicht als Spaßkiller ausgelegt. Die Elektronik lässt dem Japaner im Grenzbereich eine lange Leine. Bei Gaslupfern dreht sich das Heck sanft ein und "hilft" dem Fahrer um die Kurve.Beim Skoda liegt das Limit höher. Auf Lastwechsel reagiert er ähnlich, allerdings nicht ganz so ausgeprägt. Der Turbo zerrt jedoch manchmal so heftig, dass trotz elektronischer Differenzialsperre ein Teil der Kraft am kurveninneren Vorderrad verraucht. Mit 26.900 Euro ist der Suzuki angesichts seiner sehr üppigen Ausstattung ein Schnäppchen. Einziges Extra: Metalliclack für 490 Euro. Wer allerdings etwa ein Navi möchte, muss sich auf dem Zubehörmarkt umsehen. Auch Skoda macht flotten Familienvätern mit dem Octavia RS (27.640 Euro) ein faires Angebot, bietet zudem eine größere Auswahl an Sonderausstattungen. Durch die Anbindung an den üppig bestückten Technikbaukasten der Konzernmutter VW gibt es für den Octavia so gut wie alles, was gut ist – zuweilen dann aber auch teuer.
| Fahrzeugdaten | Skoda | Suzuki |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen/Kette | Kette |
| Hubraum | 1984 cm³ | 2393 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 147 (200)/5100 | 131 (178)/6500 |
| Nm bei 1/min | 280/1800 | 230/4000 |
| Vmax | 242 km/h | 215 km/h |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 225/40 R 18 Y | 235/45 R 18 W |
| Radgröße | 7,5 x 18" | 8 x 18" |
| Abgas CO2 | 175 g/km | 183 g/km |
| Verbrauch* | 10,2/5,9/7,5 l | 10,6/6,3/7,9 l |
| Tankinhalt | 55 l/Super plus | 63 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 72 dB (A) | 70 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1400/650 kg | 1700/720 kg |
| Kofferraumvolumen | 560–1420 l | 461 l |
| Preis | 27.640 Euro | 26.900 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | ||
| Messwerte | Skoda | Suzuki |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 2,6 s | 3,1 s |
| 0–100 km/h | 7,3 s | 8,5 s |
| 0–130 km/h | 11,1 s | 14,0 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h | 5,6 s (4. Gang) | 9,0 s (4. Gang) |
| 80– 120 km/h | 9,6 s (6. Gang) | 16,9 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1462/453 kg | 1476/524 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 60/40 % | 60/40 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,9/10,9 m | 12,2/11,9 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 37,7 m | 38,5 m |
| aus 100 km/h warm | 36,3 m | 38,6 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 58 dB (A) | 57 dB (A) |
| bei 100 km/h | 64 dB (A) | 65 dB (A) |
| bei 130 km/h | 72 dB (A) | 70 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 8,2 l SP – 194 g/km | 8,5 l S – 202 g/km |
| Reichweite | 670 km | 730 km |
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Kommentare zum Artikel (47)
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ja und ich hab ihn bald :)
Sagen Sie, ist der Kaufpreis des Octavia Ausstattungsbereinigt? Der Kizashi wird doch nur mit "voller" Lutzi angboten? Sagen Sie, wird in den Octavia nicht SuperPlus getankt? Sagen Sie, kann man nicht an den Kizashi nicht 1700kg Nutzlast anhängen?
Schönheit und Nutzwert liegt in an den Sachen die für einen besonderes wichtig sind.
Ich bin zwar Deutscher, nur halte ich es wie die Ami´s....billig müßen die Kisten sein....so billig das man sich aller 3 jahre was neues kaufen kann.....hält die wirtschaft in schwung....
Ich liebe Autobild *rofl*
Fahre seit Okt. 2009 einen neuen Skoda Octavia RS mit 200PS. Meiner erster Skoda und ich kann nur sagen, dass ich von dem Fahrzeug begeistert bin. Ich fuhr vorher einen neuen Passat TDI und habe den Wechsel zu Skoda nicht bereut. Hatte erst einen neuen Audi A4 Avant mit 211 PS im Auge. Der hätte aber mit vergleichbarer Ausstattung ca. 15.000 Euro mehr gekostet. Lachhaft. Wie bereits erwähnt, hat Auto-Bild schlecht recherchiert, da der Skoda nur Super und nicht mehr Super Plus braucht.
Deshalb fährt man Autos aus dem VW-Konzern nur als Dienstwagen ;-) Dreimal stand der "tolle Passat" innerhalb der Nutzungszeit für eine längere Dauer in der Werkstatt (Motor).
Was nach den 100000 km Nutzung mit den Autos passiert (Ablösung Softlack im Innenraum) muß ich dann wenigstens nicht mehr sehen.
Privat fahren wir (meine Freundin und ich) einen Japaner. Leider konnte ich mir bisher noch keinen Subaru Lagacy als Dienstwagen aussuchen. Obwohl mich dieser bei der AMI extrem überzeugte. Der Kizashi lohnt sich mangels Diesels (kommt noch) und fehlender Autogasfreigabe noch nicht.
Beides sind ansprechende Fahrzeuge. Wenn man das Fahrzeug nur vier bis fünf Jahre fahren möchte, sollte man den Skoda vorziehen. So ca. ab dem 5. Jahr beginnt der angeblich hochwertige Softlack vermehrt abzuplatzen und das sieht dann nicht mehr sehr schön aus. Warum lernt man beim VW-Konzern nicht mal aus den Problemen der Vergangenheit und stellt die unsinnige Beschichtung stark griffbeanspruchter Fläche, z.B. Türverkleidungen, Fensterheber ein? Aber vielleicht soll ja wieder mal der Fahrer Testpilot spielen.