Suzuki Snow Camp 2006

Suzuki Snow Camp 2006 Suzuki Snow Camp 2006

Suzuki Snow Camp 2006

— 18.12.2006

Das 4x4 der Berge

Im Winter geht es bei Suzuki hoch her: Die Allrad-Modelle dürfen zeigen, was sie draufhaben. Beim Snow Camp in den österreichischen Alpen.

Wer den Winter in dieser Saison finden möchte, der muss schon hoch hinaus. Und selbst das ansonsten von Ende November bis Mai absolut schneesichere Kühtai in über 2000 Metern Höhe bietet 2006 keine Garantie für die weiße Pracht: Kurz vor Beginn des alljährlichen Suzuki Snow Camps ein Alpenpanorama voller brauner Hänge bei Temperaturen deutlich über Null Grad. Aber irgendwie haben die Japaner wohl einen guten Draht nach oben – bevor es richtig los geht, hält der Winter dann doch noch Einzug.

Und das ist gut so. Denn schließlich sollen die Suzuki-Allradmodelle zeigen, was sie unter widrigen Bedingungen taugen. In diesem Jahr gehen der Jimny, der Swift, der Grand Vitara und der SX4 ins Rennen über die Bergstrecke und durch die beiden Dynamikparcours. "Die Teilnehmer sollen die Vorteile der unterschiedlichen Antriebssysteme kennen lernen", sagt Axel Seegers, PR-Manager Suzuki Deutschland, bei der Begrüßung. Und wie unterschiedlich die ausgelegt sind, wird in einem kurzen Workshop klar. Da geht es um elektronische Lamellenkupplungen (SX4), Viscokupplungen (Swift), starre Verbindungen (Jimny) oder Systeme mit limitiertem Schlupf (Grand Vitara).

Alles graue Theorie das. So richtig erfahrbar sind die Systeme nur, wenn die Autos rollen – also ab auf die Piste. Erster Teil der Allrad-Schule ist die Bergstrecke mit lockerem Schnee auf vereistem Untergrund. Kein leichtes Terrain auch für einen Ritt auf vier angetriebenen Rädern. Die holprige Tour macht den Teilnehmern trotzdem Spaß. Erstens weil sich die Autos wider Erwarten doch nicht festfahren und zweitens, weil jeder seine Geschwindigkeitsgrenze bei jedem neuen Anlauf ein wenig nach oben verschiebt. Größere Schäden bleiben trotzdem aus: Irgendjemand testet die Außenspiegelverkleidung des Grand Vitara an einem hölzernen Streckenbegrenzungspfosten – und zerschmettert beides.

Monte-Carlo-Feeling als Bonbon

Dank elektronischem Allradantrieb gut für den Schnee gerüstet: der SX4.

Erstaunlich gut gerüstet für die Verhältnisse zeigt sich der SX4 mit seinem elektronisch geregelten Allradantrieb. Der jüngste Sproß der Suzuki-Familie wühlt sich kompromisslos die Berge hoch, wie man es eigentlich vom Arbeitstier Grand Vitara erwarten würde. Dessen Dieselmotor verlangt aber etwas vorausschauenderes Fahren, will bei Laune – sprich: Drehzahl – gehalten werden. Geht's unter 2000 Touren ist der Dampf aus dem Motorblock. Dem gegenüber steht allerdings die Geländeuntersetzung und die zuschaltbare Differenzialsperre. Fast unmöglich, sich damit festzufahren. Mit dem Jimny sowieso – eine ehrliche und kompromisslose Kiste, die vor allem im Gelände zu Hause ist und dort auch am meisten Spaß macht. Und der letzte im Bunde? In der Bodenfreiheit etwas limitiert, gelingt es auch dem Swift, die Bergaufgaben zur Freude der Teilnehmer zu meistern.

Seine große Stunde schlägt vor allem auf den Dynamikflächen. Klein, leicht, wendig und in der Sport-Version mit schön viel Dampf unter der Haube lässt es sich mit dem Swift schon im Serientrimm elegant um die Pylonen driften. Aber das Suzuki Snow Camp ist eben nicht nur ein Allrad-Workshop, sondern auch eine Leistungsschau. Heißt: Jeder Teilnehmer darf den kleinen Japaner auch als Sportgerät ausprobieren. Mit etwas mehr als den serienmäßigen 125 PS und Spikebereifung kommt in dem ausgeräumten Innenraum unter dem Überrollkäfig echtes Rallye-Feeling auf.

Höllentrip: Rallye-Profi Nicki Schelle zeigt, was mit dem Swift geht.

Und wer glaubt, er hätte den kleinen Japaner tagsüber am Limit bewegt, darf sich am Abend – auf dem Beifahrersitz festgezurrt – von Nicki Schelle eines Besseren belehren lassen. Der Profi prügelt das Sportgerät mit Vollgas über die enge, von der Scheinwerfer-Armada perfekt ausgeleuchtete Schneepiste im permantenten Drift durch den Wald. Und hat dabei sogar noch Zeit, auf die vorbeirasenden Lichter im Tal hinzuweisen, die er als Innsbruck erkennt. Bis die Teilnehmer soweit sind, müssten sie wohl noch dreißig bis vierzig Snow Camps besuchen. So nehmen sie die Erkenntnis mit, dass es nachts bei der Rallye Monte Carlo wohl doch nicht so dunkel sein muss, wie vermutet. Und dass zu einem Allradantrieb immer auch ein guter Fahrer gehört – vor allem, wenn man sich im Extrem bewegt.

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