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Suzuki SX4 S-Cross: Kaufberatung

Cross geworden

Mit der Zusatzbezeichnung S-Cross distanziert sich der neue Suzuki SX4 vom weiterhin angebotenen Vorgänger, den er nicht nur in der Länge überragt. Der auf Wunsch allradgetriebene Kompaktwagen ist ein talentiertes Familienauto.
Das Segment der kleinen SUV ist eines der wenigen prosperierenden in einem insgesamt rückläufigen deutschen Neuwagenmarkt. Suzuki kennt sich hier bestens aus, die kleinen Kraxler der Baureihen LJ, SJ, Jimny oder Vitara waren gefühlt irgendwie schon immer da (tatsächlich feierte der LJ80 sein Deutschland-Debüt auf der IAA 1979). Da von einem Kompakt-SUV echte Geländegängigkeit heute jedoch kaum noch verlangt wird, dafür jedoch guter Fahrkomfort auf der Straße, haben die Japaner jüngst das Crossover-Modell SX4 neu aufgelegt. Unter der Zusatzbezeichnung S-Cross ergänzt es den anno 2006 in Kooperation mit Fiat lancierten Vorgänger, der als preisgünstiger SX4 Classic weiterhin angeboten wird. Auch das Fiat-Derivat Sedici bleibt bis auf Weiteres im Handel, wohingegen es vom neuen Modell keinen italienischen Ableger mehr gibt. Alter wie neuer SX4 laufen im ungarischen Werk Esztergom vom Band.

Der SX4 S-Cross streckt sich um 15 Zentimeter auf 4,30 Meter

Technisch basiert der S-Cross auf dem Vorgänger, wuchs in der Länge jedoch um 15 Zentimeter, wovon zehn Zentimeter auf den Radstand entfallen – die Hintensitzenden genießen mit einem Plus von vier Zentimetern nun reichlich Beinfreiheit. Gleichzeitig wurde die Karosserie etwas flacher, die Kopffreiheit ist jedoch vollkommen ausreichend. Nur in der Topausstattung Comfort+ wird es aufgrund des Panorama-Glasschiebedaches über dem Scheitel der Fondpassagiere etwas knapp. Den größten Zuwachs erfuhr das Kofferraumvolumen: Passten beim Vorgänger nur 270 bis 1045 Liter ins Heck, flutschen nun respektable 430 bis 1269 Liter über die niedrige Ladekante. Pluspunkte im Kapitel Variabilität sammelt der Suzuki dank variablem Kofferraumboden und neigungseinstellbaren Rückbanklehnen. Das funktionale Cockpit ist sauber verarbeitet, die Vordersitze sind auch für große Menschen passend dimensioniert und angenehm straff gepolstert, könnten allerdings noch einen Tick mehr Seitenhalt verleihen. Die Rundumsicht aus der leicht erhöhten Sitzposition ist gut.

Video: SX4, Countryman, Trax

Kompakt-SUVs im Test

Neben dem vom Vorgänger bekannten 1,6-Liter-Saugbenziner, dem man seine 120 PS einzeln abringen muss, da sein maximales Drehmoment bescheiden aus- und erst bei hoher Drehzahl anfällt, gibt es einen 1,6-Liter-Diesel, den Suzuki bei Fiat einkauft. Dieser ungleich empfehlenswertere Motor stemmt mehr als das doppelte Drehmoment bei weniger als der halben Drehzahl ins exakt schaltbare Sechsganggetriebe. Nach Überwindung eines kleinen Turbolochs gefällt der Selbstzünder mit gutem Durchzug und ausreichenden Kraftreserven für volle Beladung. Sein Verbrauch pendelt sich in der Praxis bei rund sechs Liter pro 100 Kilometer ein. Ein Automatikgetriebe ist für den Selbstzünder nicht verfügbar, wohingegen der durchzugsschwache Benziner alternativ zur Fünfgang-Handschaltung mit einer stufenlosen Automatik (1500 Euro Aufpreis) angeboten wird. Dieses CVT-Getriebe, das auch über einen manuellen Modus mit künstlich programmierten Gängen verfügt, ist nur empfehlenswert, wenn man auf eine Automatik angewiesen ist oder sich vorwiegend im Stadtverkehr bewegt. Auf Landstraße oder Autobahn hingegen sägen der bei jeder Gaspedalbewegung aufheulende Motor sowie die hohen Dauerdrehzahlen am Nervengerüst. Weiterer Nachteil der CVT-Version: Sie muss ohne das sonst serienmäßige Stopp-Start-System auskommen.

Für 1700 Euro Aufpreis gibt's Allrad für alle

Der Allradantrieb des S-Cross ist eine Hang-on-Konstruktion mit Lamellenkupplung und vier wählbaren Modi.

In der Basis frontgetrieben, sind alle Modelle gegen 1700 Euro Aufpreis auch mit Allradantrieb erhältlich. Das Allradsystem arbeitet wie bisher nach dem für quer eingebaute Frontmotoren üblichen Hang-on-Prinzip. Es verzichtet also auf ein zentrales Differenzial und bindet die Hinterachse nur bei Bedarf per Lamellenkupplung in das Geschehen ein. Neu ist beim SX4, dass sich für die Lamellenkupplung vier Modi vorwählen lassen: Im Modus "Auto" fährt man verbrauchsoptimiert, nur bei auftretendem Schlupf hilft die Hinterachse den primär angetriebenen Vorderrädern. In "Sport" reagiert das System auch ohne Schlupf auf Gaspedalbewegungen, der Wagen wird durch mehr Drehmoment an der Hinterachse kurvenfreudiger. In "Snow" fährt man traktionsbetont, die Hinterachse ist schon bei sanftem Anfahren dabei, wohingegen "Lock" eine quasi-starre Kraftverteilung für, sagen wir mal, das Slippen eines Bootes herstellt (eine Anhängerkupplung ist als Händlerzubehör für rund 400 Euro zuzüglich Montage erhältlich). Es dürfte also weniger an mangelnder Traktion als vielmehr an der mit 17 Zentimetern limitierten Bodenfreiheit liegen, dass man um gröberes Gelände einen Bogen machen sollte. Für schlammige Feldwege oder frisch verschneite Straßen reicht's jedoch allemal.

Ausgewogene Fahrwerksabstimmung und präzise Lenkung

Bei unseren ausgedehnten Testfahrten auf der Straße hinterließ der S-Cross einen guten Eindruck: Die Lenkung arbeitet präzise und vermittelt genügend Fahrbahnkontakt. Die Fahrwerksabstimmung geriet angenehm straff, sodass auch kurviges Geläuf flink, sicher und schlimmstenfalls untersteuernd genommen werden kann. Der Federungskomfort blieb dabei keinesfalls auf der Strecke, nur kurze Stöße oder Querfugen dringen gelegentlich bis zu den Passagieren.

Preise Suzuki SX4 S-Cross
1.6 4x2/1.6 4x2 CVT 1.6 4x4/1.6 4x4 CVT 1.6 DDiS 4x2 1.6 DDiS 4x4
ab 19.490/ab 22.790 Euro ab 22.900/ab 24.490 Euro ab 21.690 Euro ab 25.190 Euro
Drei Ausstattungslinien sind erhältlich. Die Basis "Club" ist mit sieben Airbags, Reifendruck-Kontrollanzeige, Klimaanlage, CD-Radio, vier Fensterhebern, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln und Tempomat bereits erfreulich gut ausgestattet; beim Dieselmodell ist ferner eine Sitzheizung serienmäßig. Außer dem Metalliclack zu wohlfeilen 500 Euro sind aber keine weiteren Optionen verfügbar. Zum Aufpreis von 1800 Euro erhält man mit der Ausstattung "Comfort" zusätzlich unter anderem Leichtmetallräder, eine Klimaautomatik, Sitzheizung (Benziner) und Nebelscheinwerfer. Und Comfort+ lockt für 3800 Euro mit einem riesigen Panorama-Glasschiebedach, Ledersitzen, Navigationssystem, Rückfahrkamera und Bi-Xenonscheinwerfern. Assistenzsysteme oder Internetanschluss sucht man im SX4 allerdings vergeblich. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis offeriert der frontgetriebene Diesel in der Grundausstattung Club zu 21.690 Euro. Wir würden einen schicken Metalliclack dazubestellen und uns vielleicht noch vom Händler eine Einparkhilfe fürs Heck installieren lassen (184 Euro plus Einbau) – und fertig ist der SX4. Denn auch mit Frontantrieb kann man sich durch Matsch und Schnee kämpfen. Die echten Geländewagen Jimny und Grand Vitara bleiben übrigens weiterhin im Programm. Und für 2015 hat Suzuki ein vollkommen neues, geländetaugliches SUV angekündigt.
Weitere Infos zum Suzuki SX4 S-Cross und seinen Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie.

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Florian Neher

Fazit

Der Suzuki SX4 S-Cross ist ein gelungenes Allzweckauto ohne eklatante Schwächen – von fehlenden Assistenzsystemen einmal abgesehen. Platzangebot, Fahrverhalten, Komfort und Qualität sind ohne Fehl und Tadel, die Serienausstattung schon beim Basismodell gut. Unser Tipp: Verzichten Sie auf den Allradantrieb, und wählen Sie den kräftigen Diesel in der Grundausstattung.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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