Suzuki Vitara (1988-1998)

Suzuki Vitara (1988-1998)

— 30.07.2003

Kleiner Sonnenschein

So kann man sich tuschen: Der kleine Suzuki Vitara ist kein Spielzeugauto, das nur in zarter Damenhand berlebt. Der hlt richtig was aus und kostet bei der Anschaffung und im Unterhalt wenig.

Fahrwerk und Qualitt

Geben Sie es ruhig zu: Auch Sie dachten, dass der kleine Suzuki Vitara kein richtiger Allradler sei, sondern ein zerbrechliches Hpferchen, das mhsam und mit hohem Reparaturaufwand die 50.000-km-Marke berwindet. Wenn Sie darber nur schmunzeln, sind Sie ein Kenner und wissen, dass die Kleinen von Suzuki ganz gro sind, wenn es um mechanische Zuverlssigkeit und Langlebigkeit geht.

Gebrauchtwagensuche: Suzuki Vitara



Der seit 1988 gebaute Vitara macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil, er ist besonders robust. Die Motoren, egal welcher, nehmen selbst ruppige Behandlung mit viel Kurzstreckenverkehr oder Dauervollgas nicht bel. Die Lenkung hlt sogar die hufig praktizierte Unsitte aus, wuchtige Breitrder zu montieren. Der Geradeauslauf ist dann zwar dahin, aber weder Lenkgelenke noch Vorderradaufhngung werden dadurch frhzeitiger verschlissen.

Kein langes Leben hat die Auspuffanlage. Besonders im Kurzstreckenbetrieb hlt sie selten lnger als drei Jahre. Oft erst bei der nchsten Hauptuntersuchung sorgt die Handbremse fr rger. Deren Bettigungsseile am Wagenboden verrotten zgig. Da hilft nur regelmiges Schmieren und regelmige Benutzung der Handbremse.

Motor und Karosserie

Schden am Allradantrieb finden sich selbst bei Exemplaren mit weit ber 200.000 Kilometer auf dem Tacho nur in Ausnahmefllen. Selbst grober Gelndebetrieb in Wald- und Bergland lsst den leichten Suzuki weitgehend unbeeindruckt. Schwerwiegende Korrosion ist ebenfalls kein Thema. Der stabile Rahmen rostet auch nach zwlf Jahren nicht durch, die Karosserie braucht allerdings etwas Pflege. Suzuki hat zwar per Versiegelung vorgesorgt, allerdings gibt es ein paar neuralgische Stellen, die nur mit Nachbehandlung von der braunen Seuche verschont bleiben: die Unterkanten der Tren, die Bodenbleche und vor allem das Heck. Dort sind es speziell die Hohlrume vor den Heckleuchten, deren Ablaufffnungen im Spritzwasserbereich der Hinterrder liegen.

Zu den verkaufsstarken Zeiten des Vitara Mitte der 90er Jahre orderten die Suzuki-Kunden hufig die Cabrio-Version. Das Verdeck lsst sich fr Gelndewagen-Verhltnisse recht flott ffnen und schlieen, hlt aber nur bei intensiver Pflege lnger als sieben Jahre. Zuvor werden meist die Folienscheiben milchig oder gar brchig, besonders bei Exemplaren, die auch im Winter gefahren werden. Geschlossen erfreut das Verdeck durch relativ gute Dichtheit. Und es schlgt und flattert nicht auf der Autobahn.

Unter den verschiedenen Motoren findet man mit Abstand am hufigsten den kleinen 1,6-Liter-Benziner. Sein Anteil: rund 60 Prozent. Die Strken sind Langlebigkeit und moderater Verbrauch, es mangelt aber an Kraft. Weit seltener sind die greren Motoren im Vitara zu finden. Weder der laufruhige, aber nicht mehr ganz so sparsame 2,0-Liter-V6 im Viertrer noch der Zweiliter-Vierzylinder im Zweitrer. Ganz selten ist der Turbodiesel. Bedauerlich, denn er bietet sehr geringen Verbrauch bei langer Lebensdauer und dies ist bei heutigen Turbodieselmotoren alles andere als selbstverstndlich.

Vitara im Leserurteil

Vitara-Fahrer bleiben hufig der Marke Suzuki treu. 38 Prozent der Fragebogen-Einsender fuhren zuvor einen Suzuki, oft einen Samurai. Der Zweitwagenanteil unter Vitara-Besitzern ist mit 59 Prozent hoch. Vom Kleinwagen bis zur Oberklasse- Limousine reicht die Spanne. Diese Treue zeigen Vitara-Fahrer auch gegenber den Suzuki-Vertrags-Werksttten. Sensationelle 89 Prozent der Fragebgen wiesen ein "Zufrieden" mit der Arbeitsleistung der Suzuki-Betriebe aus.

Eine groe Inspektion kostet nach Leserangaben im Schnitt 350 Euro. Der geringe Komfort ist der Hauptkritikpunkt der Leser (24 Prozent). Hier addieren sich der hohe Geruschpegel (vor allem bei den 1.6-Motoren), die sehr klein ausfallenden Sitze und die gerade bei den kurzen Zweitrern drftige Federung. Ein viertriger V6-Vitara gilt dagegen durchaus als komfortabel.

Trotz dieser Unzulnglichkeiten wrden sich 59 Prozent der Leser laut Fragebogen noch einmal den Vitara kaufen. 25 Prozent haben seinen Nachfolger im Visier, den seit 1998 gebauten Grand Vitara mit besseren Sitzen und mehr Platz. Bleiben 16 Prozent, die Suzuki den Rcken kehren wollen. Die Mehrheit von ihnen liebugelt mit dem Kia Sorento. Die brigen zieht es zu Toyota RAV4 und Jeep Cherokee. Alle aber hoffen auf die von Suzuki gewohnte Langlebigkeit.

Historie, Schwchen, Kosten

Modellgeschichte 1988 Modelleinfhrung des Vitara; 2-Trer mit kurzem Radstand; Cabrio oder Stahldach; LxBxH 3,65x1,63x1,70 m; 1.6-Vierzylinder mit 80 PS 1991 zustzlich Viertrer mit 28 cm lngerem Radstand (Gesamtlnge 4125 mm); 1.6-Vierventilmotor mit 97 PS 1995 auch der 2-Trer bekommt den 1.6-Vierventilmotor mit 97 PS; Viertrer nun auch mit 2.0-V6-Zylinder-Benziner mit 136 PS, hier zwei Airbags 1996 2.0 TD (71 PS) fr 4-Trer; nur mit Automatik; zwei Airbags fr 2-Trer 1997 2.0 TD jetzt mit Ladeluftkhler (87 PS), wahlweise jetzt auch mit Schaltung; zustzlicher Zweitrer: 2.0-4-Zylinder-Benziner (132 PS) 1998 Ablsung durch Grand Vitara; Vitara-Produktion nur noch in Spanien

Schwachstellen den Bremsstteln der vorderen Scheibenbremsen bekommen lngere Standzeiten gar nicht gut. Sie neigen dann zum Festgehen und knnen hufig nicht mehr gngig gemacht werden (16 Prozent der Leserfahrzeuge) Rost ist kein groes Thema beim Vitara. Nur acht Prozent der Leser klagen ber erhebliche Korrosion (Tren, Heck, Boden). Der Auspuff ist jedoch kurzlebig. Die vorderen Stodmpfer halten zwar 100.000 km, sind aber sehr teuer. Undichtigkeiten: Bei 14 Prozent tropft l; meist von der Motorlwannendichtung. Die Zuverlssigkeit des Vitara ist gut: Startversagen (sieben Prozent der Leser-Vitara) liegt meist am verschlissenen Anlasser (ab 100.000 km) oder an defekten Kabeln. Pannen auf freier Strecke sind noch seltener (fnf Prozent). Wenn ein Vitara stehen bleibt, liegt es blicherweise an der Elektrik: Entweder versagt die Lichtmaschine (ab 80.000 km) oder die elektronische Zndanlage.

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Suzuki Vitara 1.6 16V mit Schaltgetriebe, Baujahr 1997. Richtig teuer sind nur die recht aufwndigen und groen Scheinwerfer. Alles andere liegt auf eher gnstigem Niveau.

Fazit und Technik

Fazit "Der kleine Vitara ist ein ganz Groer, wenn es um Langlebigkeit geht. Teure Aggregate wie Motor, Getriebe und Achsen halten hufig 200.000 und mehr Kilometer durch. Auch Laien knnen beim Gebrauchtkauf kaum etwas falsch machen: Ein Vitara, von dem nicht das Motorl tropft, der gesund klingt und der rostfreie Tren und ein rostfreies Heck hat kaufen!" Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

Technik Allradantrieb: Heckantrieb; Frontantrieb im Stand (automatische Freilaufnaben) bzw. whrend der Fahrt (manuelle Freilaufnaben) zuschaltbar; Gelndereduktion; keine Achssperren oder Traktionshilfen Aufbau: Leiterrahmen; aufgeschraubte Stahlblech-Karosserie Verbrauch: 1.6/1.6 16V/2.0-4-Zylinder/V6 TD: 10/10/10,5/11,5/9l auf 100 km Hchstgeschwindigkeit: 1.6/1.6 16V/2.0/V6/2.0 TD: 140/155/170/174/150 km/h

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