T4 Kombi, Multivan, Caravelle Business

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T4 Kombi, Multivan, Caravelle Business

— 02.05.2002

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Der Bulli bewegte erst Deutschland, dann die Welt. Der Urvater aller Vans soll 2003 abgelöst werden - eigentlich viel zu früh.

Kein Weg zu weit

Trocknen wir zuerst mal die kleine Sentimental-Träne: Das vergangene Auto-Jahrhundert hat der "Bulli" exakt zur Hälfte begleitet. Unvergessen die rasselnden 25 PS weit hinten im Heck, die zwei Glühwürmchen-Rückleuchten, die Zappelwinker und der ölig stinkende Heizungs-Hauch.

Schon drei Jahre bevor Opel 1953 den englischen Begriff "Van" (Lieferwagen) in seinen Kombi-Namen Car-A-Van einbaute, hatte VW den 85 km/h langsamen Stammvater aller Vans auf die 140 Millimeter schmalen 16-Zöller gestellt. Typ 2 hieß das Wolfsburger Arbeitstier, die Nummer 1 beanspruchte ja der Käfer. 52 Jahre sind vergangen. Der Bulli streckte sich um 60 Zentimeter, die Reifen sind jetzt mindestens 195 mm breit und über die Pisten eilt der aktuelle T4 je nach Motor mit bis zu 194 km/h.

Unzählige Varianten wurden vom T2 gebaut, selbst der rostigste Uralt-Bus taugte noch für studentische Sahara-Bewegungen – bis ihm 1982 die Luft ausging. Die klassische Gebläsekühlung musste dem Wasserboxer weichen. Als dann noch mit dem Modellwechsel anno 1990 der Motor samt Antrieb nach vorn wanderte, da schien der Glorienschein zu verblassen. Alle Welt baute Kleinbusse nach diesem Standard. Mehr oder minder perfekt, mehr oder minder langweilig.

Der T4 von VW aber gelangte wieder auf die Überholspur. Sein Geheimnis: die unendliche Modellvielfalt. Allein Transporter und Caravelle gibt es in über 350 Varianten. Wem die nicht reichen, der kann sich im "Servicecenter für Spezialausstattungen" jeden Wunsch erfüllen.

Das Bulli-Geheimnis: enorme Modell-Vielfalt

Die Preisliste des normalen T4 Kombi beginnt mit 22.741,80 Euro (zweisitziger Kasten) und wird oben gekrönt von dem megaluxuriösen Caravelle Business für 116.191 Euro, dem zum Privat- Jet eigentlich nur noch freundliche Stewardessen, Triebwerke und Tragflächen fehlen. Dazwischen bewegt sich der Multivan. Die VW-Statistik weiß: 80 Prozent aller Multivans werden von privat gekauft, der Kunde ist im Mittel 43 Jahre alt und investiert 37.500 Euro in sein meist turbodieselndes Auto.

Aber steigen wir mal ins Basismodell ein. Das weiße Testauto mit seinen 88 Diesel-PS kostet 27.881 Euro, denn es hat langen Radstand, neun Sitze, zwei Airbags vorn, Einfachradio, Fondbeheizung, Heckscheiben-Wisch-und-Wasch-Anlage sowie hochgesetzte Blinkleuchten. Der ideale Baustellen und Behinderten-Brummi.

Im ersten Moment schockt das Nacktmobil. Kahle Lackflächen, ein einsamer Kleiderhaken vorn, ein trauriger Ascher hinten, keine Ablagen für die Rücksitzplätze und keine Zentralverriegelung. Doch wer dann begreift, dass es sich hier um ein Nutz-Fahrzeug handelt, der freundet sich schnell mit der guten Servolenkung, dem leicht schaltbaren Fünfganggetriebe und dem geringen Lärmpegel an. Der schwächste Dieselmotor ist leiser und bereitet mehr Fahrspaß als der stärkere Multivan.

Ehrliche Ideale - die Caravelle

Der wird in unserer Test-Version von einem Automatikgetriebe gebremst, die nicht zum 102-PS-Diesel passt. Dafür verwöhnt dieser Siebensitzer (ab 32.706 Euro) mit guter Grundausstattung, sogar Schlafmöglichkeit für zwei ist gegeben, dann sollte aber noch der Einknöpfvorhang für 249 Euro her. Die Genießer, die sich in einen Business-Bulli mit V6-Benziner verlieben, dürfen nicht am Super-plus-Etat knausern. Der 80-Liter-Tank ist bei flotter Fahrweise schon leer, weit bevor 400 Kilometer auf dem Tageszähler stehen.

Betrachten wir den Ober-Bulli als ausgefallene VIP-Schaukel, den Multivan als solides Familien- Mobil und den Kombi als universelles Massen-Transportmittel, dann schlägt unser Herz für die Einfach-Version. Sie verkörpert noch am ehesten die ehrlichen Ideale des Typ 2 von 1950: für möglichst wenig Geld möglichst viel Nutzen bieten.

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