Tagebuch "2000 km durch Deutschland"

Tagebuch "2000 km durch Deutschland" Tagebuch "2000 km durch Deutschland"

Tagebuch "2000 km durch Deutschland"

— 14.07.2002

14.07.: Die Sache mit dem Verteiler

Tag zwei der Oldie-Rallye durch Deutschland. Start in Mönchengladbach. Bei bescheidenem Wetter, was sich noch bemerkbar machen soll...

Sonntag, 6.30 Uhr Hä? Wat klingelt denn hier? Ein Wecker? Der kann doch unmöglich mich meinen, oder? SECHS UHR DREISSIG! AARRGGHH!!! Jetzt aber schnell. Um 7.30 Uhr ist Abfahrt. Packen. Duschen. Kaffee. Was zuerst? Erstmal anziehen, nein – duschen, und dann anziehen. 6.30 Uhr. Warum mache ich das eigentlich? Es ist Sonntag! SONNTAG! Egal, los.

7.30 Uhr Kilometer null, Hannen-Brauerei, Mönchengladbach Neuwerk. Es regnet, na toll. Der Tank ist voll, Enrico verpennt, ich sowieso. Aber egal: Wer sich hier müde die Augen reibt, ist selber schuld. Vor uns, hinter uns, neben uns stehen sie – die 208 übrigen Teilnehmer. Blank polierte Träume aus Blech. Columbos Peugeot 403 (na ja, jedenfalls hatte er auch so einen, im Film), 300er Flügeltürer, der brave Framo, dieses Urgestein der 2000, wie immer vollgepackt mit AUTO BILD-Ausgaben für unsere Leser am Straßenrand… Langsam geht es zur Startlinie. Startnummer 204, das sind wir. Pah – die letzten werden die ersten sein! Auf geht’s!

11.10 Uhr Läuft doch wie geschmiert. Bad Hönningen haben wir problemlos erreicht, Station acht am heutigen Tag. Meine ersten 159 Kilometer habe ich geschafft. Enrico gräbt sich ins Bordbuch. "Wink doch mal", fordere ich. Er sagt nur: "Nächste links." Und winkt dann doch. Es gießt zwar immer noch, aber hunderte stehen am Straßenrand. Mächtig was los hier, toll. Für die Zuschauer gibt es Bier und Würstchen, für uns Wasser und Obst. Weiter, Richtung Montabaur. 20 Kilometer. Bis zur Mittagspause fahre weiterhin ich.

13.20 Uhr Das darf nicht wahr sein. Der BMW 2002 säuft ab und springt nicht mehr an. Orgel, Orgel, Orgel. Das hört sich nicht gut an. Gar nicht gut. Überhaupt nicht gut. Wir sind liegengeblieben. Bei Kilometer 267. Auf einer Landstraße. Im Nirgendwo bei Frankfurt Königstein. Ich fasse es nicht. Es regnet, wir ziehen lange Gesichter. Enrico steigt aus und rollt den BMW 2002 an den Straßenrand. Jetzt geht nichts mehr. Was habe ich nur falsch gemacht? Konkurrent für Konkurrent, unterwegs im Triumph TR 3, BMW Barockengel oder Alfa Guilietta Spider, zieht an uns vorbei. Die lachen sich bestimmt ins Fäustchen. Und lästern: Frau am Steuer und so...

13.40 Uhr Enricos durchnässte Diagnose: Der Verteiler ist feucht. Trotz neuer Kabel. So schnell kriegen wir das Ding nicht trocken. Jetzt bloß durchhalten bis zur Mittagspause. Ich drehe den Schlüssel im Zündschloss. Wieder und immer wieder. Da! Er springt an, unser 02er, der Brave. Glück gehabt. Leider nur bis zur nächsten Ampel. Wieder aus. Unsere Fahrt bis Frankfurt ist eine Tragödie. Ein paar Meter geht’s gut, dann wieder nichts. Spätestens wenn wir an der nächsten Ampel stehen, geht er aus. Aus, einfach aus. Wie gerne würde ich jetzt umsteigen. In den alten VW Käfer meiner Eltern. Oder ins Opel Kadett A Coupé, mit dem Peggy Hiltrop und ich im vergangenen Jahr "die 2000" gefahren sind. Die haben mich nie im Stich gelassen. Und wenn es noch so gegossen hat. Immerhin weiß ich jetzt, wo der Veteiler sitzt…

15.30 Uhr Frankfurt-Niederrad, Goldsteinstraße, AvD-Zentale. Wir schleppen uns ins vorläufige Ziel. Es gibt Mittagessen für die Teilnehmer. Nicht für uns. Enrico schraubt am 02, ich wurschtel mit dem Schlüssel im Zündschloss rum. Vergebens. Auch die Pannenfachmänner vom AvD können uns nicht helfen. Ratlosigkeit macht sich breit. Es sind noch gut 150 Kilometer bis Würzburg. Da müssen wir jetzt durch. Beziehungsweise hin. Fragt sich nur wie.

22.30 Uhr Endlich in Würzburg. Drei Stunden nach der planmäißgen Ankunft. Direkt nach uns wird der Zielbogen abgebaut. Wie peinlich, finden wir. Aber die Helfer der "2000 km 2002" machen für uns eine Welle: "Kann mal passieren, Kopf hoch." Das Wasser ist wieder raus; aus dem Motorraum, aus den Kabeln, aus dem Verteiler, aus Enrico. Das lässt hoffen. Auf ein warmes Bett, fürs Erste.

Das Tagesprogramm

So geht es morgen weiter

Die Strecken im Überblick www.2000kmdurchdeutschland.de

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