Tagebuch "2000 km durch Deutschland"

Tagebuch "2000 km durch Deutschland" Tagebuch "2000 km durch Deutschland"

Tagebuch "2000 km durch Deutschland"

— 18.07.2002

18.07.: Auf dem Weg in die Nacht

Von Leipzig nach Hannover. Mit stolz geschwellter Brust: Wir sind jetzt auf Platz 77! Die Nachtetappe kann kommen.

Dank Radarkontrolle weiter vorn

Donnerstag, 8 Uhr War wohl nix mit 22 Uhr. Elf Uhr nachts war es, als wir in Leipzig eingelaufen sind. Trotzdem: Wir, das Team von AUTO BILD, sind auf dem besten Weg. Auf dem Weg unter die Top 50 der Oldtimer Rallye "2000 Kilometer durch Deutschland". Ehrlich! Auf dem Ergebnis-Aushang im Inter-Conti-Hotel steht es schwarz auf weiß: "Team Hucko/Schulze, Platz 77". 20 Plätze besser als gestern! Ich klopfe meinem Beifahrer kumpelhaft auf die Schulter. "Gut so. Weiter so", sag ich. Enrico grinst. Der denkt bestimmt, lass sie mal reden, die Tante. Nebenbei: Unsere prächtige Platzierung verdanken wir unter anderem einer Null-Runde bei der Radar-Kontrolle. Ganz brav und vorschriftsmäßig sind wir 50 gefahren in der Ortschaft. Wie es sich gehört. Manch einer war zu schnell und hat Minuspunkte kassiert. Wir holten uns lieber 101 Punkte bei der Gleichmäßigkeitsprüfung. Nur so zur Orientierung: Mehr als 120 Zähler hat keiner geschafft.

8.30 Uhr Start vom Bahnhofsvorplatz in Leipzig. Thomas Gebhardt (41) vom AvD guckt wie Sieben-Tage-Regenwetter. Was Wunder. Es schifft schon seit Tagen, und nun fängt es schon wieder an zu nieseln. Das heißt nichts Gutes für die Pannen-Engel. "Gestern hatten wir Ausfälle noch und nöcher. Mehr als 20 Wagen mussten wir wieder fitmachen. Licht an, Scheibenwischer im Dauerbetrieb – da machen die alten Batterien schlapp." Unserem BMW geht es auch nicht wirklich gut. "Der Druckpunkt der Bremse wandert immer weiter nach hinten", stellt Enrico fest. Das heißt treten, treten und nochmals treten, bis der Wagen endlich steht. Seine Analyse: Eine Manschette im Hauptbremszylinder ist kaputt und muss heute Abend nach Zieleinlauf in Hannover ausgewechselt werden. Enrico telefoniert mit Michael Cahsel, BMW-2002-Händler. Er verspricht, Ersatz zu bringen. Der Gute.

9.00 Uhr Bevor ich es vergesse: der DKW, Baujahr 1939, der gestern auf dem Anhänger des AvD ins Ziel geschleppt wurde. Wir rätselten bis heute morgen, was dem Oldie fehlt. Dem Wagen nichts, dafür dem Fahrer, berichten Rallye-Teilnehmer beim Start. Der nette ältere Herr (62) hat sich etwas schwach auf der Brust gefühlt. Deshalb legt er heute die Beine hoch und fährt bei der Startnummer 150 mit - im Setra-Bus. Sein Auto reist wieder per AvD-Hänger. Als passiver Teilnehmer…

Ein Team schert aus – zum Heiraten

11.20 Uhr Ach herrje, die Armen. Der Riley vor uns hat kein Verdeck, keine Scheibenwischer, und Petrus schüttet gerade mal wieder alle seine Kübel aus, diesmal über Dessau. Womit haben wir (und die armen Riley-Fahrer) das verdient? Geht dem Mann denn nie das Wasser aus? "Mecker’ nicht, wir haben es doch gut", meint Enrico. Scheibenwischer, Dach überm Kopf, Heizung - wir sind wasser- und wetterfest eingepackt, so wie unser Verteiler. Die Plastiktüte hält immer noch. Sicherheitshalber sammelt Enrico aber alles ein, was auch nur entfernt nach Ersatz aussieht.

13.15 Uhr Nee, echt nicht. Nicht jetzt. Wir sind in Magdeburg, Kilometer 147 der heutigen Etappe, und der BMW ruckelt und spuckt wie ein Lama. Das kennen wir schon. "Ich muss wohl mal wieder nachgucken", sagt Enrico. Böser Blick unter die Haube, das wirkt merkwürdigerweise Wunder. Schon geht es weiter. Versteh jemand Autos Baujahr 71.

15.45 Uhr Autostadt Wolfsburg, Mittagspause. Die Rallye-Leitung verteilt Handzettel. Routenänderung? Ja. Aber nur fürs Team mit der Startnummer 28. Das BMW-R-60/2-Seitenwagengespann Barthel/Wrage ist auf dem Weg zum Standesamt in Hannover. Wenn wir heute Abend ankommen, sind die lieben Liebenden getraut. Darauf einen Sekt. Aber erst später. Bis an die Leine sind es noch gut 90 Kilometer.

19.15 Uhr Endlich. Wir sind da, nach vergleichsweise ereignislosen 332,40 Kilometern. Wie versprochen wartet 02-Händler Michael Cahsel schon im Hotel Maritim, dem Ziel der fünften Tagesetappe. Jetzt muss Enrico nochmal ran, damit der 02 nicht nur die Tagesetappe von Hannover bis Oldenburg (183,65 km) schafft, sondern auch noch die anschließende Nachtetappe von und nach Oldenburg (124,80). Wie im vergangenen Jahr geht es über Delmenhorst durch die Dunkelheit. Start ist ab 19 Uhr. Bis das ganze Feld unterwegs ist, dauert es erfahrungsgemäß länger als eine Stunde. Hinkommen und gucken kann ich nur empfehlen: Die Nachttour ist immer einer der Höhepunkte der "2000 km".

Wiedersehen mit dem Vorbesitzer

Apropos Enrico: Steht er da vorhin neben dem Auto auf dem Parkplatz und wer spricht ihn an? Frank Zohren, der Mann, von dem wir (bzw. Kollege Reinhold Moser) unseren AUTO BILD-BMW gekauft haben. Hatte schon auf uns gewartet, der nette Herr Zohren. War sehr stolz auf sein Ex-Baby. Gibt es aber nicht zurück.

Das Tagesprogramm

So geht es weiter

Die Strecken im Überblick www.2000kmdurchdeutschland.de

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