Flugautos und Taxidrohnen

Taxidrohnen und Flugautos von Audi, Daimler, Toyota & Co

Audi, Daimler und Co planen Flug-Autos

Fast marktreif: Neben Nischenherstellern wie AeroMobil setzen auch große Autobauer auf Taxidrohnen und Flugtaxis. Überblick mit Videos!
Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitales, musste für ihre Flugtaxi-Vision viel Spott und Häme einstecken. Aber ist sie wirklich so abwegig? Immer mehr große Autobauer wie Daimler, der VW-Konzern, Toyota oder Geely stecken viel Geld in die Entwicklung von flugfähigen Fahrzeugen und Taxidrohnen, die ihre Passagiere autonom von A nach B bringen – durch die Luft. Science-Fiction, bald schon Realität? Vielleicht: Angeblich sollen die Fluggeräte in wenigen Jahren einsatzfähig sein. Unterschiedliche Konzepte, alle faszinierend. Hier kommen Einzelheiten.

Raffinierter Dreiteiler: Pop.Up Next (Audi/Italdesign/Airbus)

Für den autonomen Flugbetrieb wird die Pop.Up Next-Kapsel unter vier Rotoren geklickt. 

Das ist doch mal eine elegante Lösung, autonomes Auto und Taxidrohne in einem! Kernstück des "Pop.Up Next", das auf dem Genfer Salon 2018 vorgestellt wurde, ist eine gondelartige Kabine für zwei Passagiere, die je nach Wunsch entweder unten an ein Drohnen-Flugmodul geklickt oder auf ein Fahrgestell gesetzt wird. Einfach über die App rufen, Ziel eingeben, los geht's, entweder durch die Luft oder am Boden – autonom, versteht sich. Schon länger basteln VW-Tochter Italdesign und Airbus an dem futuristischen Mobilitätskonzept, nun ist auch Audi eingestiegen. Ein Video zeigt genau, wie das Ganze funktioniert: 

Schon im Dubai im Test: Volocopter (Daimler)

Daimlers Volocopter wird bereits in Dubai getestet. 

Es sind "die ersten bemannten, vollelektrischen und sicheren Senkrechtstarter der Welt", preist die Bruchsaler Firma Volocopter sein Lufttaxi namens 2X an. Das Gerät, das aussieht wie ein Hubschrauber, statt zweier Rotorblätter aber eine Konstruktion mit 18 kleinen Rotoren hat, fliegt vollständig autonom, kann bei Bedarf oder auf Wunsch aber auch per Joystick gelenkt werden. Und er ist kurz vor dem Marktstart: Als weltweit erster Multicopter hat er (schon seit 2016) eine Zulassung für bemannte Flüge und wird in Dubai bereits getestet. Das Emirat will bis 2030 ein Drittel des Verkehrs in den Luftraum verlegen. Dann soll der rein elektrisch angetriebene Volocopter per App buchbar sein und seine Passagiere autonom ans Ziel (Reichweite: 27 Kilometer bei 70 km/h) bringen. Daimler ist von der Technik so überzeugt, dass es die Entwicklung finanziell unterstützt. In Bewegtbildern: 
  

Mit dem Flugauto von Tür zu Tür: Terrafugia TF-X (Geely)

320 km/h schnell, bis zu 800 Kilometer weit: Das Flugauto Terrafugia TF-X soll 2023 auf den Markt kommen.

Der chinesische Auto-Gigant und Daimler-Großaktionär Geely hat im November 2017 Nägel mit Köpfen gemacht und das Start-up Terrafugia ("Erdenflucht") gekauft. Deren viersitziger Terrafugia TF-X ist keine Taxidrohne, sondern ein echtes fliegendes Auto, das mit angelegten Flügeln wie ein ganz normales Kfz auf Straßen fahren kann und auch in eine Garage passt. Geht's nicht mehr weiter – oder ist der Luftweg deutlich kürzer und schneller –, faltet er seine angelegten Flügel aus und hebt ab. Der Start- und Landeplatz muss lediglich einen Durchmesser von 80 Metern haben. 
Der TF-X eignet sich nicht nur zum Überfliegen von Staus, sondern durchaus auch für längere Trips: Terrafugia verspricht eine Reichweite von 800 Kilometern und eine (Flug-)Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h. Die Strecke Hamburg-München wäre so in 2,5 Stunden abgerockt – und zwar ohne Weg zum und vom Flughafen. Einfach von Tür zu Tür. Das Beste: Es genügt ein Pkw-Führerschein, da der TF-X autonom fliegt. Preise sind noch nicht bekannt. Video: 

2020 bei Olympia? Cartivator SkyDrive Flying Car (Toyota)

Toyotas SkyDrive soll 2020 die Olympische Flamme in Tokio entzünden. 

Es waren ein paar Toyota-Ingenieure, die in ihrer Freizeit an einem Flugauto bastelten. Und das mit so überzeugenden Ergebnissen, dass Toyota die Tochterfirma Cartivator gründete, in der nun 30 Mitarbeiter das SkyDrive Flying Car perfektionieren sollen. Das rollende Fluggerät, das auf der Straße an ein Liege-Fahrrad mit Plexiglas-Haube erinnert, kann ratzfatz vier Propellerchen ausklappen und abheben. Seinen ersten großen Auftritt soll das Flugauto bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio haben: Angeblich soll es ins Stadion rollen, abheben und die Olympische Flamme entzünden! Ob das klappt? Das kleine Modell im Video, das reichlich trunken durch die Lüfte taumelt, wirkt noch nicht sehr überzeugend. Sehen sie selbst: 

Fast startklar: AeroMobil und Pal-V

Neues von AeroMobil: Die Slowaken stellten am 21. März 2018 eine autonome Drohnen-Variante ihres Flugautos vor. Geplanter Marktstart: 2025.

Einer der Pioniere in Sachen Flugauto ist die slowakische Firma AeroMobil, deren hybrides Fahrzeug mit Ausklapp-Flügeln lange belächelt wurde. Doch Version 4.0 scheint quasi marktreif, und nun haben die Slowaken noch eines draufgesetzt: Am 21. März 2018 stellte AeroMobil die Version 5.0 VTOL concept (vertical take-of and landing) vor – mit Drohnen-Technik. Die viersitzige Elektro-Studie verfügt über zwei Rotoren an den ausklappbaren Flügeln, die auch den Senkrechtstart ermöglichen. Wie schon das Vorgängermodell 4.0 STOL kann auch die neue Generation als normales Auto auf der Straße eingesetzt werden, die Flugreichweite soll bis zu 700 Kilometer betragen. Da Version 5.0 autonom fliegt, muss der "Fahrer" anders als beim Vorgänger keinen Flugschein besitzen. Eine Start- und Landebahn, wie Version 4.0 sie noch benötigt, ist ebenfalls nicht nötig. Beide Modellvarianten, Taxidrohne und Flugauto, sollen aber im Portfolio bleiben, erklärt AeroMobil. Marktstart für das AeroMobil 4.0 soll bereits 2020 sein, der Drohnenflieger 5.0 wird aber nicht vor 2025 lossausen können – vor allem aus rechtlichen Gründen.
Auch die niederländische Firma Pal-V ist in der Entwicklung ihres Flugautos weit vorangeschritten. Der Liberty ist bereits bestellbar: Die Basis kostet ab 299.000 Euro, die Luxusvariante 500.000. Anfragen soll es reichlich geben. Das benzinbetriebene Flugauto schafft mit maximal 160 km/h bis zu 1300 Kilometer auf der Straße und 500 Kilometer in der Luft (max. 180 km/h). 
Viele Bilder und Informationen, auch zu weiteren (fast) marktreifen Flugautos und Taxidrohnen, finden Sie in der Bildergalerie!

Flugautos und Taxidrohnen

Autor: Maike Schade

Stichworte:

Autonomes Fahren

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