Taxifahren

Taxifahren: Pro und Kontra

— 27.05.2011

Taxifahren – nett oder nervig?

Taxifahren in Deutschland: dreckig und speckig oder sauber und sicher? Mancher findet es nervig, sich von Fremden kutschieren zu lassen – manch Anderen freut's. Hier zwei höchst unterschiedliche Erfahrungswerte.

"Erlebe nur Möchtegern-Schumis und Folterknechte",
meint Redakteur Stefan Szych.

Ich hatte einen Traum: Ich stieg in ein Taxi und fühlte mich wohl. Der Fahrer war höflich, das Taxi sauber, die Sitze bequem, die Fahrt verlief ruhig, fast erholsam. Es roch nach Auto – gebraucht, aber gepflegt. Dann wachte ich auf. Und es war wie immer: Der Taxifahrer mürrisch bis unfreundlich, meinen Koffer verstaute ich selbst, das Nichtrauchertaxi stank nach kaltem Rauch, vermischt mit Schweiß und Old Spice, durch den Fußraum rollte eine Papiertüte mit den Resten eines Mettbrötchens.

James Bond auf der Flucht?

Redakteur Stefan Szych.

Wie sie dort hinkam? Ist dem Fahrer wohl von der Mittelkonsole gerutscht. Bei seinem Fahrstil kein Wunder. Als ich ins Taxi stieg, hatte ich zwar gesagt: "Bitte einmal in die Melanchthonstraße vier." Doch mein Chauffeur hat wohl gehört: "Folgen Sie dem roten Wagen da vorn. Schnell, aber unauffällig." "Endlich!" wird er gedacht haben und legte los: Er schnitt Autos, scherte aus, ohne zu blinken, scheuchte seinen klapprigen Touran bei Dunkelorange über die Ampel, überholte rechts mit Tempo 80. Dabei bin ich nicht James Bond und nicht auf der Flucht. Ich war nur müde und wollte ins Hotel. Aber bitte lebend. Hätte ich es etwa extra erwähnen müssen? Mal grundsätzlich: Ich unterscheide bei Taxen weder nach Automarken noch nach Nationalität der Fahrer. Die meisten Taxi-Chauffeure rangieren für mich irgendwo zwischen Möchtegern-Schumis und Folterknechten. Die wenigen Guten hab ich nie erlebt.

Reporter Knut Simon.

"Taxi fahren heißt für mich einsteigen und abschalten",
sagt Reporter Knut Simon.

Soll ich Ihnen mal verraten, was das Beste am Fliegen ist? Das Taxi danach! Wie sehr freue ich mich nach drangvoller Enge in jettender Großraumwurst darauf, lässig nach dem nächsten Stern zu greifen – am Straßenrand. Weit aufschwingende Türen heißen mich willkommen, das Gepäck verschwindet wie von Chauffeurshand im Kofferraum, und jetzt kommt der alles entscheidende Moment: der Griff zum Verstellhebel des Beifahrersitzes, um diesen in der wirklich allerletzten Raste zu verankern – aaah! Herrlich. Der Rest geschieht so entspannt wie die Arbeit des leise murmelnden Diesels unter der Limousinen-Haube. Hineingeknautscht in knarzendes Kunstleder schließe ich halb die Augen, lasse mein Haupt gen Kopfstütze sinken und frage die wichtigsten Informationen beim Fahrer ab: "Viel los heute? Das Spiel am Wochenende gesehen? Möchten Sie auch 'ne Kippe?"

Profis am Steuer

Am Ende der Fahrt weiß ich meistens, wie lange der Typ schon Taxi fährt, welches Studium ihn dazu brachte und dass die guten Zeiten längst vorbei sind. Interessiert registriere ich die Spuren, die das Leben an Fahrer und Fahrzeug hinterlassen hat, bewundere den Tachostand von mehr als 700.000 Kilometern. Währenddessen fliegen Straßen und Gebäude an uns vorbei. Den Fahrstil des Profis am Steuer genießend, lehne ich mich seufzend noch etwas entspannter zurück. Am Ende der in der Regel viel zu kurzen Reise gibt es ein Lächeln und ein Trinkgeld. Und so geht es mir immer. Traumhaft.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.