TCR Germany

TCR Germany: Franz Engstler

— 13.10.2016

„Packender Tourenwagen-Sport“

Die erste Saison in der ADAC-TCR-Meisterschaft ist vorbei. Im Gespräch mit ABMS zieht Serienchef Franz Engstler zufrieden Bilanz. Das Erfolgsgeheimnis.

Mit der ADAC-GT-Masters-Saison endete am ersten Oktober-Wochenende auch die erste Saison der TCR Germany – mit stolzen 25 Tourenwagen im Starterfeld. „Das ist für ein Startjahr sensationell. Ich kenne nicht viele Serien, die das geschafft haben“, ist Serienpromoter Franz Engstler höchst zufrieden.

Engstler ist selbst ein alter Tourenwagen-Hase: Von 1989 bis 1994 war er in der DTM unterwegs, dann jahrelang in der Tourenwagen-WM (WTCC) – 2011 in Oschersleben sogar mit einem Sieg. Engstler: „Irgendwann sind wir an den Punkt gekommen, wo es finanziell eskaliert ist. Die WTCC hat sich zum reinen Werkssport entwickelt, das war für Privatteams nicht mehr zu stemmen."

Deswegen war der 55-Jährige auch sofort begeistert, als er vor drei Jahren mit der Idee der TCR (Touring Car Racing) von Erfinder Marcello Lotti konfrontiert wurde. Lotti war von 2005 bis 13 schon Promoter in der WTCC, dann stampfte er die TCR aus dem Boden.

Franz Engstler hat als Promoter der deutschen TCR-Meisterschaft gut lachen

Über den Globus verteilt werden in 17 Ländern TCR-Rennen gefahren, von nationalen Meisterschaften wie der deutschen, zu regionalen wie der asiatischen und lateinamerikanischen bis hin zur internationalen, die unter anderem in einigen Formel-1-Rahmenprogrammen zu finden ist. Überall kommt dieselbe Technik zum Einsatz – Technik, die verhältnismäßig günstig ist: Die Fahrzeuge gibt es für rund 100.000 Euro, die Einsatzkosten in nationalen Meisterschaften sind nochmal so hoch.

„Wir haben sehr gute Technik, die aber auch bezahlbar ist. 330 PS sind für Tourenwagen mehr als genug. Wir haben tolle Optik mit breiten Autos und Flügeln dran. Sie sehen nach richtigen Rennautos aus – und trotzdem kann sich der Fan noch mit seiner Marke und seinem Modell identifizieren“, beschreibt Engstler.

Markenvielfalt in der TCR

Und die Marken und Modelle werden immer mehr. Am erfolgreichsten sind derzeit der Seat León und der Honda Civic. Champion Josh Files fährt einen Honda, der wie der Civic aus der WTCC bei JAS Racing gebaut wird. Sein größter Rivale war Harald Proczyk, der einen Seat Léon pilotierte, aber auch den Honda Civic schon gefahren ist. Er vergleicht: „Der Honda liegt schon nach zwei, drei Runden richtig stabil und macht genau das, was du willst. Dafür hast du aber auch ein größeres Turboloch.“ Gefahren wird nämlich mit 2,0-Liter-Motoren, die maximal 330 PS leisten dürfen.

Neben Seat und Honda beteiligen sich auch VW und Opel. Mit Alfa Romeo, Audi, Subaru, Kia, Ford und Citroën stehen weitere Marken in den Startlöchern, die teilweise in anderen TCR-Serien schon unterwegs sind.

Engstler: „Man sieht also, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Frequenz im Fahrerlager ist hoch: Die Fans kommen, stellen Fragen, sammeln Autogramme – es ist also wirklich eine Serie, die lebt."

Dementsprechend optimistisch sieht er die Saison 2017: „Ich rechne mit über 30 Autos pro Jahr. Was wir auf jeden Fall machen wollen: Wir wollen nur so viele Fahrer zulassen, wie dann auch tatsächlich fahren können. Das sind wir den Fahrern und Teams schuldig, denn jeder investiert so viel Zeit und Geld in die Sache, dass es einfach unfair wäre, sie am Freitag schon wieder heimzuschicken."

Nächstes Jahr liebäugelt Franz Engstler übrigens selbst wieder mit einzelnen Rennen in der deutschen TCR-Meisterschaft. Dann steigt auch sein Sohn Luca Engstler im familieneigenen Rennteam in die TCR auf.

Autoren: Michael Zeitler, Alexander Warneke

Fotos: Hersteller

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