Team Spyker mit neuem Piloten

Markus Winkelhock für Team Spyker

Team Spyker mit neuem Piloten

— 19.07.2007

Grünes Licht für Winkelhock

Das halbe Dutzend Deutscher in der Formel-1-Saison 2007 ist voll: Markus Winkelhock erhielt die Startzusage vom Team Spyker.

Den Porsche Carrera, Baujahr 1984, hat er in der Garage gelassen. Markus Winkelhock benutzt ihn nur noch im Sommer für Spritztouren. Es hätte sich für ihn der Kreis schließen können mit dem weißen Flitzer und der Formel 1, aber die gut 300 Kilometer vom Wohnort in Waiblingen bis an den Nürburgring waren ihm mit dem Oldtimer zu weit. Markus Winkelhock wird beim Großen Preis von Europa auf dem Eifelkurs am Wochenende (20. bis 22. Juli 2007) der sechste deutsche Pilot sein, der diese Saison Formel-1-Rennen fährt. Dienstagabend rief ihn Colin Kolles an, der Chef des niederländischen Spyker-Teams, und erteilte ihm die Starterlaubnis. Winkelhock ersetzt den gefeuerten Christijan Albers. "Ein Traum ist für mich wahr geworden", sagt der Neuling. Winkelhock steht für Motorsport. Markus' Onkel Joachim feierte im Tourenwagen große Erfolge, und Vater Manfred fuhr von 1982 bis 1985 insgesamt 47 Formel-1-Rennen, holte zwei WM-Punkte, ehe er 1985 bei einem Sportwagenrennen in Mosport/Kanada mit 230 km/h in eine Mauer krachte und starb. Markus war damals fünf. Den weißen Porsche Carrera hatte sich Manfred Winkelhock kurz vor dem tödlichen Unfall zugelegt.

Markus Winkelhock: Bisher reicht das Geld nur für einen Einsatz.

Der Junior sagt, sein Vater sei eine fremde Person für ihn. Wenn er alte Fernsehberichte sieht oder Fotos, berühre ihn das kaum, aber er bleibe immer ein Vorbild. Der 27-Jährige trägt den Ehering des Vaters um den Hals, hat ein ähnliches Helmdesign. Manche sagen, dass er schon äußerlich ein typischer Winkelhock sei. "Es ist schön, dass ich Markus für seine Geduld und Loyalität in den vergangenen 18 Monaten belohnen kann", sagte Kolles über Winkelhock. Der Zahnarzt aus Bayern und der Rennfahrer aus Schwaben kennen sich von früher, duzen sich. Kolles hat ihn geholt, obwohl Winkelhock kein Bezahlfahrer ist. Winkelhock durfte 2006 als Freitagsfahrer beim Spyker-Vorgänger Midland erstmals an einem Grand-Prix-Wochenende teilnehmen. Doch weil Spyker klamm ist, konnte Winkelhock in dieser Saison nur einmal testen, und das ist schon acht Wochen her. Am vorigen Wochenende sprang Winkelhock in der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) in Mugello in Kolles' Privatteam ein und wurde immerhin Neunter. Zuvor vertrat er in der DTM zweimal im Audi-Werksteam den verletzten Dänen Tom Kristensen.

Das Spyker-Cockpit gibt es nur für Geld

Winkelhocks fehlende Mitgift machte den Einsatz auf dem Nürburgring zur Hängepartie. Sein Management musste lange verhandeln, um Sponsorengelder loszueisen. Bisher reicht das Geld nur für einen Einsatz. Betuchtere Piloten stehen Schlange. In zwei Wochen beim Ungarn-Grand-Prix wird der spanische Testfahrer Adrian Valles oder der indische Williams-Hospitant Narain Karthikeyan Winkelhocks Job bekommen. Während Winkelhock weiter den Spagat zwischen DTM und Formel 1 proben will, hofft Kolles für den Debütanten auf einen Stammplatz in der Königsklasse: "Manchmal kommen die Sponsoren erst, wenn sich eine Perspektive eröffnet. Das ist jetzt bei Markus der Fall."

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