Handy am Steuer

Telefonieren im Auto

— 30.03.2010

Telefon am Steuer: 97,5 Prozent überfordert

2,5 Prozent der Bevölkerung sind laut einer Studie "Supertaskers". Nur sie können zwei komplexe Aufgaben wie Autofahren und Telefonieren gleichzeitig bewältigen. Alle anderen sind dem nicht gewachsen.

Telefonieren beim Autofahren – immer wieder ein Reizthema mit enormen Diskussionspotenzial. Viele glauben, dass sie der gleichzeitigen Bewältigung beider Aufgaben ganz selbstverständlich gewachsen sind. Die meisten irren hier allerdings ganz gewaltig. Eine Studie der Universität Utah mit 200 Probanden zeigt, dass nur jeder Vierzigste recht hat, wenn er behauptet, er könne beim Telefonieren noch sicher fahren – und zwar unabhängig davon, ob er eine Freisprecheinrichtung benutzt oder nicht. "Supertasker" werden diese Ausnahmen von den Forschern genannt. Im Fahrsimulator waren sie in der Lage, sicher zu fahren und sich dabei am Telefon noch bestimmte Wörter zu merken und Matheaufgaben zu lösen. Ihre Gehirne sind in bestimmten Bereichen stärker ausgeprägt, konstatieren die Forscher. Traurige Botschaft für die breite Masse: Das lässt sich nicht trainieren, sondern ist genetische Veranlagung.

Hier geht es zum Bußgeldrechner

Die Studienautoren Jason Watson und David Strayer.

97,5 Prozent der Bevölkerung müssen sich also mit Normal-Hirnen begnügen. Bei ihnen geht nur eine Sache auf einmal. Das allerdings im Vergleich zu den Super-Brains auch nur leidlich. Selbst, wenn sie nur eine Aufgabe bewältigen müssen, stehen die Normalos hinter den Supertaskern zurück. Entsprechend frustrierend fiel das Ergebnis des Fahrsimulator-Tests aus: Probanden mit Durchschnittshirn brauchten 20 Prozent mehr Zeit, um auf die Bremse zu treten und konnten um 30 Prozent schlechter ein gleichmäßiges Tempo halten. Sie waren um elf Prozent vergesslicher und rechneten um drei Prozent schlechter. Damit sehen die Forscher eine frühere Studie bestätigt: In den meisten Fällen reagierten die Probanden genauso wie betrunkene Fahrer.

Auch wenn jeder glaubt, die Ausnahme zu sein – die Wahrscheinlich spricht also leider dagegen: "Die Chance, ein Supertasker zu sein ist genauso groß, wie beim Münzenwerfen fünf Mal nacheinander Kopf zu bekommen.", sagt Studienautor Jason Watson. Kommt also auf den Versuch an. Wo ist die nächste Münze?

Autor: Stephanie Kriebel

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