Tesla Model 3 (2017): Bilder, Test und Infos

Tesla Model 3 (2017): Infos

— 12.01.2018

Alle Infos zum Model 3

AUTO BILD hat alle Infos zum Preis, zur Reichweite und zur Ausstattung des Tesla Model 3! Update: Bei Beschleunigungstests gab es eine Überraschung.

Bilanz 2017 und Vorhersage 2018

Umfrage

'Ihre Meinung zum Tesla Model 3?'

Tesla produzierte im letzten Quartal des Jahres 2017 erstmals eine nennenswerte Anzahl an Model 3 – hinkt allerdings immer noch stark hinter den ursprünglichen Zielen her. Die Bilanz: Genau 2425 Exemplare des lang erwarteten Elektroautos rollten vom Band, 1550 davon wurden ausgeliefert, auch an Nicht-Firmenmitarbeiter. Das Model 3 ist die dritte Tesla-Baureihe nach der Limousine Model S und dem SUV Model X, mit ihr will der Elektro-Pionier den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Eigentlich wollte Tesla bereits Ende 2017 5000 Model 3 pro Woche bauen, dieses Vorhaben wurde erneut verschoben, und zwar auf Juni 2018. Wann das Model 3 nach Deutschland kommt, ist immer noch unklar. Laut Tesla wird das linksgelenkte Modell im Ausland nicht vor Ende des Jahres 2018 ausgeliefert.

Performance-Variante im Sommer 2018

Das Model 3 bekommt zwei Akku-Varianten mit 50 und 75 Kilowattstunden (kWh) Kapazität, die für Reichweiten von 220 bis 310 Meilen (350 bis 500 Kilometer) sorgen sollen. Die amerikanische Umweltbehörde EPA will mit einem Model 3 Long Range sogar umgerechnet 797 Kilometer (495 Meilen) rein elektrisch gefahren sein. Diesen Werten liegen wohl optimale Bedingungen zugrunde. Der Einstiegspreis des Model 3 liegt in den USA offiziell bei 35.000 Dollar vor Steuern, in Europa dürfte der Preis höher ausfallen.

Video: Tesla Model S, X, 3 und Y (2017)

Die Tesla-Generationen

Die schnelle Performance-Variante des Model 3 mit dem Namen "P100D" will Tesla im Sommer 2018 auf den Markt bringen, das verkündete Tesla-Chef Elon Musk via Twitter. Offiziell schafft die schnellste Version den Sprint bis 100 km/h in 5,1 Sekunden, beim Performance-Topmodell dürften weniger als drei Sekunden nötig sein. Allerdings wird das Mittelklasseauto nicht schneller als der Model S (0 bis 100 km/h in 2,7 Sekunden) beschleunigen. Für mehr Vortrieb kommt ein zusätzlicher Elektromotor an der Vorderachse des Model 3 zum Einsatz – damit bekommt das Elektroauto neben der Leistungssteigerung auch einen Allradantrieb. Wie bei den anderen Tesla-Modellen dürften der besonders schnelle "Ludicrous"-Modus und die "Smart Air"-Luftfederung beim Model 3 P100D serienmäßig sein. AUTO BILD rechnet beim Performance-Modell mit einem Einstiegspreis von 80.000 Dollar.

Innenraum: Reduziert, modern und luftig

Das gigantische Display wird horizontal eingebaut. Herkömmliche Instrumente entfallen.

©Tesla

Wir steigen ein: Das Model 3 wird per Smartphone geöffnet, und ist startbereit. AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber nimmt Platz – und sitzt in der Zukunft. "Das Cockpit besteht aus Lenkrad mit zwei kleinen Knöpfen, die alles regeln, einem 15-Zoll-Touchscreen und sonst: nichts. Rundinstrumente? Lüftungsdüsen? Schalter? Mittelkonsole mit Gangwahlhebel und Handbremse? All das kommt mir plötzlich uralt vor. Braucht kein Mensch mehr. Dafür Platz, und den hab ich mehr als genug. Trotz 1,92 Metern eine Handbreit überm Kopf (auch hinten!) und im Fond ausreichend Beinfreiheit. Nicht Business-Class, aber Premium-Economy. Frischluft kommt im Model 3 über ein neuartiges Belüftungssystem aus einem einzigen Schlitz."

Fahren: US-Autoblog Jalopnik durfte schon selber fahren

Als weltweit erstes Medium durfte der US-Autoblog Jalopnik ein Model 3 selber fahren und einige Funktionen des neuen Tesla testen. Möglich machte es ein privater Tesla Model 3-Besitzer (Mason McLead), der sein frisch ausgeliefertes Auto für das Video zur Verfügung stellte. Den ganzen ersten Check mitsamt Blick in den Kofferraum und das vordere Gepäckabteil "Frunk" sehen Sie hier im Video:

Erst vor Kurzem fuhr einer der ersten privaten Tesla-Kunden mit seinem Model 3 quer durch die USA und checkte dabei die Topspeed. Auf einem leeren Highway schaffte der kleine Tesla 228 km/h und damit minimal mehr als Tesla für das Model 3 angibt. Laut Tesla soll das normale Model 3 210 km/h schaffen und die Long Range-Version 225 km/h. Der Besitzer You You Xue berichtet zudem, dass das Model 3 bei über 200 km/h sehr ruhig und spursicher unterwegs sei.

AUTO BILD durfte im Anschluss an die Tesla-Model-3-Premiere eine kurze Runde im Model 3 drehen. Die erste Fahrt bestand aus einer Runde um das gigantische Tesla-Werk, natürlich per Auto-Pilot (Level 2, also die Hände immer in Lenkrad-Nähe, kostet 5000 Dollar extra). Redakteur Schrieber: "Die Faszination des Fahrens kenne ich aus Model S und X. Das hier ist aber keine fette Limousine, kein fettes SUV. Das kompakte Format gibt dem '3' eine gewisse Selbstverständlichkeit. Wäre da nicht diese E-typische Gummiband-Beschleunigung. Die stärkere Version mit der größeren Reichweite, die ich fahre,  erreicht in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Die Federung: Ein Kompromiss von amerikanisch weich und sportlich, softer als ein 3er BMW."

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Nachteile des Tesla Model 3

Da es kein Head-up-Display gibt, wandert der Blick oft nach rechts auf das waagerechte Tablet voller Infos. Und weniger auf die Straße. Hauke Schrieber: "Das ist der Nachteil dieses radikalen Designs. Und: Auch bei Tesla muss der vergleichsweise günstige Preis irgendwo herkommen – also ist auch Plastik verbaut, der Kofferraum kann nur mechanisch geöffnet werden. Und wer das "offenporige Holzdekor", doppelte Ablagefächer und zweifachen Handy-Anschluss haben will, zahlt noch mal 5000 Dollar für das "Premium-Package".

Ausstattung: Luftfederung für das Model 3

Model 3-Kunden haben wenig Auswahl, damit die ersten Autos so schnell wie möglich vom Band rollen.

©Twitter/@sfmartinlin

Elon Musk hat auf Twitter verraten, dass das Tesla Model 3 in den USA ab Anfang 2018 mit Luftfederung erhältlich ist. Die Smart Air Suspension kann sich dabei sogar automatisch an Auffahrten oder ähnliches anpassen und nutzt dazu GPS-Daten. Die Luftfederung ist bei Model S und Model X so beliebt, dass Tesla das System in den USA zur Serienausstattung gemacht hat (vorher 3000 US Dollar Aufpreis). Für das Model 3 wird das Feature extra kosten und nur in Verbindung mit dem großen Batterie-Pack erhältlich sein. Abgesehen davon räumt Tesla den Kunden zunächst kaum Wahlmöglichkeiten bei der Ausstattung ein, um die Produktion schnell hochfahren zu können: Nur die Lackfarbe, Räder und die Autopilot-Funktion stehen zur Wahl. Das Komfortpaket und der größere Akku sind Standard, erst später will Tesla eine günstigere Version nachreichen.

Aufpreisliste ● Premium-Interieur: 5000 US-Dollar (USD)Autopilot: 5000 USDvollautonomes Fahren (wenn verfügbar und nur mit Autopilot): 3000 USDMetallic-Lack: 1000 USD19-Zoll-Sporträder: 1500 USD

Laden: Kein kostenloses Supercharging

Das Schnellladen an den Superchargern wird nicht kostenlos sein wie etwa beim Model S und Model X. Möglicherweise bietet Tesla eine nachbuchbare Schnellladefunktion an, diese Option gab es bereits für die Einstiegsversion des Model S mit 60-kWh-Batterie (nicht mehr erhältlich).

Elektroautos und ihre Reichweite

Preise und Motoren: So schnell sprintet das Model 3

Für das Tesla Model 3 haben bereits mehrere Hunderttausend Menschen 1000 Euro angezahlt. Und Tesla-Boss Elon Musk erwartet, dass es bald eine Million sein werden. Weil der Preis (in den USA) bei knapp 35.000 US-Dollar (umgerechnet 29.900 Euro) beginnt. Abzüglich verschiedener E-Subventionen könnte das "E-Auto für alle" in den USA bei 25.400 Dollar (21.400 Euro) starten. Theoretisch. Sehr theoretisch. Tatsächlich wird das Auto (bis zu 500 Kilometer Reichweite und voll ausgestattet), über 60.000 Dollar (50.500 Euro) kosten und mit ein paar Optionen an der 70.000-Dollar-Marke (59.000 Euro) kratzen. In Deutschland dürfte das erste private Model 3 vermutlich erst 2019 über die Straßen rollen, der Preis ist noch unklar.

Model 3 (Standard) • Akku-Größe: 50 kWhLeistung E-Motor: k.A.Reichweite: bis 350 kmLadedauer: 210 km Reichweite/30 Min. (Supercharger); 48 km Reichweite/Std. (32A)0 bis 100 km/h: 5,6 sHöchstgeschwindigkeit: 210 km/hLeergewicht: 1610 kg • Preis: ab 35.000 USD.

Model 3 (Long Range) • Akku-Größe: 75 kWhLeistung E-Motor: k.A.Reichweite: bis 500 kmLadedauer: 272 km Reichweite/30 min (Supercharger); 60 km Reichweite/ Std. (40 A)0 bis 100 km/h: 5,1 sHöchstgeschwindigkeit: 225 km/hLeergewicht: 1730 kg • Preis: ab 44.000 USD.

Allgemeine Daten • Abmessungen: L/B/H 4694/1849/1443 mm • Radstand: 2875 mm • cw-Wert: 0,23 • Heckantrieb • Hersteller-Garantie: 4 Jahre oder 80.000 km • Garantie auf Akku: 8 Jahre oder 160.000 km (Standard) bzw. 192.000 km (Long Range)

Eher zögerlich rollen die ersten ausgelieferten Tesla Model 3 zu den Kunden, doch an der Startlinie selbst ist der Massen-Tesla 3 offenbar fixer als gedacht. Die Beschleunigungsexperten von Drag Times haben die Beschleunigung einer Long-Range-Version des neuen Stromers auf der Straße nachgemessen. Ergebnis per VBOX-Messung: Von 0 auf 60 mph (0-97 km/h) sprintete das Model 3 in knapp 4,7 Sekunden, also fast fünf Zehntelsekunden schneller als offiziell angegeben (5,1 Sekunden)! Damit liegt der Kompakt-Stromer fast schon im Bereich der "langsamsten" Model-S-Variante (4,2). Ähnliches fanden auch die Kollegen vom Tesla Racing Channel heraus, die das Model 3 ins Drag Race mit zwei Model S schickten (siehe Video unten). Zudem lieferte der Test von Drag Times weitere Leistungsdaten: So absolvierte das Model 3 die Viertelmeile in 13, 376 Sekunden bei einem Spitzentempo von 103 mph (165.76 km/h).

Lieferzeit: Produktionsprobleme verringert

Tesla bekommt seine Fertigungsprobleme beim Model 3 langsam in den Griff. Wie das Unternehmen am 3. Januar 2018 in seiner Bilanz bekannt gab, wurden im letzten Quartal genau 1550 Model 3 ausgeliefert, 860 weiter seien auf dem Weg zu Kunden. Allein in den letzten sieben Arbeitstagen des Jahres 2017 liefen 793 Model 3 vom Band. Den Angaben zufolge produzierte Tesla vom 9. Dezember 2017 an mehr Model 3 als in den gesamten vier Monaten zuvor. Zum Ende des ersten Quartals 2018 erwartet Tesla eine Model-3-Produktionsrate von 2500 Fahrzeugen pro Woche. Drei Monate später sollen es die doppelte Anzahl sein. 5000 Stück pro Woche waren ursprünglich schon für Ende 2017 anvisiert worden. Insgesamt verkaufte Tesla im letzten Quartal 2017 mit 29.870 Fahrzeugen (15.200 Model S, 13.120 Model X, 1550 Model 3) so viel wie nie zuvor.
Hauke Schrieber

Hauke Schrieber

Fazit

Wie kein Auto zuvor bricht das Model 3 mit Traditionen. Dieses Auto lässt niemanden kalt. Was etablierte Hersteller als Zukunftsvisionen per Einzelstück auf Messen stellen, baut Tesla jetzt schon in Serie. BMW, Audi, VW, Daimler – ihr seht gerade ganz alt aus.

Autoren: Katharina Berndt, Hauke Schrieber,

Fotos: Tesla, Twitter/@sfmartinlin

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