Tesla Model 3 (2017): Bilder, Test und Infos

Tesla Model 3 (2017): Bilder, Test und Infos

Tesla Model 3 (2017): Infos

— 05.09.2017

Endlich: Alle Infos zum Model 3

AUTO BILD fuhr das Tesla Model 3. Außerdem gibt's jetzt offizielle Preise sowie erste Ausstattungsdetails. Plus neue Infos zur Reichweite!

Vorstellung: Bis zu 800 Kilometer Reichweite?
Interieur: Reduziert, modern und luftig
Fahren: Weich und sportlich im Level 2
Ausstattung: Luftfederung für das Model 3 (Update!)
Laden: Kein kostenloses Supercharging
Preise und Motoren: Model 3 mit 80,5 kWh-Akku?

Vorstellung: Bis zu 800 Kilometer Reichweite?

Video: Tesla Model S, X, 3 und Y (2017)

Die Tesla-Generationen

Neue Infos zur Reichweite des Model 3! Vorläufige Dokumente der amerikanischen Umweltbehörde EPA verraten, dass das Model 3 einen 80,5-kWh-Akku mit knapp 500 Kilometern (310 Meilen) Reichweite bekommen soll. Zudem will die EPA mit einem Model 3 Long Range umgerechnet 797 Kilometer (495 Meilen) rein elektrisch gefahren sein. Diese Werte dürfte die Behörde wohl unter optimalen Bedingungen erreicht haben, denn laut neuesten Medienberichten soll Elon Musk die Reichweite des normalen Model 3 weiterhin mit 220 Meilen (rund 350 km) und 310 Meilen (rund 500 km) für die Long Range-Version angeben – Reichweiten, die wahrscheinlich den Alltagsbetrieb zugrunde legen. Die Batteriekapazität hat Musk angeblich mit "knapp über 50 kWh" und "75 kWh" angegeben. Offiziell bestätigt sind diese Werte allerdings noch nicht.

Die schnelle Performance-Variante des Model 3 mit dem Namen "P100D" will Tesla voraussichtlich im Sommer 2018 auf den Markt bringen, das hat Tesla-Chef Elon Musk via Twitter verkündet. Aktuell schafft die schnellste Version den Sprint bis 100 km/h in 5,1 Sekunden, beim Topmodell dürften weniger als drei Sekunden nötig sein. Allerdings wird das Mittelklasseauto nicht schneller als der Model S (0 bis 100 km/h in 2,7 Sekunden) beschleunigen. Für mehr Vortrieb kommt ein zusätzlicher Elektromotor an der Vorderachse des Model 3 zum Einsatz – damit bekommt das Elektroauto neben der Leistungssteigerung auch einen Allradantrieb. Wie bei den anderen Tesla-Modellen dürften der besonders schnelle "Ludicrous"-Modus und die "Smart Air"-Luftfederung beim Model 3 P100D serienmäßig sein. AUTO BILD rechnet mit einem Einstiegspreis von 80.000 Dollar.

Die ersten 30 Käufer haben ihr Model 3 auf einer Party im Tesla-Werk Kalifornien erhalten. AUTO BILD-Reporter Hauke Schrieber war vor Ort, schaute sich das Model 3 genauer an und konnte es sogar für gut zehn Minuten fahren. Fotografieren war streng verboten – mögliche Macken dieser ersten Autos, die in Fremont vom Band rollen, sollen nicht um die Welt gehen. Der erste Eindruck vom Model 3: Typisch Tesla, und doch anders. Ein Monolith. Wie aus einem Guss, obwohl halb Stahl, halb Alu (Model S: nur Alu). Was sich andere nicht trauen, macht Tesla einfach: E-Motor im Heck. Akku im Boden. Vorn und hinten Kofferräume. Das Dach fast komplett Glas. Ein einzigartiges Design, ohne zu schräg zu sein.

Interieur: Reduziert, modern und luftig

Das gigantische Display wird horizontal eingebaut. Herkömmliche Instrumente entfallen.

©Tesla

Das Model 3 wird per Smartphone geöffnet und ist startbereit. Hauke Schrieber nimmt Platz – und sitzt in der Zukunft. "Das Cockpit besteht aus Lenkrad mit zwei kleinen Knöpfen, die alles regeln, einem 15-Zoll-Touchscreen und sonst: nichts. Rundinstrumente? Lüftungsdüsen? Schalter? Mittelkonsole mit Gangwahlhebel und Handbremse? All das kommt mir plötzlich uralt vor. Braucht kein Mensch mehr. Dafür Platz, und den hab ich mehr als genug. Trotz 1,92 Metern eine Handbreit überm Kopf (auch hinten!) und im Fond ausreichend Beinfreiheit. Nicht Business-Class, aber Premium-Economy. Frischluft kommt im Model 3 über ein neuartiges Belüftungssystem aus einem einzigen Schlitz."

Fahren: Weich und sportlich im Level 2

Die erste Fahrt besteht aus einer Runde um das gigantische Tesla-Werk, natürlich per Auto-Pilot (Level 2, also die Hände immer in Lenkrad-Nähe, kostet 5000 Dollar extra). Redakteur Schrieber: "Die Faszination des Fahrens kenne ich aus Model S und X. Das hier ist aber keine fette Limousine, kein fettes SUV. Das kompakte Format gibt dem "3" eine gewisse Selbstverständlichkeit. Wäre da nicht diese E-typische Gummiband-Beschleunigung. Die stärkere Version mit der größeren Reichweite, die ich fahre, ist in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Die Federung: Ein Kompromiss von amerikanisch weich und sportlich, softer als ein 3er BMW."

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Nachteile des Tesla Model 3

Da es kein Head-up-Display gibt, wandert der Blick oft nach rechts auf das waagerechte Tablet voller Infos. Und weniger auf die Straße. Hauke Schrieber: "Das ist der Nachteil dieses radikalen Designs. Und: Auch bei Tesla muss der vergleichsweise günstige Preis irgendwo herkommen – also ist auch Plastik verbaut, der Kofferraum kann nur mechanisch geöffnet werden. Und wer das "offenporige Holzdekor", doppelte Ablagefächer und zweifachen Handy-Anschluss haben will, zahlt nochmal 5000 Dollar für das "Premium-Package".

Die ersten 30 Tesla Model 3 gingen an Mitarbeiter. Sie sollen Kinderkrankheiten melden. Bis Ende 2017 soll die Produktion auf 5000 Autos im Monat hochgefahren werden, dann eine halbe Million pro Jahr. Zunächst nur die teure High-End-Version. Dann wird die lange Liste der Vorbesteller abgearbeitet.

Ausstattung: Luftfederung für das Model 3

Model 3-Kunden haben wenig Auswahl, damit die ersten Autos so schnell wie möglich vom Band rollen.

©Twitter/@sfmartinlin

Elon Musk hat auf Twitter verraten, dass das Tesla Model 3 in den USA ab Anfang 2018 mit Luftfederung erhältlich ist. Die Smart Air suspension kann sich dabei sogar automatisch an Auffahrten oder ähnliches anpassen und nutzt dazu GPS-Daten. Die Luftfederung ist bei Model S und Model X so beliebt, dass Tesla das System in den USA zur Serienausstattung gemacht hat (vorher 3000 US Dollar Aufpreis). Für das Model 3 wird das Feature extra kosten und nur in Verbindung mit dem großen Batterie-Pack erhältlich sein. Abgesehen davon räumt Tesla den Kunden zunächst kaum Wahlmöglichkeiten bei der Ausstattung ein, um die Produktion schnell hochfahren zu können: Nur die Lackfarbe, Räder und die Autopilot-Funktion stehen zur Wahl. Das Komfortpaket und der größere Akku sind Standard, erst später will Tesla eine günstigere Version nachreichen.

Aufpreisliste ● Premium-Interieur: 5000 US-Dollar (USD)Autopilot: 5000 USDvollautonomes Fahren (wenn verfügbar und nur mit Autopilot): 3000 USDMetallic-Lack: 1000 USD19-Zoll-Sporträder: 1500 USD

Laden: Kein kostenloses Supercharging

Das Schnellladen an den Superchargern wird voraussichtlich nicht kostenlos sein wie etwa beim Model S und Model X. Möglicherweise bietet Tesla eine nachbuchbare Schnellladefunktion an, diese Option gab es bereits für die Einstiegsversion des Model S mit 60-kWh-Batterie (nicht mehr erhältlich).

Elektroautos und ihre Reichweite

Preise und Motoren: Model 3 mit 80,5 kWh-Akku?

Für das Tesla Model 3 haben bereits 400.000 Menschen schon 1000 Euro angezahlt. Und Tesla-Boss Elon Musk erwartet, dass es bald eine Million sein werden. Weil der Preis (in den USA) bei knapp 35.000 US-Dollar (umgerechnet 29.900 Euro) beginnt. Abzüglich verschiedener E-Subventionen startet das "E-Auto für alle" in den USA bei 25.400 Dollar (21.400 Euro). Theoretisch. Sehr theoretisch. Tatsächlich wird das Auto (bis zu 500 Kilometer Reichweite und voll ausgestattet), über 60.000 Dollar (50.500 Euro) kosten und mit ein paar Optionen an der 70.000-Dollar-Marke (59.000 Euro) kratzen. Die ersten US-Kunden, die jetzt bestellen, bekommen das Model 3 laut Elon Musk Ende 2018. In Deutschland dürfte das erste private Model 3 vermutlich in 2019 über die Straßen rollen, der Preis ist noch unklar.

Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat vorläufige Dokumente zum Model 3 veröffentlicht. Laut der EPA wird das Tesla-Einstiegsmodell einen 80,5 kWh-Akku (262 PS) bekommen, womit knapp 500 Kilometer Reichweite möglich sein sollen. Das Gewicht gibt die Umweltschutzbehörde mit 1740 Kilo an. Glaubt man den Dokumenten, so soll die Long Range Version bei ersten Tests sogar 797 Kilometer ohne Nachladen geschafft haben. 

Die folgenden technischen Daten hat AUTO BILD bisher von offizieller Seite erfahren:

Model 3 (Standard) • Akku-Größe: k.A. (AUTO BILD vermutet 55 kWh)Leistung E-Motor: k.A.Reichweite: bis 350 km*Ladedauer: 210 km Reichweite/30 Min. (Supercharger); 48 km Reichweite/Std. (32A)0 bis 100 km/h: 5,6 sHöchstgeschwindigkeit: 208 km/hLeergewicht: 1610 kg • Preis (ab Herbst 2017): ab 35.000 USD.

Model 3 (Long Range) • Akku-Größe: k.A. (AUTO BILD vermutet 75 kWh)Leistung E-Motor: k.A.Reichweite: bis 500 km*Ladedauer: 272 km Reichweite/30 min (Supercharger); 60 km Reichweite/ Std. (40 A)0 bis 100 km/h: 5,1 sHöchstgeschwindigkeit: 224 km/hLeergewicht: 1730 kg • Preis (ab Juli 2017): ab 44.000 USD.

Allgemeine Daten • Abmessungen: L/B/H 4694/1849/1443 mm • Radstand: 2875 mm • cw-Wert: 0,23 • Heckantrieb • Hersteller-Garantie: 4 Jahre oder 80.000 km • Garantie auf Akku: 8 Jahre oder 160.000 km (Standard) bzw. 192.000 km (Long Range)
* EPA-Zyklus (realistischerer US-Wert)

Tesla Model 3 (2017): Bilder, Test und Infos

Hauke Schrieber

Hauke Schrieber

Fazit

Wie kein Auto zuvor bricht das Model 3 mit Traditionen. Dieses Auto lässt niemanden kalt. Was etablierte Hersteller als Zukunftsvisionen per Einzelstück auf Messen stellen, baut Tesla jetzt schon in Serie. BMW, Audi, VW, Daimler – ihr seht gerade ganz alt aus.

Autoren: Katharina Berndt, Hauke Schrieber

Fotos: Tesla, Twitter/@sfmartinlin

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