Tesla Model 3 (2017): Erster Prototyp rollt

Tesla Model 3 (2017): Prototyp auf Testfahrt

— 16.03.2017

Model 3-Prototyp auf der Straße

Tesla startet erste Testfahrten mit dem Model 3. Tesla-Tuner Unplugged Performance hat einen der ersten Prototypen vor die Kamera bekommen. Video!

Vorstellung: Ein bezahlbarer Stromer für fünf
Interieur: Die Frage nach dem Cockpit (Update!)
Ausstattung: Autonomes Fahren und "Ludicrous"-Modus
Antrieb und Laden: Kein kostenloses Supercharging

Einen 100-kWh-Akku bekommt das Model 3 aufgrund seines zu kurzen Radstands nicht.

Tesla-Tuner Unplugged Performance hat einen ersten Prototypen des Tesla Model 3 gesichtet. Unmittelbar vor den Toren des kalifornischen Unternehmens drehte der neueste Spross des E-Mobilität-Pioniers seine Runden. Der rollende Stromer unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von der Studie, die Musk im vergangen Jahr präsentierte. Kurze Überhänge am Heck, die an das Model X erinnern und die markante Tesla-Front ohne Kühlergrill sprechen für die typische Tesla-Optik. Sogar auf dem Kennzeichen steht bereits Model 3. Ein echter Zufall ist es aber nicht, dass der Tuner den Wagen gefilmt hat. Der Hauptsitz von Unplugged Performance befindet sich auf dem gleichen Industriegelände wie Tesla und SpaceX, das Raumfahrt-Unternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk.

Vorstellung: Ein bezahlbarer Stromer für fünf

Mit dem riesigen Glasdach wirkt das Model 3 sehr luftig, das Heck ist gefällig gezeichnet.

Am 20. Februar 2017 hat der Elektro-Pionier laut Carscoops mit der Test-Produktion des Model 3 begonnen. Der sehnsüchtig erwartete Einstiegs-Stromer wird in der Tesla-Fabrik in Fremont erstmals in der Basis-Variante das Produktionsband verlassen. Über die angepeilte Stückzahl gibt es vorerst keine Informationen. Klar ist aber schon, dass die Batteriekapazität unter 100 kWh liegt, denn für den großen Batteriesatz fällt der Radstand des Model 3 zu gering aus, twitterte Elon Musk. Der Produktiosstart Ende Februar hat wahrscheinlich viele Vorbesteller beruhigt, da Tesla eine Massenproduktion für Juli 2017 angekündigt hat. Das Anlaufen der Test-Produktion deutet darauf hin, dass Tesla in der Lage ist, den ambitionierten Zeitplan für das Model 3 einzuhalten. Kritiker wenden allerdings ein, dass Design-Änderungen den Start des Model 3 verzögern könnten.

Hundertausende Vorbestellungen

Schon der verspätete Start von Model S und X spielte Kritikern in die Hände. Der Druck auf Tesla-Gründer Elon Musk ist hoch, denn das Model 3 gilt schon vor dem Marktstart als besonderes Auto: Kaum eine andere Marke hat es wie Tesla geschafft, die Fans so von einem Modell zu begeistern, dass sie es unbesehen vorbestellen: Schon vor der Präsentation waren rund 100.000 Bestellungen für das neue Mittelklassemodell bei den Amerikanern eingetrudelt, insgesamt sollen es über 400.000 sein. Beim Bestellstart in Hamburg sprach AUTO BILD mit den ersten Kunden:

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Interieur: Die Frage nach dem Cockpit

Das Cockpitfoto vom Oktober 2016 zeigt ein großes horizontales Display. Serienversion? Noch unklar.

Fünf Personen finden im Model 3 Platz. Wie bei den anderen Tesla-Fahrzeugen gibt es vorne und hinten einen Kofferraum – schließlich fehlt ein Platz raubender Verbrennungsmotor. Noch offen ist die Frage um das Cockpitdesign: Im März 2016 thronte im Cockpit ein riesiger Bildschirm auf dem Armaturenträger – anders als in vorherigen Modellen aber im Querformat. Kurz nach der Präsentation am 31. März 2016 streute Tesla-Chef Elon Musk Gerüchte, dass der Innenraum des Model 3 anders als gezeigt aussehen werde: "Das ist nicht das echte Cockpit." Außerdem twitterte er: "Im echten Cockpit fühlt man sich wie in einem Raumschiff." Ein neues Bild vom Dezember 2016 (siehe Foto links) zeigt ein minimalistisches Cockpit. Das Magazin "electrek" meldete, es stamme wahrscheinlich von einer Tesla-Feier im November. Neben typischen Instrumenten fehlen auch Lüftungsdüsen. Einem Tesla-Ingenieur zufolge soll es ein neuartiges Belüftungssystem geben, das mit einem einzigen Schlitz auskommt. Am 1. April 2016 meldete Reuters, die Displaytechnik für das Model 3 werde von LG kommen.

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Ausstattung: Autonomes Fahren und "Ludicrous"-Modus

Trotz Rückschlägen beim Autopiloten hält Tesla am autonomen Fahren fest: Serienmäßig soll es die Hardware für den Autopiloten geben. Auch den "Ludicrous"-Modus mit einer extrem erhöhten Beschleunigung soll es Elon Musk zufolge geben – jedoch gegen Aufpreis.

Antrieb und Laden: Kein kostenloses Supercharging

Die Dachlinie des Model 3 fällt coupéhaft nach hinten ab. Tesla verspricht aber Platz für fünf Personen.

Wegen des Prototypstatus hält sich die Menge der verfügbaren Informationen zum Model 3 in Grenzen: Die Reichweite soll rund 346 Kilometer betragen, in weniger als sechs Sekunden beschleunigt der Tesla auf 100 km/h. AUTO BILD geht davon aus, dass es auch bessere Ausstattungen mit einer stärkeren Batterieleistung geben wird. Bei der Tesla-Aktionärsversammlung kam die Frage, ob das Schnellladen an den Superchargern – wie etwa beim Model S und Model X – kostenlos sein soll. Tesla-Chef Elon Musk wies darauf hin, die Bereitstellung der Supercharger habe ihren Preis – naheliegend sei daher, diese Funktion von den Kosten für das Model 3 abzukoppeln. Laut dem Magazin "The Verge" sagte Musk: "Es wird aber kein kostenloses Laden geben, außer man kauft das Paket." Was genau "das Paket" beinhaltet und wie teuer es wird, ist nicht bekannt. Für die Einstiegsversion des Model S mit 60-kWh-Batterie (nicht mehr erhältlich) gab es die nachbuchbare Schnellladefunktion für 2500 US-Dollar. Das Model 3 soll 35.000 US-Dollar kosten, einen Preis für den deutschen Markt gibt es noch nicht.

Sitzprobe Tesla X

Autoren: , Christoph Richter

Fotos: www.electrek.com, https://www.facebook.com/groups/TeslaMotorsModel3

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