Tesla Model 3 (2018): Test und Infos

Tesla Model 3 (2018): Test und Infos

Tesla Model 3 (2018): Test, Preis, technische Daten, Innenraum

Alle Infos zum Model 3

Der Tesla Model 3 Performance hat sich einen starken Gegner ausgesucht: den BMW M3. Jetzt gibt es neue Modi für das Model 3!

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Der Tesla Model 3 soll ein Elektroauto für den Massenmarkt werden. Im Fokus steht das Basismodell des Model 3 mit einem 50-kWh-Akku, es gilt als das am ehesten bezahlbare E-Auto für den Massenmarkt. Bei dieser Ausstattung soll der Akku rund 350 Kilometer Reichweite ermöglichen. Noch ist diese Version allerdings nicht erhältlich, weder in den USA noch in Europa. Laut Elon Musk beginnt die Auslieferung des Model 3 als Linkslenker nach Asien und Europa im ersten Halbjahr 2019 – ein halbes Jahr später als ursprünglich angepeilt. Der reduzierte Innenraum, in dem die meisten Funktionen über das sehr große Zentraldisplay gesteuert werden, ist typisch Tesla. Außerdem beherrscht das Elektroauto Features wie autonomes Einparken und teilautonomes Fahren. Noch sind keine offiziellen Preise bekannt, AUTO BILD rechnet mit einem Einstiegspreis von 40.000 Euro.

Innenraum: Reduziert, modern und luftig

Der Innenraum ist extrem reduziert, der Großteil der Bedienung erfolgt über das große Zentraldisplay.

©Tesla

Schon beim Öffnen wird klar, wo das Geld im Vergleich zum Model S gespart wurde. Statt eines Schlüssels in Form des Autos gibt es eine labberige Magnetkarte. Dieses Kärtchen muss man an die B-Säule halten, um das Auto aufzuschließen. Hochwertig geht anders. Auch die Türgriffe fahren nicht so elegant aus dem Blech wie bei den großen Modellen, sie erinnern eher an einen alten Fiat Barchetta. War damals übrigens schon fummelig.
Das war es dann auch schon mit der Kritik. Der Innenraum überrascht mit seiner Reduktion. Keine Schalter weit und breit, einzig die Fensterheber und zwei Drehknubbel auf dem Lenkrad müssen reichen. Dazu gibt es eine routinierte Verarbeitung und klassenübliche Materialien – auch wenn im unteren Cockpitbereich kratzempfindliches Hartplastik verbaut wird. Bei der Bedienung können wir Entwarnung geben. Wer mit einem iPad unfallfrei umgehen kann, kommt auch mit dem Model 3 klar. Logische Menüs, einfach strukturiert. Alles gut also? Nicht ganz. Das Platzangebot der fast 4,70 Meter langen Limousine enttäuscht. Während vorn völlig ausreichend Platz ist, reicht die Rückbank kaum für Passagiere über 1,80 Meter Länge. Dafür, dass die Technik so wenig Platz braucht, ist das zu wenig. Und auch der Gepäckraum ist zu klein, schluckt mit 340 Litern einen Koffer weniger als die Konkurrenz – und ist durch die winzige Öffnung nur schwer zu beladen. Das Fach vorn mit 85 Litern Volumen ist da nur ein schwacher Trost.

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Fahren: Komfortabel und sprintstark

Der Elektropunch des Tesla Model 3 beigeistert von der ersten Drehzahl an.

©Twitter/@sfmartinlin

Auf dem Testgelände schlägt sich der Tesla gut. Von 0 auf 100 km/h geht es in rund 5,5 Sekunden, auch zehnmal hintereinander. Dabei begeistert der Elektropunch von der ersten Drehzahl an, auch wenn der Model 3 nicht ganz so bissig zur Sache geht wie die größeren Tesla und bei feuchter Fahrbahn auch schon einmal mit Traktionsproblemen (nur Hinterradantrieb!) zu kämpfen hat. Enttäuschend hingegen die Bremswerte. Wegen der verbauten US-Ganzjahresreifen von Michelin rutscht der Tesla schon mit kalten Bremsen rund 41 Meter weit, mit warmer Bremsanlage werden es sogar gut 43 Meter. Die Konkurrenz steht fünf Meter früher. Auch das Fahrverhalten leidet ein wenig unter den Reifen. Brav untersteuernd schiebt das Model 3 im Grenzbereich über die Vorderräder – unspektakulär, aber auch unsportlich. Das passt nicht so ganz zur Lenkung. Die ist in drei Modi verstellbar, arbeitet entweder teigig (im Komfort-Modus) oder um die Mittellage viel zu spitz (Sport-Modus), das bringt eine Menge Unruhe ins Auto. Dafür arbeitet die Federung ähnlich komfortabel und ausgewogen wie bei Model S und X: Kurze Unebenheiten schluckt die Limousine straff, aber souverän weg.

Ausstattung: Mit Party- und Camper-Mode (Update!)

Parallel zu den anderen Tesla-Modellen S und X erhält auch das Model 3 demnächst den "Party- und Camper-Mode", das verkündete Tesler-Chef Elon Musk auf Twitter. Damit lassen sich die Lüftung, die Heizung, die Innenbeleuchtung und die Musikanlage bis zu 48 Stunden betreiben, ohne dass das Fahrzeug eingeschaltet sein muss. Damit soll das Übernachten im Auto komfortabel werden. Es ist die dritte Version des Camper-Modes. Bereits 2014 stellten Nutzer Tutorials auf Youtube, wie ein Tesla zum Reisemobil umfunktioniert werden kann. Der große Nachteil damals: Da das Fahrzeug im Grunde eingeschaltet und fahrbereit sein musste, leuchteten die Tagfahrlichter ständig. Das kann zu ungewolltem Aufsehen führen. Abhilfe schaffte nur das Abdecken der Scheinwerfer durch Tücher. Nach einem Update 2017 wurde es dann möglich, die Klimaanlage zu aktivieren, ohne den Tesla starten zu müssen, weshalb auch die Lichter aus blieben. Der von Elon Musk angekündigte "Camper-Mode" ist somit die erste offizielle Version des Herstellers.

Einpark-Feature für das Model 3

Wie Model S und Model X hat nun auch das Model 3 eine autonome Einparkfunktion an Bord. Wie Tesla per Twitter zeigt, kann der Stromer damit ohne fremde Hilfe in eine enge Garage, an einer Wand oder neben einer Säule einparken. Das "Summon"-Feature wurde per Software-Update aufgespielt und kann sogar Garagentore selbstständig öffnen und schließen. Angekündigt ist auch eine weitere wichtige Ausstattung in den USA: die Luftfederung. Die Smart Air Suspension passt sich automatisch an Auffahrten oder Ähnliches an und nutzt dazu GPS-Daten. Die Luftfederung ist bei Model S und Model X so beliebt, dass Tesla das System in den USA zur Serienausstattung gemacht hat. Für das Model 3 wird das Feature extra kosten und nur in Verbindung mit dem großen Batterie-Pack erhältlich sein.
Aufpreisliste ● Premium-Interieur: 5000 US-Dollar (USD)Autopilot: 5000 USDvollautonomes Fahren (wenn verfügbar und nur mit Autopilot): 3000 USDMetallic-Lack: 1000 USD19-Zoll-Sporträder: 1500 USD.

Performance-Modell als M3-Gegner?

Der Model 3 Performance soll den Sprint auf 100 km/h in 3,5 Sekunden schaffen.

©Tesla

Der stärkste Model 3 mit dem Namenszusatz Performance soll es mit dem BMW M3 aufnehmen. Das hat Tesla-Chef Elon Musk über Twitter mitgeteilt. Laut Musk wird der Modell 3 alle anderen Autos seiner Klasse schlagen, sei preislich auf dem Niveau eines BMW M3 aber 15 Prozent schneller und mit besserem Handling. Der Modell 3 Performance kostet 78.000 Dollar (BMW M3: ab 66.500 USD), bei uns dürfte der Preis bei 80.000 Euro liegen. Zum Einsatz kommt ein "Dual Motor Design", das jede Achse einzeln antreibt, ein Sportfahrwerk legt das Elektroauto zudem 10 Millimeter tiefer, größere Bremsen runden den sportlichen Auftritt ab. So ausgestattet, soll der Model 3 Performance den Sprint auf 100 km/h in 3,5 Sekunden schaffen – die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 249 km/h. Der große 75-kWh-Akku sorgt für den nötigen Strom. Ob und wann der stärkste Model 3 in Deutschland angeboten wird, ist noch unklar.

Preise und Motoren: So schnell sprintet das Model 3

Einen 100-kWh-Akku bekommt das Model 3 wegen seines kurzen Radstands nicht.

Offiziell schafft die schnellste Version den Sprint bis 100 km/h in 5,1 Sekunden, beim Performance-Topmodell dürften dafür weniger als drei Sekunden nötig sein. Wie bei den anderen Tesla-Modellen dürften der besonders schnelle "Ludicrous"-Modus und die "Smart Air"-Luftfederung beim Model 3 P100D serienmäßig sein. Das Model 3 bekommt zwei Akku-Varianten mit 50 und 75 kWh Kapazität, die für Reichweiten von 350 bis 500 Kilometer) sorgen sollen. Die amerikanische Umweltbehörde EPA will mit einem Model 3 Long Range sogar umgerechnet 797 Kilometer (495 Meilen) rein elektrisch gefahren sein. Das Schnellladen an den Superchargern wird nicht kostenlos sein wie etwa beim Model S und Model X. Möglicherweise bietet Tesla eine nachbuchbare Schnellladefunktion an, diese Option gab es bereits für die Einstiegsversion des Model S mit 60-kWh-Batterie. Gegenüber dem in den USA angepeilten Einstiegspreis von offiziell 35.000 Dollar vor Steuern dürfte der Verkaufspreis in Europa höher ausfallen. AUTO BILD rechnet mit mindestens 40.000 Euro für die Basisvariante.

Technische Daten: Bis zu 249 km/h schnell

Model 3 Standard • Akku-Größe: 50 kWhLeistung E-Motor: k.A.Reichweite: bis 350 kmLadedauer: 210 km Reichweite/30 Min. (Supercharger); 48 km Reichweite/Std. (32A)0 bis 100 km/h: 5,6 sHöchstgeschwindigkeit: 210 km/hLeergewicht: 1610 kg • Preis: ab 35.000 USD.
Model 3 Long Range • Akku-Größe: 75 kWhLeistung E-Motor: 192 kW/261 PSReichweite: bis 500 km (laut CARB-Messverfahren bis 795 km)Ladedauer: 272 km Reichweite/30 min (Supercharger); 60 km Reichweite/ Std. (40 A)0 bis 100 km/h: 5,1 sHöchstgeschwindigkeit: 225 km/hLeergewicht: 1730 kg • Preis: ab 49.000 USD.
Model 3 Long Range (Dual-Motor, AWD) Akku-Größe: 75 kWhLeistung E-Motor: k.A.Reichweite: 500 kmLadedauer: 272 km Reichweite/30 min (Supercharger); 60 km Reichweite/ Std. (40 A)0 bis 100 km/h: 5,1 sHöchstgeschwindigkeit: 233 km/hLeergewicht: k.A. • Preis: ab 53.000 USD (Dual-Motor AWD Performance: ab 64.000 USD).
Model 3 Performance (Dual Motor, AWD) ● Akku-Größe: 75 kWh ● Leistung: k.A. ● Reichweite: 500 km ● Ladedauer: 272 km Reichweite/30 min (Supercharger); 60 km Reichweite/ Std. (40 A) 0 bis 100 km/h: 3,5 s ● Höchstgeschwindigkeit: 249 km/h ● Leergewicht: k.A. • Preis: ab 78.000 USD.
Allgemeine Daten • Abmessungen: L/B/H 4694/1849/1443 mm • Radstand: 2875 mm • cw-Wert: 0,23 • Heckantrieb • Hersteller-Garantie: 4 Jahre oder 80.000 km • Garantie auf Akku: 8 Jahre oder 160.000 km (Standard) bzw. 192.000 km (Long Range).

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Gebrauchtwagen: Model 3 gebraucht für 69.500 Euro

Wer es nicht abwarten will, der kann über Umwege schon jetzt ein Model 3 in Deutschland bekommen. Es gibt Privatpersonen, die das Auto nach Deutschland importiert haben. Im AUTO BILD Gebrauchtwagenmarkt wird ein fast neues Model 3 in Deutschland für 69.500 Euro angeboten. Um die Zulassung des US-Modells muss sich der Käufer allerdings selbst kümmern.

Gebrauchtwagensuche: Tesla

Zudem bietet auch eine Autovermietung das Model 3 in Deutschland an. Die Autovermietung Arndt in Neuss bei Düsseldorf hat drei der US-E-Limousinen auf eigene Faust importiert. Der Haken an der Sache: Vorerst können nur gewerbliche Kunden, z.B. Unternehmen aus der Fahrzeugindustrie und Zulieferer-Firmen, für Testzwecke ein Model 3 anmieten. Grund ist die fehlende Homologation des Modells in Deutschland.

Tesla Model 3 (2018): Test und Infos

Autoren: Katharina Berndt, Stefan Voswinkel, , Maike Schade

Fotos: Tesla

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