Tesla Model S: Autonomes Fahren mit Bosch

Tesla Model S: Autonomes Fahren mit Bosch

— 14.07.2015

Fahren oder fahren lassen?

Bosch hat ein Tesla Model S aufgemotzt: Der Stromer kann im Straßenverkehr nun autonom fahren. Wir haben den Test im Versuchsfahrzeug gemacht.

Die automobile Zukunft ist eigentlich schon da. Schon jetzt kann so ein cleverer Stromer wie der Tesla Model S so allerhand: Ist der Autopilot aktiviert, folgt er der Straße, lenkt in Kurven ein und regelt sein Tempo nach der Verkehrslage.
Alle News und Tests zu Tesla

Der Tesla fährt Tempo 108 – Redakteur Stefan Diehl (r.) und Entwickler Stefan Küperkoch unterhalten sich entspannt.

Doch die findigen Schwaben von Bosch machen den Tesla jetzt noch schlauer: Dann entscheidet er selbst, wie er fährt. Es klingt unglaublich, doch wir haben’s erlebt. An einem Freitagmittag auf der gefüllten A 81 bei Heilbronn. Bosch-Ingenieur Stefan Küperkoch fährt, ohne zu fahren. Das Lenkrad hat er längst losgelassen, und das Model S beschleunigt trotzdem auf Tempo 120. Dann, etwa 300 Meter vor uns, ein gelber Brummi. Automatisch setzt der Super-Tesla den Blinker, das Steuer dreht sanft nach links, der Wagen überholt den Lkw und schert mit reichlich Abstand vor ihm ein. Wie von Geisterhand.

Fahrbericht Tesla Model S

Eine kleine GPS-Antenne auf dem Heck sorgt für die zentimetergenaue Ortung des autonomen Tesla.

Möglich macht’s die sensible Extratechnik der schwäbischen Tüftler. Insgesamt 50 zusätzliche Komponenten sind drin. Ringsum am Wagen wurden kleine schwarze Kästchen montiert: Diese Laserscanner tasten den Nahbereich ums Auto ab. Zusätzlich schaut eine Kamera vorn im Stoßfänger bis zu 300 Meter weit in die Ferne. Hinter der Windschutzscheibe ist noch eine Kamera mit zwei Objektiven angebracht. Die Stereolinse erkennt Fahrspuren, Verkehrsschilder und misst die Entfernung zum vorausfahrenden Wagen. Auf dem Heckdeckel thront ein Antennen-Pilz, der auf den Zentimeter genau GPS-Signale empfängt. Im Innenraum ein weiteres Display, das in unterschiedlichen Farben schematisch das Umfeld anzeigt. Grün für unbewegliche, Gelb für bewegliche Hindernisse.

ZF Smart Urban Vehicle: Vorstellung

Dazu drei rote Knöpfe in der Mittelkonsole: die Notabschaltung. Denn egal, wie schlau dieser Tesla auch ist: Letztlich entscheidet der Fahrer, muss jederzeit eingreifen können. Und Sicherheit geht vor: Die wichtigsten Systeme wie Lenkung, Bremsen, Steuergeräte und Stromversorgung sind im Test-Tesla doppelt vorhanden. Und wann lassen wir uns fahren? Projektleiter Dr. Michael Fausten: "Wir denken, 2020 ist das vollautomatische Fahren auf Autobahnen serienreif." Doch bis die Zukunft in fünf Jahren beginnt, muss der Gesetzgeber noch die Rahmenbedingungen schaffen.
Autor:

Stefan Diehl

Fazit

Es dauert bestimmt noch fünf Jahre, bis autonomes Fahren in Serie möglich ist. Doch jetzt schon sehen wir, wozu die Technik in der Lage ist. Und dennoch kein Grund zur Panik: Auch in Zukunft werden wir uns aussuchen können, ob der Computer das Steuer übernehmen soll – oder eben nicht.

Stichworte:

Autonomes Fahren

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.