Tesla Roadster

Tesla Roadster

— 18.11.2009

Mit dem Tesla Roadster zur Uni

Generation E: Sie sind jung, sie lieben Autos, aber sie denken nicht nur mit dem Zylinderkopf. Elektroautos faszinieren Menschen wie Lennart Henning (24), der seit kurzem mit seinem Tesla Roadster zur Uni fährt.

Der Tesla Roadster Sport rollt lautlos vor die Bonner Universität. Es gibt hier keine Parkplätze, es ist nur ein Test. Studenten kommen aus dem alten Hauptgebäude. Sie sehen den blauen Sportwagen und bleiben stehen. "Ist das deiner", fragt Franziska Hein, 21 Jahre, Studentin der Geschichte. Philipp Thiesen kommt dazu, er ist 22 und studiert Gesundheitsökonomie. "Den kenn ich, das ist doch dieses Elektroauto." – "Echt"?, sagt Franziska. "Nee, wie geil!" Lennart Hennig dreht sich um und erklärt: "Wenn ich als Student hier mit einem Porsche aufgekreuzt wäre, hätten die doch gesagt: Was für ein Angeber. Aber bei dem Auto stellen sie Fragen, machen Fotos und wollen mitfahren."

Die Sparkasse finanziert, weil Hennig eine Geschäftsidee hat

Jeder Kunde besitzt die Handy-Nummer des Tesla-Cheftechnikers – falls es Probleme gibt.

Hennig ist 24 Jahre alt, studiert Jura und ist der 700. Kunde, an den Tesla Motors einen Elektro-Roadster ausgeliefert hat. Rund 130.000 Euro kostet dieser Sportwagen mit seinen 270 PS und einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 3,7 Sekunden. Wie kann sich ein Student so einen Öko-Luxus leisten? Lennart Hennig kommt aus gutem Hause. Er war in der Lage, einen kleinen Teil des Preises anzuzahlen. Den Rest finanziert die Sparkasse Köln-Bonn, weil Hennig einen Geschäftsplan vorgelegt hat. Mit seiner Firma "green advertising" will er gegen Gebühr bei Messen auftreten oder den Firmenwagen bei Veranstaltungen als Shuttlefahrzeug vermarkten. "So kann sich der hohe Anschaffungspreis refinanzieren.

Rund 350 Kilometer mit einer Akkuladung

230 Kilometer schafft Henning auf der Autobahn mit einer Akkuladung.

Der Student gehört zu jenen neuen Autofahrern, die nicht nur mit dem Zylinderkopf denken. Für die "Generation E" sind Elektroautos die Mobilität der Zukunft. Es muss ja nicht immer gleich ein teurer Tesla sein. Der Roadster aus Kalifornien ist aber schon lange Lennarts Traumauto. Er sei kein dogmatischer Öko, sagt Hennig über sich, "aber Nachhaltigkeit und Umdenken sind für mich eben wichtig". Derzeit lebt der junge Mann mit den streng zurückgekämmten Haaren im Haus seiner Mutter in Königswinter. Den Stromanbieter dort will er bald wechseln, dann fließe Ökostrom, wenn er den Wagen im Carport vor dem Haus lade. Rund 350 Kilometer schafft er mit einer Akkuladung, "wenn ich normal fahre". Gibt er auf der Autobahn Gas, sinke die Reichweite auf etwa 230 Kilometer.

Akustik aus der Dose nervt

Lennart Hennig hat in den ersten Wochen mit seinem Tesla festgestellt, dass sich sein Fahrstil verändert hat. "Ich bin am Steuer total entspannt und cruise nur dahin." Dass es kein Motorengeräusch gibt, stört ihn überhaupt nicht. "So ein Auto darf keinen Sound haben." Die von Tuner Brabus angebotene Akustik aus der Dose nerve ihn, "so etwas geht in die falsche Richtung". Und gerade die Stille des Tesla beeindruckt die Kommilitonen vor der Uni. "Krass" findet das Mathematikstudentin Sophie Küster (22). Es scheint, als würde Mann auch mit der neuen Generation Autos die Herzen junger Frauen erobern können. Angst hat Lennart Hennig nur davor, dass ihm einer in den Wagen fährt: "Mit Karosserie-Ersatzteilen dürfte es derzeit wohl noch ein wenig länger dauern."

Autor: Hauke Schrieber

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