Test Abt AS4

Abt AS4 Abt AS4

Test Abt AS4

— 20.01.2009

Kontrastreich

Wo viel Licht ist, gibt es eben auch Schatten: Optisch setzt sich der Abt AS4 überdeutlich von der Basis ab, fahrdynamisch leider nicht. Viel Aufwand, wenig Ertrag: Dem hinkt die Technik etwas hinterher.

Schon die Kombination aus Audi A4 und V6-TDI ist das Todesurteil für Fluggetier. Wenn dann noch Abt die hauseigene PowerS-Turbine auf den Selbstzünder schnallt, 310 PS und 610 Newtonmeter aus den Brennräumen pumpt, wird der Frontspoiler für Mücken zum Massengrab. Eigentlich.

Karosserie/Qualität

Dabei beherrscht der ibisweiße Abt AS4 das Hell-Dunkel-Spiel auch ganz ohne Insektenleichen: Vorn klaffen tiefschwarze Luftschächte, hinten drückt eine repräsentative Vierrohranlage durch den Schürzenaufsatz. Und im Cockpit bemüht sich lederartiges Carbongeflecht um sportives Ambiente.

Fahrfreude/Antrieb

Dem hinkt die Technik jedoch etwas hinterher. Zwar stemmt der größere Lader ein fettes Kraftfundament ins Mitteltourige, verschanzt die 110 zusätzlichen Newtonmeter jedoch hinter einem tiefschwarzen Turboloch. Selbst wuchtiges Überlandströmen – eigentlich die Paradedisziplin großvolumiger Diesel – erfordert sauber platzierte Schaltpunkte, will man nicht nach jedem Gangtausch wieder saft- und kraftlos durch den ladedruckleeren Raum geistern.

Fahrleistungen

Was der AS4 durch sein verträumtes Ansprechverhalten verliert, kann der Drehmomentpunch nicht wieder reinholen. Trotz satter Mehrleistung liegt er bis 100 km/h nur auf Werksniveau. Beim Elastizitätscheck gerät er sogar ins Hintertreffen: Von 80 bis 120 im großen Gang schenkt ihm die Stangenware eklatante drei Sekunden ein. Erst obenraus greifen die 70 Mehr-PS, zerren den Allradler bis auf 261 km/h, während die Basis schon bei 250 in den Limiter läuft.

Fahrwerk/Komfort

Da der AS4 mit dem Serienfahrwerk zum Test rollte, fiel die Kurvengier überschaubar aus. Den Komfort trüben ruppig abrollende 20-Zöller.

Preis/Kosten

Abt rangiert kostenmäßig im oberen Drittel. Das perfekt angepasste Bodykit lohnt sich, doch Lader und Bremsen kann man sich im konkreten Fall schenken.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Sascha Höpfner

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Einzig die unlimitierte Höchstgeschwindigkeit stellt einen Mehrwert dar. Lieber also auf den teuren Laderumbau verzichten und ins Abteigene Chiptuning investieren. Note 3
Technische Daten Abt AS4
Motor V6, Turbo, vorn längs
Hubraum 2967 cm³
Leistung 228 kW (310 PS) bei 4000/min
Literleistung 105 PS/ l
Drehmoment 610 Nm bei 2400–3400/min
Antriebsart Allrad
Getriebe 6-Gang, manuell
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet
Bremsen hinten Scheiben
Räder vorn/hinten 9 x 20 Zoll
Reifen vorn/hinten 265/30 R 20
Leistungsgewicht 5,8 kg/PS
Messwerte
0–100 km/h 6,4 s
60–100 km/h im 4. Gang 5,9 s
80–120 km/h im 5./6. Gang 7,9/12,8 s
Bremsweg aus 100 km/h (k./w.) 35,3/36,0 m
Höchstgeschwindigkeit 261 km/h
Testverbrauch auf 100 km 9,8 l Diesel
Leergewicht/Zuladung 1792/413 kg
Tuning
Leistungssteigerung 4110 Euro
Radsatz 6140 Euro
Fahrwerksfedern 702 Euro
Auspuffanlage (inkl. Heckschürze) 420 Euro
Bremsanlage 2332 Euro
Bodykit 5127 Euro
Preis Testwagen 61.566 Euro

Autor: Sascha Höpfner

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