Fahrbericht AC Schnitzer GP 3.10

AC Schnitzer GP 3.10 und weitere Tuning-Highlights aus Aachen AC Schnitzer GP 3.10 und weitere Tuning-Highlights aus Aachen

Test AC Schnitzer GP 3.10

— 27.09.2007

Aus Spaß am Gas

Reines Gewissen bei Tempo 320? AC Schnitzer kombiniert im 3er-Coupé einen getunten Zehnzylinder aus dem M5 mit einer Autogasanlage.

Derzeit erleben wir im grünen Bereich so manch blaues Wunder. Selbst die Vollgasbranche meldet plötzlich Öko-Ambitionen an. So wie etwa der Aachener Tuner AC Schnitzer mit dem IAA-Showcar GP 3.10. Eine herrliche Blüte der alternativen Autoszene. Das lindgrüne 3er-Coupé kombiniert einen heiß gemachten Fünfliter-Zehnzylinder aus dem M5 mit einer Autogasanlage: Gas Powered, 3er, 10-Zylinder. Als Speerspitze der grünen Bewegung eignet sich dieser Mischling nur bedingt. 552 PS, 0-100 in 4,5 Sekunden und eine Spitze von 320 km/h klingen so umweltschonend wie eine Ölplattform im Naturschutzgebiet. Immerhin soll der GP 3.10 seine Höchstleistungen auch im reinen Gasbetrieb erreichen. Ob das System wirklich vollgasfest ist, muss sich noch zeigen.

Der Prototyp hat noch Entwicklungspotenzial

Prototyp mit Entwicklungspotenzial: Dem Fahrwerk fehlt es noch an Feinabstimmung.

Die Idee des bivalenten Antriebs im Hochleistungssektor ist neu. Wenn man so will, fährt der GP 3.10 also tatsächlich mitten in eine Marktlücke. Und bietet ein hammerhartes Design. Wie dieses megafette Auspuffrohr im Format eines Kaminschlots, oder die hinteren Reifen. 315/25 ZR 20. Mehr als sechs Zentimeter mussten die Radläufe verbreitert werden, damit die Walzen so gerade eben darunterpassen. Für eine höhere Endgeschwindigkeit kommen übrigens noch größere drunter. Denn später sollen mindestens mal 330 km/h auf der Uhr stehen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun. Die komplett neu entwickelte Bremsanlage muss auf einen stabilen Druckpunkt gebracht werden. Das Fahrwerk poltert im Prototyp-Stadium, die Feinabstimmung steht noch aus. Zielsetzung: High Performance mit Restkomfort. Auch an die Aerodynamik wollen die Aachener noch mal ran.

800 Kilometer mit einer Tankfüllung sind rekordverdächtig

Bivalenter Brenner: Der bärenstarke V10 aus dem M5 läuft mit Gas oder mit Super.

Der Autogas-Umbau ist dagegen schon so gut wie fertig, nur die zusätzliche Tankanzeige fehlt. Mit dem bivalenten Antrieb dürfte der GP 3.10 wohl der Sportwagen mit der größten Reichweite sein. Zum 60-Liter-Sprittank kommt ein quer hinter der Rückbank liegender 80-Kilo-Gastank. 140 Liter Kraftstoff sollen dann 800 Kilometer Gesamtreichweite bringen. Noch ist der GP 3.10 ein unverkäufliches Einzelstück. Später soll der Öko-Racer mal knapp unter 200.000 Euro kosten. Dann gern auch in anderen Farben als Grün. Fazit: Ein starkes Stück Klimaschutz. Okay, so richtig in die Öko-Ecke passt der GP 3.10 nicht. Die Idee vom sauberen Fahrspaß könnte aber Schule machen.
AC Schnitzer GP 3.10
Motor/Hubraum V10/4999 cm³
Leistung bei 1/min 406 kW (552 PS)/8000
Drehmoment bei 1/min 540 Nm/6200
Getriebe Siebengang, sequenziell (SMG)
Reifen vorn/hinten 245/30 ZR – 315/25 ZR 20
0–100 km/h 4,5 s
0–200 km/h 13,9 s
Höchstgeschwindigkeit 320 km/h
Preis 198.000 Euro

Autor: Oliver Strohbach

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