Test Alfa 147/GT (2008)

Alfa Romeo 147 Alfa Romeo GT

Test Alfa 147/GT (2008)

— 26.02.2008

Glücksbringer inklusive

Wenn das Volumenmodell einer kleinen Marke in die Jahre kommt, sind Ideen gefragt. Im Falle des 147 und GT senkt Alfa Romeo die Preise – und spendiert mehr Ausstattung.

Eine Zeit lang sah es so aus, als würde Alfa Romeo in Schönheit sterben. Die Autos waren atemberaubend in Blech gegossen – aber häufig auch nervenaufreibend wegen zu vieler Defekte. Die Beteuerungen aus der Konzernzentrale, Besserung sei in Sicht, verpufften in der nächsten Pannenstatistik. "Wir haben einen Widerspruch zwischen Markenliebe und Markterfolg", erklärt Vorstandsmitglied Christopher Nicoll, der unter anderem für die Wiederauferstehung der Marke in Deutschland zuständig ist. Der kompakte 147 soll die neue Ära mitbegründen – und das Coupé GT gleich mit. Dazu haben die Italiener eine Tradition belebt: Das "Quadrifoglio Verde" (grünes Kleeblatt) markiert künftig das neue Top-Modell bei Alfa. Früher kennzeichnete es Rennsportlegenden wie die Alfetta 159 im Jahr 1951. Dazu wurde die Zahl der Versionen kräftig ausgedünnt. Statt zwischen 40 kann der Kunde beim 147 nur noch zwischen 14 Versionen wählen, die 147, Corse oder eben Quadrifoglio Verde heißen. Das wichtigste Argument für den Kunden aber wird sein: Er kann bis zu 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorgänger sparen. Auch die "Corse"-Ausstattung bietet bereits 2690 Euro Preisvorteil und ist in Verbindung mit dem 105 PS starken 1,6-Liter-Benziner ab 17.900 Euro zu haben.

Das "Kleeblatt" steht für Luxus

Das Top-Modell setzt auf Luxus pur. Leder, CD-Radio mit acht Lautsprechern, Bordcomputer, Sportfahrwerk, schwarze Innenausstattung und Sport-Ziffernblätter – alles schon drin. Für den 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS sind dann 19.900 Euro fällig. Ein Schnäppchen mit einem Preisvorteil von bis zu 3400 Euro. Wer zusätzlich auf den Traktionshelfer Q2 zurückgreifen will, muss zum 1,9-Liter-Diesel mit 150 PS greifen. Dessen üppiges Drehmoment von 305 Newtonmetern wird erst mit dem Q2-System zum echten Fahrvergnügen. Auf dem Handlingparcours wird deutlich, was das System kann: Wer in Kurven Gas gibt oder wegnimmt, wird das deutlich stabilere Fahrverhalten schätzen lernen. Das speziell für eine Doppellenker-Vorderachse konzipierte Torsen-Sperrdifferenzial lässt den 147 deutlich agiler und vor allem sicherer um die Ecken wieseln. So kann der Fahrer bis zu acht km/h schneller durch Pylonen wirbeln, die Antischlupfregelung und das VDC (so heißt ESP bei Alfa) regeln später oder gar nicht. Beim Start auf nassem Untergrund nimmt der 147 mit Q2 dem Bruder ohne das System schnell einige Meter ab. Der Diesel kostet allerdings 4130 Euro mehr mehr als der Ottomotor.

Der GT setzt noch einen drauf

Fünf verschiedene Lederfarben sind für den 147 "Quadrifoglio Verde" zu haben.

Noch größer ist die Ersparnis beim GT: 4800 Euro Rabatt erhält der Kunde beim Kauf des Top-Modells, das auch in Verbindung mit dem Diesel und Q2 unter 30.000 Euro bleibt. 29.450 Euro stehen zu Buche, dank des Q2-Systems ist auch der GT sehr fahraktiv. Als Option hat Alfa für das "grüne Kleeblatt" den 2,2-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 165 PS ab 28.300 Euro im Angebot, der im Vergleich zum Selbstzünder den Alfa-typischen, heiseren Sound zu bieten hat. Zur Ausstattung gehören bei beiden unter anderem Lederbestuhlung, Alu-Pedale, 18-Zoll-Leichmetallfelgen und Außenspiegel in Alu-Optik. Wie für den 147 hat Alfa auch für den GT die Garantie auf vier Jahre oder 200.000 Kilometer erweitert. Ein klares Zeichen für das eigene Vertrauen in die Qualität.

Ehrgeizige Ziele für die Zukunft

Binnen weniger Jahre will Alfa den Absatz weltweit von 150.000 auf 300.000 Fahrzeuge pro Jahr steigern. Dazu wird das dezente Facelift von 147 und GT kaum beitragen. Ein Nachfolger des 147 wird nicht vor 2009 vorgestellt, vor 2010 wird er nicht bei den Händlern stehen. Beide Fahrzeuge machen Spaß, kneifen aber immer noch auf den hinteren Plätzen und müssen ihre bessere Qualität erst noch unter Beweis stellen. Trotzdem ist Christopher Nicoll sicher, Fehler der Vergangenheit ausmerzen zu können. Die Händler sollen nicht nur einen einheitlichen Auftritt erhalten, sondern auch wesentlich kulanter auf Beschwerden der Kunden reagieren. Und Alfa hat noch den neuen Kleinwagen in der Hinterhand, der zwar nicht wie bereits kommuniziert Furiosa heißen wird, aber den Absatz bis 2010 allein in Deutschland verdoppeln soll. Bei zuletzt 11.000 verkauften Autos im Jahr 2007 ein Muss, um Gewinne einzufahren.

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