Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4

Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4 Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4

Test Alfa Spider 3.2 JTS V6 24V Q4

— 08.02.2007

Die italienische Geliebte

Mit dem 260 PS starken Spider 3.2 V6 war autobild.de auf Erkundungstour am Mittelmeer. Il mio amore – aus diesem Flirt könnte mehr werden!

An einem kalten Hamburger Februarmorgen steige ich in den Flieger nach Italien. In Neapel wartet meine neue Geliebte. Rassig ist sie, knackig und verlockend. Kennengelernt habe ich sie in einem Hamburger Autohaus, zum zweiten Rendez-vous lockt sie mich bereits in ihre Heimat. Dort soll es wärmer sein, und meine Hoffnung wächst, sie wieder oben ohne zu sehen. Denn dieses Outfit steht dem Top-Modell aus Mailand einfach am besten – dem nagelneuen Alfa Spider. Am Hotel in Vietri sul Mare angekommen stellt sich mir die Qual der Wahl. Die italienische Schönheit hat viele Gesichter, wartet unter anderem in Rubin Rot, Oro, Alfa Rot, Schwarz und Misano Blau auf mich. Inspiriert vom tiefen Blau des Golfs von Neapel schwinge ich mich ins Cockpit der maritimen Version, öffne die Stoffkapuze und drücke den Start-Knopf.

Bam! Damit hätte ich nicht gerechnet. Der Klang der vierflutigen Abgasanlage macht mich willenlos, lässt mich meiner Geliebten blind gehorchen. Entlang der Küste geht's Richtung Amalfi. Links droht der Abgrund, unten das Mittelmeer, rechts zischt die grob behauene Felswand vorbei. Und das in einem knapp 1,8 Tonnen schweren Cabrio. Fasziniert vom 260 PS starken V6 vor mir und dem permanenten Allradantrieb Q4 unter mir, lasse ich die Süße richtig fliegen. Bremsen, runter in den ersten, vor der Kurve hupen (es ist zu eng für zwei Wagen), Fuß aufs Gas und hoch in den zweiten. 4000, 5000, 6000 Umdrehungen und wieder abbremsen. Suchtgefahr! Leicht untersteuernd treibt mich meine blaue Schönheit an, die Straßenbreite voll auszunutzen. Knackig und sportlich dringen die Stöße des armseligen Asphalts zu mir durch, vor Tunneln bremse ich ab, um den widerhallenden Gänsehautsound beim Hochbeschleunigen voll genießen zu können.

Wie im Rausch gehe ich in Amalfi vom Gas, um auch etwas von dieser wunderschönen Gegend in mich aufzusaugen. Voller Stolz genieße ich die neidischen Blicke der italienischen Männer, spüre die sich drehenden Köpfe beim Vorbeifahren. Ich mache kehrt und fahre zurück zum Hotel. Genug für heute. Ich gehe früh schlafen, will morgen frisch ausgeruht sein für die nächste Ausfahrt. Die ganze Nacht hindurch hat es geschüttet und gestürmt. Der Strom im Nachbarhotel ist ausgefallen, das Licht in meinem Bad übte das Morse-Alphabet. Am Morgen regnet es noch immer, der Himmel zeigt keine Lücken, nirgends Sonne. Da heißt es heute wohl geschlossen fahren. Macht nichts. Die Kopffreiheit reicht, die Windgeräusche sind gut gedämmt, das Knarzen der Verdeckkonstruktion ist dem straffen Fahrwerk geschuldet.

Rauf geht's in die Berge, der erhofften Sonne entgegen. Auf regennasser Fahrbahn taste ich mich an den Grenzbereich meiner Geliebten heran. Wie weit kann ich gehen, wann ist der Allradantrieb mit seiner 43-zu-57-Verteilung (vorne, hinten) überfordert, wann entgleitet sie mir? Doch entspannt steht mir das ESP zur Seite, spurtreu rettet mich das ABS vor Fast-Zusammenstößen mit einheimischen Busfahrern, die mir auf meiner Seite entgegenkommen. Nach der fünften oder sechsten Vollbremsung haben die 330 Millimeter Scheiben vorn, die 292er hinten und ich die Nase voll. Das Fading ist einfach zu stark. Ich beschließe, mich zusammenzureißen, den Reizen des Sieben-Sekunden-Sprints zu widerstehen und gesittet zurück ins Hotel zu fahren. Man soll aufhören, wenn's am schönsten ist. Auf dem Rückweg gibt's einen Abstecher über die Autobahn. Die Auffahrt wird voll ausgekostet, bei 160 kommt der dritte Gang. Phänomenal.

Ab 42.100 Euro ist der 3.2 V6 zu haben – 260 PS stark, 240 km/h schnell.

Schweren Herzens lasse ich die reinrassige Italienerin zurück und mache mich auf die Heimreise. Doch der Weg ist lang und beschwerlich, mein Name nicht auf der Passagier-Liste, der Anschluss-Flug fast verpasst und ich bald schweißgebadet. Egal, der neue Spider – meine Geliebte – war es wert. Jetzt muss ich nur noch 42.100 Euro auftreiben, um sie nach Hamburg in meine Garage zu locken. Oder ich verzichte auf Q4, dann sind nur noch 34.300 Euro fällig.

Übrigens: Noch im Februar stellt Alfa dem 3.2 JTS V6 24V Q4 und dem 2.2 JTS 16V (185 PS) einen Fünfzylinder-Diesel mit 200 PS zur Seite (2.4 JTDM 20V, ab 38.200 Euro). Etwas später sogar mit dem sensationellen Allrad-System Q4 und 210 PS. Dann treffen 400 Newtonmeter auf vier angetriebene Räder und eine heiße Linienführung – und meine Liebe erwacht erneut.

Autor: Jan Kriebel

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