Test Arden AJ 21

Arden AJ 21 Arden AJ 21

Test Arden AJ 21

— 04.12.2008

Stählender Strahl

Wer sich in den Bann der lichtgewaltigen Schweinwerferbatterie ziehen lässt, hat schon verloren: Der Arden AJ 21 funkelt nicht nur angriffslustig mit den Augen, sondern vermag kraft geballt-geladener V8-Power auch das Schwert zu zücken.

Immer einen Schritt voraus: Bereits in den 80ern stellte Arden sein erstes Kompressorfahrzeug vor – einen sechszylindrigen XJS. Jaguar bietet die mechanische Aufladung erst seit 1994 an. 1998 präsentierte das Werk den V8 mit Roots-Gebläse. Der findet – in zwischenzeitlich modifizierter Form – auch im aktuellen XF 4.2 SV8 Verwendung. Arden mischt unverändert mit – und macht aus dessen 416 Serien-PS galoppierende 458 Pferdestärken.

Karosserie/Qualität

Der Tuner aus Krefeld agiert im vierten Jahrzehnt in der Tuningbranche. Das sieht man: Beim XF mixt er mit sicherer Hand klassische und progressive Elemente. Tiefbettfelgen, Heckflügel und die Fußgängerschutz-getestete Kühlerfigur verweisen auf die eigene, wechselvolle Geschichte. Mit den LED-Tagfahrleuchten gelingt dem Veredler der Brückenschlag Richtung Moderne.

Fahrfreude/Antrieb

Arden installiert ein deutlich verdicktes Lenkrad mit äußerst angenehm anzufassendem Alcantarabezug.

Das Auto klingt genau so, wie wir es uns angesichts der vier gewaltigen, schnurgeraden Endrohre erhoffen: Tiefdunkles V8-Bollern umschmeichelt die Besatzung – verrucht, sonor, kraftvoll. Und dabei trotzdem so kultiviert-gediegen, dass auch Blaublüter nicht die Nase rümpfen. Arden erneuert jedoch nicht nur den Auspuff. Er tauscht überdies die Kats und installiert ein Zusatzsteuergerät. Damit erhöht sich die Leistung um 42 PS. Das Drehmoment schwillt von 560 auf gewaltige 610 Newtonmeter an. Bar jeder fußballerischen Ambitionen, hat dieser Jaguar definitiv das Zeug zum Stürmer: Der XF zieht mit Schmackes vom Leder. Der souveräne sechsstufige Automat zeigt sich dem heranschwappenden Drehmomentschwall stets gewachsen. Über Schaltwippen am Lenkrad darf der Fahrer selbst schalten und sich über erstaunlich kurze Schaltzeiten wundern. Bedauerlicherweise wechselt das Getriebe trotzdem eigenmächtig die Gänge – sobald es ihm geboten erscheint. Wo Sonnenschein, da auch Schatten: Unser Testwagen schluckte ordentlich Öl und spuckte gegen Testende ominöse Rauchwolken.

Fahrleistungen

Trotz seiner riesigen 21-Zöller vermag sich der Arden AJ 21 vom Serienfahrzeug zu lösen. 0 auf 100 km/h dauert 0,5 Sekunden weniger (5,5 statt 6,0 Sekunden). In der Disziplin "Zwischenspurt" erkämpft sich das Tuningauto jeweils drei Zehntel Vorsprung. Was die Höchstgeschwindigkeit anbelangt, muss sich der AJ 21 dem Werksdiktat beugen: Bei 255 km/h ist Schluss. Inzwischen bietet Arden eine Aufhebung der Abregelung an – damit sollen echte 280 km/h drin sein. Die bescheidenen Bremswerte haben wohl weniger mit der geringfügig modifizierten Serienbremse zu tun als mit den aufgezogenen Yokohama Advan — die weniger gut funktionieren als die serienmäßigen Pirelli-Pneus.

Fahrwerk/Komfort

Alternativ bietet Arden ovale Endrohre an. Die gezeigte Lösung gefällt.

Dank seiner breiten Spur steht der Jaguar auf stabilen Beinen. Ein Federnsatz generiert eine Tieferlegung von 30 Millimetern. In Zusammenarbeit mit Bilstein passt Arden zudem das werkseitig installierte aktive Dämpfersystem CATS an die neuen Komponenten an. Das Ergebnis bestätigt den Veredler: Unerschütterlich liegt der Jaguar auf der Straße und absolviert Kurven mit lange währender Neutralität. Lediglich die gefühllose Lenkung schmälert das Vergnügen. An ihr vermag Arden nichts zu ändern. Er spendiert jedoch ein sympathisches Placebo: Mit dem griffigem Alcantara-Lenkrad hat der Pilot das Gefühl, jede Biegung allzeit im Griff zu haben. Nur die kommoden Seriensitze dürfte der Tuner noch gegen solche mit Seitenhalt tauschen.

Preis/Kosten

Der Premiumanspruch kostet extra: Die Tuningpreise liegen auf gehobenem, bisweilen abgehobenem Niveau. Immerhin hält sich der Verbrauch mit 14,8 Liter Super Plus in Grenzen – für Kompressor-Verhältnisse.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Ben Arnold

Rasse mit Klasse: Der AJ 21 punktet mit Charisma und warmen Klängen. Der moderaten Leistungssteigerung gelingt es durchaus, sich in Szene zu setzen. Schwachpunkt: die zu langen Bremswege. Note 2-.
Technische Daten Arden AJ 21
Motor V8, Kompressor, vorn längs
Hubraum 4196 cm³
Leistung 337 kW (458 PS) bei 6180/min
Literleistung 109 PS/ l
Drehmoment 610 Nm bei 4000/min
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 6-Stufen-Automatik
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet
Bremsen hinten Scheiben, innenbelüftet
Räder vorn/hinten 9,5 x 21 Zoll
Reifen vorn/hinten 255/30 R 21 / 285/25 R 21
Leistungsgewicht 4,2 kg/PS
Messwerte
0–100 km/h 5,5 s
0–200 km/h 18,9 s
0–250 km/h 33,9 s
60–100 km/h (Zwischenspurt) 2,7 s
80–120 km/h (Zwischenspurt) 3,3 s
Bremsweg aus 100 km/h (k./w.) 37,5/39,0 m
Höchstgeschwindigkeit 255 km/h
Testverbrauch auf 100 km 14,8 l Super Plus
Leergewicht/Zuladung 1910/420 kg
Tuning
Leistungssteigerung 6800 Euro (inkl. Auspuff)
Sportfahrwerk + Bremsbeläge 3700 Euro
Auspuff siehe Leistungssteigerung
Radsatz 7500 Euro
Anbauteile 15.980 Euro
Sportlenkrad 980 Euro
Preis Testwagen 115.780 Euro

Autor: Ben Arnold

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.