Test Aston Martin DBS

Fahrbericht Aston Martin Fahrbericht Aston Martin

Test Aston Martin DBS

— 06.11.2007

Neuer Dienstwagen für James Bond

Auf Sean Connery im DB5 und Pierce Brosnan im Vanquish Coupé folgt Daniel Craig im DBS. Der DBS ist stark, schnell, sexy. Und mit 240.000 Euro sauteuer. Erste Ausfahrt im scharfen Briten.

Aston Martin und James Bond – diese von den Marketing-Abteilungen schlau eingefädelte Allianz hat Tradition. Auf Sean Connery im DB5 und Pierce Brosnan im Vanquish Coupé folgt demnächst Daniel Craig im DBS. Ein Casinobesuch könnte sich im Vorfeld der DBS-Kaufentscheidung durchaus lohnen, denn mit 240.000 Euro ist das neue Aston-Martin-Topmodell nur 26.000 Euro günstiger als der eingestellte Vanquish S. Bei ähnlichen Außenabmessungen wiegt der DBS aber spektakuläre 255 Kilo weniger. Das liegt vor allem am schlankeren Alu-Unterbau, an der aufwendigen Kohlefaserkarosserie, an den leichteren Carbon-Keramik-Bremsen und an der abgespeckten Sitzanlage. Nach wie vor verbesserungswürdig sind die Ablesbarkeit der Instrumente, die vor allem in der Länge viel zu knappen Platzverhältnisse und die mäßige Übersichtlichkeit.

Größter Gegner des DBS ist ausgerechnet der V8 Vantage

Das Sechsliter-Aggregat leistet im DBS 517 PS: elf weniger als im Vanquish, 67 mehr als im DB9. Das schlankere Kampfgewicht zoomt den Zweisitzer in 4,3 statt 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h, aber dafür bremsen die breiteren Reifen und die größere Stirnfläche die Höchstgeschwindigkeit auf 307 km/h ein. Zum Vergleich: Der Vanquish S lief 325. Geschaltet wird vorläufig manuell, aber das ist kein Fehler, denn inzwischen hat der italienische Zulieferer Graziano gelernt, präzise und leichtgängige Getriebe zu bauen. Ab Ende 2008 gibt es alternativ eine ZF-Automatik mit Bedienwippen am Lenkrad und Wandler. Die Servotronic-Lenkung trifft mit drei Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag die goldene Mitte zwischen Nervosität und übermäßiger Leichtigkeit. Die standfesten und spontan ansprechenden Karbon-Keramik-Bremsen, die anderswo Aufpreis kosten, funktionieren als vertrauensbildende Maßnahme so perfekt, dass wir immer tiefer in die Kurve eintauchen – ohne befürchten zu müssen, ins Off zu rauschen. In fünf Stufen verstellbare Dämpfer (ADS) sorgen für eine stimmige Mischung aus gutem Grundkomfort und souveräner Bodenhaftung. Davon profitiert der DBS vor allem auf welligen Landstraßen und im mittleren Tempobereich bis 130 km/h.

Auf ebener Piste und bei sportlicher Fahrweise lohnt es sich, ADS und die Stabilitätskontrolle DSC auf den kernigeren Track-Modus umzustellen – das paart eine deutlich straffere Abstimmung mit einem ansatzweise übersteuernden Fahrverhalten. Im breiten Feld der sehr schnellen und sehr teuren Frontmotor-Sportwagen rangiert der DBS ungefähr auf halber Höhe zwischen Bentley Speed GT und Ferrari 599 GTB: Der Aston Martin verbindet die Leichtfüßigkeit des Fiorano mit der Grandezza des Bentley. Sein größter Feind ist der V8 Vantage, der als Gesamtkunstwerk kaum weniger fasziniert – aber 130.000 Euro weniger kostet. Dafür muss 007 im Casino Royale die Kugel ganz schön lange rollen lassen. Fazit von AUTO BILD-Autor Georg Kacher: Rein äußerlich sieht der DBS so aus, als sei er nur ein verschärfter DB9. Tatsächlich macht ihn die Feinarbeit in allen Bereichen aber zum besten Aston Martin der Neuzeit.

Autor: Georg Kacher

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