Fahrbericht Audi A6 2.0 TDI

Audi A6 2.0 TDI Audi A6 2.0 TDI

Test Audi A6 2.0 TDI

— 27.05.2005

Der kleine Diesel reicht

Viel Auto, wenig Motor: Das klingt gewaltig nach Beziehungsstreß. Beim Audi A6 paßt diese Kombination aber bestens.

Trotz kleiner Macken liebenswert

Viel Masse, wenig Muckis – hört sich nicht gerade nach einer verlockenden Kombination an. Anschluß zu finden wird da jedenfalls eher schwierig – sowohl bei der Single-Börse als auch auf dem Automarkt. Es sei denn, der bindungswillige Partner heißt Audi A6 2.0 TDI. Denn die Ingolstädter Oberklasse harmoniert mit dem 140 PS starken Basis-Diesel fast wie ein Traumpaar. Fast, weil auch der Pumpe-Düse-Diesel ein paar Macken mit sich herumschleppt.

Erstens handelt es sich bei dem Zweiliter um einen absoluten Morgenmuffel. Wer die 140 PS zum Kaltstart nötigt, erntet ein rauhes Nageln wie aus ferner TDI-Vorzeit und böse Blicke der Nachbarn. Sobald der Vierventiler warmgelaufen ist, bessert sich seine Lauf-Laune zwar, mustergültig wird sie dennoch nicht. In meinen Ohren erscheinen die Common-Rail-Motoren von BMW und Mercedes-Benz kultivierter. Zweite Schwäche des Vierventilers: Bislang gibt es ihn im A6 nicht mit Partikelfilter. Der folgt wohl Anfang August 2005 und kostet 570 Euro extra.

Temperamentvoller Zweiliter

Doch jetzt zu den Vorzügen des 2.0 TDI. Auch ohne Filter schafft er schon die Norm Euro 4 und hinterläßt im Alltag keineswegs einen schwächlichen Eindruck. Nach einem kaum wahrnehmbaren Luftholen bricht sein Temperament los, sorgen 320 Nm Drehmoment für bulligen Antritt und souveränen Durchzug. Nur obenraus geht dem Direkteinspritzer früh die Luft aus – doch wer erwartet von einem Diesel schon hemmungslose Drehfreude?

Immerhin schafft der 1650 Kilo schwere Wagen die 100 km/h in 10,7 Sekunden und rennt bei Bedarf 210 Sachen – für die ebenso geräumige wie gemütliche 4,92-Meter-Limousine wahrlich nicht schlecht. Und auch wenn der Griff zur präzisen Sechsgang-Box durchaus Lustgewinn verspricht, läßt man sie öfter rechts liegen und schnürt schaltfaul durchs Revier. Das bei moderaten 7,3 Litern auf 100 Kilometer eher groß ausfällt (Reichweite 960 km).

Zu haben ist der große A6 mit dem kleinen 2,0-Liter-TDI für exakt 33.000 Euro. Kein Schnäppchen, aber selbst ein E 200 CDI mit 122 PS kostet 2322 Euro mehr. Womit die Marktchancen des A6 nochmals deutlich steigen.

Fazit und technische Daten

Echt Oberklasse: Der Audi besticht mit hoher Fertigungsqualität, hervorragendem Platzangebot, tollen Sitzen und einer guten Sitzposition. Auch die Fahrleistungen überzeugen: Der Motor ist ausreichend kräftig, die Bremsen stark und die Schaltung exakt. Leider ist die Lenkung etwas zu leichtgängig und gibt zu wenig Rückmeldung, und die verhältnismäßig straffe Federung geht auf Kosten des Komforts. Dazu nervt der rauhe Kaltlauf des TDI. Auch nicht schön: Partikelfilter gibt es erst im Sommer und dann auch nur gegen Aufpreis. Note: 2-

Autor: Gerald Czajka

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