Test: Audi gegen BMW (2)

Audi A8 3.0 TDI vs. BMW 730d Audi A8 3.0 TDI vs. BMW 730d

Test: Audi gegen BMW (2)

— 14.11.2006

Kampf der Kapitäne

Runde zwei im sportlichsten Duell des Jahres: die Dickschiffe. Können Audi A6 und A8 gegen BMW 5er und 7er punkten?

Audi A8 3.0 TDI vs. BMW 730d

In der ersten Folge des großen Audi-BMW-Sportlichkeits-Checks konnte sich BMW zwei wichtige Siege sichern. Sowohl in der Kompakt- als auch in der Mittelklasse punkteten die Münchner. Nun sind die Cheflimousinen Audi A8 und BMW 7er sowie die Allrad-Oberklasse-Kombis Audi A6 Avant quattro und BMW 5er Touring dran. Welche Marke ist diesmal sportlicher?

Audi A8 3.0 TDI vs. BMW 730d


Wer sagt eigentlich, dass der Chef immer hinten rechts sitzt und nicht auch mal selbst ins Lenkrad greifen möchte? Eben. Und aus diesem Grund mussten bei uns auch die Luxusliner zum Sportunterricht erscheinen. Mit ihren Dreiliter-Dieseln reißen A8 und 7er nicht gerade Bäume aus, die drehmomentstarken Selbstzünder reichen aber locker für beachtliche Fahrleistungen.
Weil Audi und BMW mit 233 zu 231 PS fast identisch stark sind, herrscht auf der Sprintstrecke absoluter Gleichstand. Und dass der etwas leichtere A8 fünf km/h mehr Höchstgeschwindigkeit schafft, lässt sich getrost vernachlässigen. Deutlicher fällt der Vorteil des Allrad-Audi beim Handling ins Gewicht. Über alle vier Räder schiebt der TDI zum Kurvenrand und zieht untersteuernd seine Bahnen. Egal ob trocken oder nass, geht der A8 so mit über einer Sekunde Vorsprung durchs Ziel. Und das, obwohl die leichtgängige Lenkung etwas mit Rückmeldung geizt.Beruhigend dagegen das weitgehend neutrale Fahrverhalten und die bei insgesamt ordentlichem Komfort geringe Schaukeltendenz. Hier wirkt der kommode 730d schwerfälliger und taumeliger, taucht mit der massigen Karosserie tief ab und setzt sein Heck schon mal ungewohnt in Szene. Bei all dem bleibt er allerdings komfortabler als der Audi – und das, obwohl der eine serienmäßige Luftfederung hat.

Fazit der AUTO BILD-Testredaktion

Sportliche Chefs kommen am agilen A8 3.0 TDI quattro kaum vorbei – vorausgesetzt, sie sind bereit, gewisse Kompromisse beim Komfort einzugehen.

Audi A6 Avant quattro vs. BMW 530xi Touring


Kombis an sich gehören doch eher die Nutztierecke als in das dynamische Segment. Bei Touring und Avant sieht die Sache anders aus. Erst recht, wenn 530i oder 3.2 FSI am Heck prangt. Wir haben die Allradversionen der beiden Oberklasse-Kombis auf die Piste geschickt.

Mit 258 PS (BMW) und 255 (Audi) sind die Sechszylinder für sportliche Einlagen bestens gerüstet. Mit ähnlich starken Motoren liefern die beiden auch fast identische Fahrleistungen. Vom gleich schnellen Antritt des 530xi setzt sich der A6 3.2 quattro allerdings mit einer höheren Endgeschwindigkeit ab.

Der Audi-Allradantrieb ist hervorragend: quattro gewinnt.

Beide Versionen dieser Paarung schicken ihre Kraft über eine zügig arbeitende Sechsstufenautomatik an die vier Räder. Anscheinend hat Audi in jahrelanger quattro-Erfahrung wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Jedenfalls kann der A6 dem 530xi sowohl auf trockener Straße auch auf dem bewässerten Handlingkurs locker folgen. Doch die schnellen Zeiten auf unseren Teststrecken sind nur die eine Seite der Medaille. Der subjektive Handlingeindruck ist die andere. Die leichtgängige Lenkung des Audi täuscht ein kleineres Auto vor. Letzendlich benimmt sich der A6 auf unserem Handlingkurs jedoch träger als der 5er.Mit einer festeren und spürbar direkteren Lenkung meistert der BMW die schnellen Passagen präziser und damit auch schneller. Beim Lastwechsel bleibt der 5er uneingeschränkt beherrschbar – der Audi verlangt in ähnlichen Situationen schnelle Reaktionen beim Gegenlenken. Mit Klang und Drehfreude seines Sechszylinders punktet wiederum der BMW. Das unter Last angestrengte Knurren des A6 jedenfalls wirkt kaum sportlich.

Fazit der AUTO BILD-Testredaktion

Allrad und starke Motoren sorgen sowohl beim BMW als auch beim Audi für sicheres, aber im gleichen Maße auch dynamisches Fahrverhalten. Ein Hauch mehr Agilität und der imposante Motor des BMW bringen ihn hier nach vorn.

Autoren: Gerald Czajka, Jan Horn

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