Test: Audi gegen BMW (5)

Audi Q7 4.2 FSI vs. BMW X5 4.8is Audi Q7 4.2 FSI vs. BMW X5 4.8is

Test: Audi gegen BMW (5)

— 20.11.2006

Das große Finale

In der letzten Runde des großen Sport-Checks treten die Dickschiffe BMW X5 und Audi Q7 gegeneinander an. Außerdem: das große Fazit.

Audi Q7 4.2 FSI vs. BMW X5 4.8is

Festhalten, liebe Leser, wir sind am Ende des großen Sport-Turniers zwischen Audi und BMW angekommen. Bevor das Gesamtergebnis feststeht (Seite 2), kommt es im Final-Lauf aber noch mal ganz dicke. Mit Q7 4.2 FSI und X5 4.8is treffen sich zwei verdammt schwere Jungs zum Sport. Und wir fragen uns: Geht das überhaupt? Antwort: und wie! Wenn der rote X5 seinen 4,8-Liter-V8 anwirft, dann verstummen Gespräche, und es herrscht andächtige Stille. Zu Recht. Wie die 360 PS den 2,3-Tonnen-Trumm beinahe spielerisch über die Piste prügeln, das lässt uns doch ernsthaft am Sinn des Wortes Massenträgheit zweifeln.
Atemberaubende 6,1 Sekunden reichen bis 100 km/h, leichtfüßig fliegt der Super-X5 mit bis zu 246 km/h über die Bahn, irgendwie vermittelt der 4.8er das Gefühl unerschöpflicher Leistungsreserven. Dabei bewahrt er sich trotz Größe und Gewichts auch noch ein geschmeidiges Handling und flotte Rundenzeiten. Zugegeben, die straffen Federn lassen Komfort nur noch erahnen, dafür gibt es auf der Rennstrecke aber reichlich Grund zum Grinsen. Ohne übertriebene Schlagseite oder gnadenloses Untersteuern fräst der X5 ums Eck, die direkte Lenkung findet die Ideallinie fast von allein, der Allradantrieb erlaubt lockere Drifteinlagen, die den X5 bei Nässe allerdings zum wilden Quertreiber machen. Der Q7 kommt an diese sportlichen Qualitäten nicht heran. Und das, obwohl er nicht schwerer und mit 350 PS kaum schwächer ist als der X5. Dennoch wirkt der Audi in jeder Drehzahllage angestrengter, fast schon gequält. Sein 4,2-Liter-V8 scheint permanent am Limit zu arbeiten, kann den BMW dennoch nicht halten: Bis Tempo 100 fehlen 1,3 Sekunden.Doch dem größten Audi mangelt es nicht nur an Kraft. Auf dem Rundkurs wankt und schwankt der Q7, das nicht komplett abschaltbare ESP bremst die unhandliche Fuhre – und damit auch den Fahrspaß – rigoros und völlig unharmonisch zusammen. Fast zwei Sekunden verliert der Q7 auf trockener Piste. Dass die 2510 Euro teure Luftfederung ihm Vorteile beim Komfort verschafft, tröstet ein wenig. Ebenso, dass der Q7 4.2 immerhin 15.690 Euro weniger kostet als der X5 4.8is.

Fazit der AUTO BILD-Testredaktion

Auch wenn der X5 4.8is einen Golf in Basisausstattung mehr kostet als der Q7 4.2 FSI, ist er für Sportler erste Wahl. Motor, Fahrwerk, Handling – der BMW fühlt sich in allen Punkten aggressiver und dynamischer an.

Gesamtergebnis und Zukunftsaussichten

Fazit: BMW gewinnt 6:3

Starke Motoren, knackige Fahrwerke, aufregende Charaktere – wenn die schärfsten Kracher von BMW und Audi in einer Arena zum Kampf antreten, brennt die Luft. Schließlich prallen hier ausgefeilte Taktiken aufeinander. BMW setzt dabei selbst in der Kompaktklasse auf Hinterradantrieb, Audi weiß griffige Allrad-Technik einzusetzen. Dazu gibt's bei beiden Marken effektive Traineranweisungen durch die Abteilungen M und quattro. Ein Turnier, gespielt in höchstem Tempo.

Ein Duell, das Audi letztlich verliert. BMW schießt in sechs von neun Begegnungen mehr Tore. Enormer Reiz geht dabei bereits von den Motoren aus. Allein die Volltreffer Sechszylinder-Doppelturbo des 335i Coupé oder V10 des M5 – sportlicher geht's in Serie kaum. Dennoch: Audi zeigt mit dem RS4, dass auch Ingolstadt an der Tabellenspitze mithalten kann. Achtung, BMW: R8 und RS6 fahren sich bereits warm.

Die Zukunft wird rasant

Natürlich werden Audi und BMW auch weiterhin mächtig Gas geben und nicht etwa zurückschalten. So erwarten wir für nächstes Jahr zum Beispiel Audis bildschönen Sportwagen R8 (rechts) mit 420 PS – wer hätte da nicht gern 104.400 Euro übrig? Außerdem erscheint der RS6, der dem 507 PS starken M5 das Leben schwer machen möchte. Bei BMW freuen wir uns auf den neuen M3, der endlich auch einen V8 erhält und rund 420 PS leistet. Ein echtes Leckerli dürfte der 135i werden, der es dank Dreiliter-Biturbos auf rund 300 PS bringt.

Autoren: Gerald Czajka, Jan Horn

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