Test Audi S5

Audi S5 Audi S5

Test Audi S5

— 15.05.2007

Schön stark

Nach zwölf Jahren Pause gibt es wieder ein sportliches Coupé aus Ingolstadt. Der Audi S5 begeistert mit seinem Design und einem kräftigen V8-Motor.

Es war die Sensation des Autojahres 1980. Audi präsentierte den (Ur-)quattro, das weltweit erste Großserienfahrzeug mit permanentem Allradantrieb. Was damals keiner wusste: Das 200 PS starke Coupé wurde die Basis für eines der erfolgreichsten Rallyefahrzeuge aller Zeiten, das 1987 mit dem über 600 PS starken Flügelmonster S1-Pikes-Peak seine Krönung fand. Jetzt präsentiert Audi den S5. Das Topmodell der neuen A5-Baureihe hat kaum noch was mit seinem etwas grobschlächtigen Urahn zu tun. Kanten und Spoiler sind einer eleganten Linienführung gewichen, wie man sie früher nur von italienischen Herstellern kannte. Und anstelle eines 2,3-Liter-Fünfzylinder-Turbomotors arbeitet nun ein 4,2 Liter großer Achtzylinder unter der Motorhaube. Der nach dem Anlassen kräftig seine Muskeln spielen lässt und derart tief vor sich hin blubbert, dass man meint, in einem amerikanischen Muscle-Car zu sitzen.

In bester Sportwagenmanier bietet der V8 kultivierten Vortrieb

Ein Eindruck, der beim Fahren nicht enttäuscht wird. In bester Sportwagenmanier dreht der 354 PS starke V8 mühelos in den Begrenzer und bietet dabei über den gesamten Drehzahlbereich kultivierten Vortrieb. Die Fahrleistungen sind entsprechend: 5,1 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 250 km/h stehen auf dem Audi-Papier, und es fällt nicht schwer, den Werksangaben Glauben zu schenken. Das Gute dabei: Jeder kann den S5 schnell bewegen. Der permanente Allradantrieb bringt die Motorkraft nahezu schlupffrei auf die Straße, wobei 60 Prozent der Antriebskraft auf die Hinterräder geleitet werden. Das macht den S5 besonders in engen Kurven agiler, als man es vermutet hätte. Wer will, kann in schnellen Kurven sogar das Heck eindrehen lassen. Das Fahrwerk des S5 ist ebenfalls gelungen.

Die neue Fünflenker-Vorderachse macht Schluss mit den harten Stößen

Perfekt mit kleinen Vorserien-Schwächen: der S5-Innenraum.

Besonders hervorzuheben ist hier die neue Fünflenker-Vorderachse. Sie macht Schluss mit den bislang von Audi-Fahrwerken bekannten harten Stößen durch schnell überfahrene Querfugen. Einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt die Lenkung. Zwar wirbelt sie das Coupé direkt ums Eck, sportlich ambitionierte Fahrer dürfte die sehr leichtgängige Steuerung jedoch stören. Nahezu perfekt zeigte sich der Innenraum des S5. Zwar leistete sich unser Vorserienmodell noch einige Schwächen in Sachen Oberflächengestaltung und Drehreglern, zum Verkaufsbeginn im Juni 2007 sollten die Mängel jedoch der Vergangenheit angehören. Die etwas beengten Platzverhältnisse im Fond werden dann aber noch existieren.

Straff und dennoch nicht unkomfortabel, bietet es genügend Fahrbahnkontakt für schnelle Rundenzeiten, lässt die Insassen aber auch nach längeren Touren nicht zerrüttet aussteigen. Zwar können Personen bis 1,76 Meter Körpergröße bequem hinten Platz nehmen, sollten die vorderen Passagiere oder man selbst jedoch größer sein, wird es entweder an den Knien oder am Kopf sehr eng. Alles andere als knauserig: die Serienausstattung. Xenon-Plus-Scheinwerfer mit LED-Technik, elektrische Sitzverstellung, Klimaautomatik. Vielleicht sollten die Audi-Ingenieure darüber nachdenken, den S5 als Basis für einen Wiedereintritt in den Rallye-Sport zu nutzen. Einen schöneren Pikes-Peak-Gewinner hätte es noch nie gegeben.

Autor: Lars Zühlke

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