Test BMW 330d Touring – Mercedes C 320 CDI T

BMW 330d Touring gegen Mercedes-Benz C 320 CDI T BMW 330d Touring gegen Mercedes-Benz C 320 CDI T

Test BMW 330d Touring – Mercedes C 320 CDI T

— 04.09.2006

Diesel von ihrer schönsten Seite

Schön und praktisch, schnell und sparsam: Die beiden Premium-Kombis von BMW und Mercedes vereinen viele Tugenden.

Testwerte und Werksangaben

Sechszylinder-Benziner, rassige Zweitürer-Karosserie und das dazugehörige "Ich-hab's-geschafft-Image" – wem die Coupés von BMW und Mercedes (siehe Vergleich BMW 335i – Mercedes CLK 350) zu teuer, zu klein, zu unpraktisch sind, findet auf gleicher Plattform die vielseitigeren Kombis 330d Touring. und C 320 CDI T. Die zwei starken Diesel vereinen modischen Schick, hohe Dynamik und überschaubare Kosten und machen sie so zu begehrenswerten Lifestyle-Lastern.

Ihr Nutzwert ist mit 470 (Mercedes) und 460 Liter (BMW) Kofferraumvolumen so üppig, dass eine Transportaufgabe selten Schwierigkeiten bereitet. Mit Familien-Kombis wie dem Opel Vectra Caravan können sie es natürlich nicht aufnehmen. Doch in der schicken Lifestyle-Liga liegen sie vorn. Zum Vergleich: Der frontgetriebene Audi A4 Avant schluckt nur 440 Liter.

Fahrdynamisch macht den beiden ohnehin keiner was vor. Besonders der BMW zeigt eine konkurrenzlos spritzige Gangart. Beim Spurt- und Elastizitätsduell zieht er dem Mercedes spürbar davon. Verantwortlich dafür ist sein drehwilliger Turbodiesel, der bei fast gleichem Hubraum sieben PS mehr leistet als das Triebwerk in der C-Klasse. Wie bei den Benzinern in den Coupés gilt auch für die Kombis mit Selbstzünder: Der BMW-Reihenmotor wirkt lebendiger, antrittsfreudiger,

BMW 330d: Agiler als der stärkste 3er-Diesel ist kaum ein Kombi.

insgesamt mehr spaßorientiert als der V-Motor im C 320 CDI T. Außerdem ist der BMW leichter, und die Lasten sind absolut gleichmäßig auf beide Achsen verteilt. Folge: Selbst bei extremen Fahrmanövern legt der kräftigste Diesel-3er eine Neutralität an den Tag, die nicht mal der Schweizer Außenminister überbieten kann – agiler zischt kein anderer Kombi um die Kurven.

Für ein Kombinationskraftfahrzeug, das – wie der Name schon sagt – vielseitige Aufgaben erfüllen soll, ist so viel Dynamik übertrieben. Denn durch die direkte Lenkung sowie die Reifen mit Notlaufeigenschaften leidet auf schlechten Straßen der Geradeauslauf. Sie zwingen den Fahrer zu permanenten Kurskorrekturen und hinterlassen dadurch einen zuweilen hektischen Fahreindruck, den BMW-Fans gern mit dem Prädikat "sportlich" verwechseln.

Kosten, Fazit, Wertung – und Ihre Meinung

Der Mercedes wirkt insgesamt souveräner. Im Stand brummt sein Motor einen Tick leiser und läuft eine Nuance weniger rau. Eine Wesensart, die er beim Beschleunigen sowie bei Zwischenspurts beibehält und die gut zum Kombi passt. Auch die zusätzliche Fahrstufe der Siebenstufen-Automatik trägt hier zur Schonung der Nerven bei. Das Drehmomenthoch des 320 CDI liegt noch früher an. Entsprechend zeitig schaltet er hoch und rollt niedertourig dahin.

Ob Sitzkomfort, Raum- oder Abrollgefühl, bei allen subjektiven Komfortkriterien liegt der Mercedes vor dem BMW. Nur wer einen kompromisslosen Express-Kombi bevorzugt und gesunde Härte zu schätzen weiß, ist mit dem schnellen Bayern besser beraten. Fazit von AUTO BILD-Testredakteur Jörg Maltzan Auch diese beiden Kombis haben etwas von Coupés. Nämlich die elegante Form, die beim 3er-Touring und C-Klasse T-Modell das Design über den Nutzwert stellt. Wer zwischen beiden entscheiden muss, findet die gängigen Klischees bestätigt: BMW ist der Sportlichere, Mercedes der Komfortablere. Der bessere Kombi ist der Mercedes.

Autor: Jörg Maltzan

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