Test BMW 3er Cabrio

BMW 3er Cabrio BMW 3er Cabrio

Test BMW 3er Cabrio

— 22.01.2007

Das Beste seiner Art

Ein großer Wurf mit Stahlklappdach: BILD am SONNTAG ist das neue 3er Cabrio in Arizona gefahren – bei Temperaturen unter null Grad.

Eher schneit es in der Wüste, als dass BMW bei seinem 3er Cabrio auf das Stoffverdeck verzichtet. Darauf hätten Kenner bis vor kurzem gewettet. Sie hätten verloren, denn die vierte Generation des offenen Bayern fährt ab dem 24. März 2007 mit Stahlklappdach vor. BILD am SONNTAG ging zuerst auf Testfahrt.

So ganz falsch lagen die zitierten Fachleute allerdings nicht, denn bei der Vorstellung im amerikanischen Scottsdale (Arizona) fror es tatsächlich. Die Temperaturen fielen unter null Grad Celsius, so tief wie seit 17 Jahren nicht mehr. Wir fuhren trotzdem oben ohne, denn wer im 3er in der ersten Reihe sitzt, muss selbst die Eiswüste nicht fürchten. Das Windschott hochgeklappt, die Heizung auf 20 Grad und die Sitzheizung auf Stufe eins – da fühlt sich sogar Ihre fröstelnde Frau wohl. Und um die Frisur muss sie auch nicht fürchten, denn der Fahrtwind streicht den Passagieren nur ganz sanft übers Haar. Da kann man sich sogar noch bei Tempo 120 unterhalten, ohne zu brüllen.

Wie gesagt: auf den Vordersitzen. Auf den beiden knappen Plätzen im Fond versteht man sein eigenes Wort nicht. Dort gilt Sturmwarnung wie in jedem Cabrio. Da schafft es die Tiefkühlpizza bis Las Vegas, ohne aufzutauen. Zu viert empfiehlt es sich, das Cabrio mit Hardtop zu nutzen. Der automatische "Umbau" funktioniert binnen 23 Sekunden (auf Knopfdruck in der Mittelkonsole oder per Schlüsselfernbedienung). Das Öffnen geht noch eine Sekunde schneller und macht besonders vor dem Straßencafe mächtig Eindruck. Da staunen auch die Amis, wenn sich die drei Dachteile in den Kofferraum falten, ohne dass weit und breit ein Fahrer zu sehen wäre.

Und das Schönste daran ist, dass die ins Heck geklappte Stahlmütze das Karosseriedesign nicht verunstaltet. Kein Hinterteil mit Entenbürzel, keine Frontscheibe, die weit in den Innenraum ragt und eine flache Brüstungslinie, die für echtes Cabrio-Feeling sorgt. Das war die Bedingung für den Umstieg vom Stoff- aufs Stahldach. Kompromisse wollte BMW nicht eingehen. An dieser Aufgabe haben die Techniker lange getüftelt – mit Erfolg. Die Seitenlinie mit der scharfen Bügelfalte im Blech und die Rückansicht mit den herumgezogenen Schlussleuchten wirken dynamisch.

Das Heck hat auch noch einige praktische Details zu bieten. Per Doppelklick am Schlüssel fährt das geöffnete Dach halb aus seiner Garage und macht Platz zum Beladen des 210 Liter großen Kofferraums (bei geschlossenem Dach 350 l). Golfer werden die 40 Zentimeter breite Luke im Kofferraum schätzen (205 Euro), durch die ein Golfbag bis in den Innenraum geschoben werden kann. Ein zweites Bag passt quer in den Laderaum. Außerdem sind die Rückenlehnen im Fond serienmäßig umklappbar, was zusätzlichen Stauraum schafft.

Unser Testwagen, ein 335i, hat den Topmotor: 306 PS, Spitze 250 km/h, Verbrauch 9,9 Liter Super plus, Preis 50.750 Euro. Im Stand kaum zu hören, röhrt das Kraftpaket umso eindrucksvoller los, ist binnen 5,8 Sekunden auf Tempo 100. Der Sechszylinder mit Benzindirekteinspritzung und Doppelturbo-Technik ist ein technisches Meisterwerk. Passgenaue Sitze, eine direkte und spielerisch leicht dirigierbare Lenkung, das exakte Sechsgang-Getriebe (Automatik 2154 Euro) und ein Fahrwerk, das den Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort beherrscht, machen das Bayern-Cabrio zum Maßstab seiner Klasse. Selbst bei schnellster Kurvenhatz knistert und knarzt nichts – weder mit geschlossenem, noch mit geöffnetem Dach. Das 3er Cabrio kommt mit vier Benzinern: 320i (170 PS, 39.900 Euro), 325i (218 PS, 44.500 Euro), 330i (272 PS, 48.350 Euro), 335i (306 PS, 50.750 Euro). Alternativ gibt's den Diesel 330d (231 PS, 49.000 Euro).

Autor: Joachim R. Walther

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